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Augeninnendruck messen: Eine wichtige Vorsorge

Allein in Deutschland leiden rund 900.000 Menschen an Grünem Star – auszugehen ist von einer weitaus höheren Dunkelziffer. Mittels der Augeninnendruckmessung kann die Krankheit früh erkannt und entsprechend behandelt werden. Die Augendruckmessung ist für die Augenheilkunde folglich von großer Bedeutung. Hier erfahren Sie mehr.

Inhaltsverzeichnis

Welche Bedeutung hat der Augeninnendruck?

Ein hoher Augeninnendruck sowie ein fortgeschrittenes Alter gelten als Hauptrisikofaktoren für Grünen Star (Glaukom). Die Messung erfolgt in der Einheit mmHg (Millimeter-Quecksilbersäule) – übersteigt der Augendruck einen Wert von 21 mmHg, gilt er als zu hoch.

Untersuchungen belegen, dass sich das Glaukom-Risiko mit jedem Druckanstieg deutlich erhöht – pro 1 mmHg um 12 Prozent. Ebenso schädlich ist ein zu stark schwankender Augeninnendruck. Leichte Schwankungen sind normal und nicht bedenklich – werden sie allerdings extrem, können Schäden am Auge entstehen. Der Augeninnendruck gibt also Aufschluss über eine mögliche Glaukom-Disposition – der gemessene Wert ist der wichtigste bei der Früherkennungsuntersuchung.

Auch wenn schon ein Grüner Star besteht, ist das Augendruck-Messen – in der Medizin auch als Tonometrie bezeichnet – weiterhin von Bedeutung: Der Wert dient als Kontrollwert für den Verlauf der Behandlung; er gibt zudem Aufschluss darüber, wie sich die Krankheit weiter entwickeln könnte, erlaubt also Prognosen.

Zu beachten ist jedoch stets, dass der messbare Augeninnendruck eine individuelle und somit relative Größe ist – aus diesem Grund sind einzelne Messwerte wenig aussagekräftig. Jeder Mensch hat eine anders ausgeprägte Drucktoleranz des Sehnervs – während manche gut mit einem hohen Augeninnendruck leben können, hinterlässt dieser bei anderen womöglich Folgeschäden. Daher wird eine Augeninnendruckmessung zusammen mit anderen augenärztlichen Untersuchungen vorgenommen. Vor allem der Augenhintergrund wird genauer erforscht.

So erfolgt die Augendruckmessung

Es gibt verschiedene Methoden, um den Augeninnendruck zu messen. Dabei werden Untersuchungen mit und ohne Berührung der Hornhaut unterschieden.

Die traditionelle Variante ist die Methode nach Goldmann, auch Applanationstonometrie nach Goldmann genannt. In Deutschland ist diese am weitesten verbreitet. Während des Messvorgangs wird die Oberfläche der Hornhaut mithilfe eines Messkörpers „abgeplattet“, sodass Druck auf den Augapfel ausgeübt wird. Der Augendruck wirkt nun als Gegendruck und verdrängt den Messkörper, auch Tonometer genannt.

Inzwischen gibt es moderne Verfahren, die keine Berührung mehr erfordern: Bei der Non-Contact-Tono-Pachymetrie wird der Augeninnendruck beispielsweise mithilfe eines Luftstoßes gemessen.

In manchen Situationen muss sich der Augenarzt schnell einen Überblick verschaffen – so zum Beispiel bei einem akuten Glaukom-Anfall. Vielleicht ist eine Messung mit Geräten auch nicht möglich, weil der Patient beispielsweise unter einem Hornhautgeschwür leidet. Ist es notwendig, kann der Spezialist die Augendruckmessung auch mit den Fingern vornehmen – natürlich nicht so genau, wie bei den oben genannten Methoden. Die händische Messung wird auch Palpation genannt.

Worauf ist bei Augