Augenentzündung: Symptome erkennen und behandeln

Tränende, brennende, rote und schmerzende Augen – all diese Symptome können ein Anzeichen für eine Augenentzündung sein. Wird die Entzündung rechtzeitig behandelt, lässt sich eine Ausweitung auf andere Bereiche des Auges meist verhindern und die Beschwerden werden schnell gelindert. Verschaffen Sie sich hier einen Überblick über typische Symptome, mögliche Ursachen sowie Behandlungsmethoden.

augenentzündung

Wann spricht man von einer Entzündung des Auges?

Entzündete Augen beruhen meist auf einer Augenkrankheit oder einer funktionellen Störung. Am häufigsten ist die Bindehaut von einer Entzündung betroffen, weshalb im Zusammenhang mit einer Augenentzündung oft pauschal von einer Bindehautentzündung (Konjunktivitis) gesprochen wird. Es können jedoch auch andere Bereiche des Auges entzündet sein. Dabei handelt es sich oftmals um eine Abwehrreaktion des Immunsystems auf Krankheitserreger, Allergene oder Umwelteinflüsse.

Augenentzündungen bei Babys: Eine häufige Erscheinung

Babys leiden besonders häufig unter Entzündungen im Auge. Klebrige, rote und tränende Augen plagen die Kleinen, was sowohl für das Baby als auch für Sie als Elternteil nervenaufreibend ist. Doch warum leiden die Kleinen so häufig an einer Augenentzündung? Die Hauptursache ist ein verstopfter Tränenkanal – gerade in den erste Lebensmonaten ist dieser oft noch nicht vollständig geöffnet, was dazu führt, dass die Tränenflüssigkeit nicht richtig abfließen kann. So entstehen die sogenannten „Schmieraugen“, welche es Bakterien und Viren einfacher machen, sich zu vermehren. Besonders, wenn starke Verkrustungen entstehen, ist das Risiko für eine Infektion hoch. Denn Babys fassen sich häufig ins Gesicht und an die Augen – schließlich wissen sie noch nicht, dass sie sich damit Krankheitserreger in die Augen reiben. Nicht selten ist eine Bindehautentzündung die Folge. Um die Entzündung zu stoppen, ist ein Gang zum Kinder- oder Augenarzt unbedingt erforderlich.

Was sind typische Symptome einer Entzündung im Auge?

Augenentzündungen werden oftmals als äußert schmerzhaft und behindernd empfunden. Entzündete Augen machen sich durch folgende Beschwerden bemerkbar:

Am häufigsten sind folgende Bereiche des Auges von einer Entzündung betroffen:

  • Bindehautentzündung: Sie äußert sich durch juckende, brennende, rote und tränende Augen. Betroffene haben häufig das Gefühl, als hätten sie ein „Sandkorn im Auge“.
  • Hornhautentzündung: Sie wird auch als Keratitis bezeichnet. Die Symptome ähneln denen einer Bindehautentzündung, denn bei einer Hornhautentzündung ist fast immer auch die Bindehaut betroffen. Allerdings ist eine Hornhautentzündung wesentlich schwerwiegender.
  • Regenbogenhautentzündung: Eine Entzündung der Regenbogenhaut (Iris) äußert sich durch Augenschmerzen, Lichtscheu und eine Beeinträchtigung der Sehfähigkeit.
  • Augenlidentzündung: Augenentzündungen der Lider gehen mit Schwellungen, Verkrustungen des Lidrandes und Gerstenkörnern einher.
  • Entzündungen des Tränensacks und der Tränenwege: Im Bereich des Tränensacks und des inneren Lidwinkels kommt es zu Schmerzen, Rötungen und Schwellungen.
  • Entzündung in der mittleren Augenhaut (Uveitis): Die mittlere Augenhaut ist betroffen, welche aus der Aderhaut, dem Strahlenkörper und der Regenbogenhaut besteht. Je nachdem, welcher Teil betroffen ist, fallen die Symptome unterschiedlich aus. Ist die Iris entzündet, ähneln die Beschwerden denen einer Bindehautentzündung. Ist jedoch die Aderhaut betroffen, kommt es zu einer Verminderung der Sehschärfe. Besonders Herpes- und Röteln-Viren sind Auslöser für eine Uveitis.

Leiden Sie unter einem oder mehreren der genannten Symptome, suchen Sie bitte einen Augenarzt auf. Ein Spezialist erkennt die Art der Augenentzündung oft schon durch die bloße Betrachtung des erkrankten Auges.

Wie erfolgt die Diagnose bei entzündeten Augen?

Wenn Sie eine Entzündung am oder im Auge haben, ist diese meist schon mit dem bloßen Auge zu erkennen. Trotzdem wird der Augenarzt sich zunächst durch eine Anamnese ein genaueres Bild machen: Dazu stellt der Mediziner Ihnen verschiedene Fragen – zum Beispiel, ob Augenkrankheiten bei Ihnen bekannt sind, ob Sie unter Allergien leiden, Kontaktlinsen tragen oder ob Sie gerade erst einen grippalen Infekt hatten. All diese Erkenntnisse helfen dabei, eine genaue Diagnose zu stellen.

Im Anschluss werden Ihre Augen genauer betrachtet: Dabei konzentriert sich der Augenarzt besonders auf den Raum zwischen den Augenlidern und dem Augapfel. Zudem wird geprüft, ob Schwellungen oder eine Druckempfindlichkeit vorliegen. Auch die Haut des Gesichts kann Aufschluss geben – zum Beispiel, wenn die Ursache Herpes-Viren sind. In manchen Fällen wird sogar Ihre Sehstärke bestimmt, um auszuschließen, dass Ihre Symptome durch eine Fehlsichtigkeit oder eine falsch angepasste Sehhilfe ausgelöst werden.

Zu guter Letzt kommt die Spaltlampe zum Einsatz: Damit kann der Spezialist sich Ihre Augen vergrößert ansehen – so kann er die einzelnen Augenstrukturen besser erkennen und ausmachen, wo genau die Augenentzündung sitzt. Insbesondere die Bindehaut, die Hornhaut sowie die Augenlider werden genau beleuchtet. Auf Basis dieser Informationen stellt der Augenarzt dann eine genaue Diagnose.

Was sind Ursachen einer Augenentzündung?

Eine Entzündung im Auge wird in den meisten Fällen durch physische Reize, Umwelteinflüsse, Verletzungen, benachbarte Krankheitsprozesse oder bestimmte Krankheiten ausgelöst. Physische Reize sind zum Beispiel Staub, Rauch, Chlorwasser oder das Eindringen von Viren und Bakterien. Zu den Krankheiten, die eine Augenentzündung verursachen können, gehören unter anderem Masern, Röteln, Rheuma und Borreliose. Auch beim Grünen Star (Glaukom) kann als Begleitsymptom eine Entzündung auftreten. Vor allem Kontaktlinsenträger sind gefährdet, da das Linsenmaterial die Augen permanent reizt. Außerdem ist die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass beim Einsetzen der Linsen Krankheitserreger ins Auge gelangen.

Augeninfektionen und Fremdkörper betreffen hauptsächlich die Teile des Auges, die direkt mit der Umwelt in Kontakt kommen: die Lider und die Bindehaut. Besonders schwerwiegende Infektionen können jedoch auch auf tiefere Strukturen des Auges wie die Iris oder die Aderhaut übergehen.

Wie werden Augenentzündungen behandelt?

Bei einer Augenentzündung sollten Sie immer einen Augenarzt aufsuchen. Hat zum Beispiel ein Fremdkörper die Entzündung ausgelöst, muss er vom Arzt entfernt werden. Die Behandlung von Augenentzündungen muss stets den Ursachen gemäß erfolgen – hier finden Sie einen Überblick:

Besteht eine Bindehautentzündung, so ist zunächst wichtig zu klären, ob diese durch Bakterien oder durch Allergene ausgelöst wurde. Sind Bakterien die Ursache, erfolgt eine Behandlung mit einem Antibiotikum. Sind Allergene verantwortlich, so wird Ihr Arzt Ihnen nahelegen, diese zu meiden – auch eine Hyposensibilisierung ist eine Option. Eine Bindehautentzündung kann auch durch Viren ausgelöst werden: In diesem Falle sind die Behandlungsmöglichkeiten eingeschränkt. Es können jedoch meist Virostatika verabreicht werden.

Ähnlich wird bei einer Hornhautentzündung und Tränensackentzündung vorgegangen: Sind Bakterien die Ursache, werden antibiotisch wirkende Augentropfen verschrieben; bei viralen Augenentzündungen Virostatika. Beruht die Entzündung der Hornhaut dagegen auf trockenen Augen, helfen befeuchtende Augentropfen.

Im Falle einer Uveitis sind gelegentlich weitere Medikamente notwendig, um Folgeschäden zu verhindern – zum Beispiel Verklebungen der Iris und der Augenlinse. Diese Medikamente werden in Form von Augentropfen verabreicht, welche die Pupillen erweitern. Zudem kommen häufig entzündungshemmende Salben mit Kortison zum Einsatz.

Bei Entzündungen der Augenlider ist es zunächst entscheidend, dass Sie auf Reize wie Kosmetika oder Kontaktlinsen verzichten. Auch die Hygiene spielt dann eine wichtige Rolle: Nutzen Sie feuchte Kompressen, damit die Verstopfungen der Drüsen sich auflösen. Auch eine Massage des Augenlides hat sich als wirkungsvoll erwiesen. Scheitern diese Versuche, bedarf es einer Behandlung mit Antibiotika oder Virostatika.

Augensalben oder -tropfen lassen die Symptome normalerweise schnell abklingen. Die Medikamente enthalten Wirkstoffe wie Phenylephrinhydrochlorid, die abschwellend und entzündungshemmend wirken.

Sind entzündete Augen Symptom einer Krankheit, muss diese Erkrankung behandelt werden. Halten Sie bezüglich der Behandlung bitte Rücksprache mit Ihrem Augenarzt oder Allgemeinmediziner und greifen Sie nicht zur Selbstmedikation.

Entzündeten Augen vorbeugen: Maßnahmen und Hausmittel

Vorbeugen können Sie einer Augeninfektion nicht, doch es gibt zahlreiche Maßnahmen, die das Risiko, an einer solchen zu erkranken, senken. Dazu gehören die folgenden:

  • Stärken Sie Ihr Immunsystem: Ist es geschwächt, können sich Krankheitserreger besser und schneller vermehren.
  • Schützen Sie sich vor negativen äußeren Einflüssen wie Zugluft, Staub und einer direkten Sonneneinstrahlung. Faktoren wie diese reizen das Auge und begünstigen eine Entzündung.
  • Leiden Sie ohnehin schon unter trockenen Augen, ist es ratsam, diese zu befeuchten. Dazu eignen sich zum Beispiel Augentropfen hervorragend. Besonders Kontaktlinsenträger profitieren von den Tropfen.
  • Eine Augeninfektion, die durch Viren ausgelöst wurde, ist hochgradig ansteckend. Um die Ansteckungsgefahr zu vermindern, sollten Sie sich oft und gründlich die Hände waschen.

Bei manchen Menschen verbreitet sich eine Augenentzündung schneller als bei anderen: Sind Ihre Symptome noch im Anfangsstadium, können Hausmittel durchaus wirkungsvoll sein. Ein bewährtes Hausmittel gegen Augenentzündungen sind Kompressen, die Sie mit kaltem Kamille- oder Aloe-Vera-Sud befeuchten. Legen Sie die kalten Kompressen auf die geschlossenen Augenlider – bei Entzündungen ist Kälte wohltuend. Stellen Sie vor der Verwendung von Kamille sicher, dass Sie darauf nicht allergisch reagieren.

Entzündung im Auge – Die wichtigsten Informationen auf einen Blick

  • Eine Augenentzündung beruht meist auf einer Augenkrankheit oder einer funktionellen Störung des Auges. Oft sind entzündete Augen eine Reaktion des Immunsystems auf Krankheitserreger, Allergene oder störende Umwelteinflüsse, am häufigsten ist die Bindehaut betroffen.
  • Zu den Symptomen gehören tränende, brennende, rote und geschwollene Augen, verschleiertes Sehen, Sekretabsonderung und Lichtempfindlichkeit.
  • Zu den Ursachen gehören physische Reize, Umwelteinflüsse, Fremdkörper im Auge, Verletzungen, Augenerkrankungen wie Grüner Star sowie Rheuma und manche Infektionskrankheiten.
  • Entzündung des Auges lassen sich mit Antibiotika, Augensalben und -tropfen sowie kalten Kompressen therapieren, Fremdkörper müssen entfernt werden.
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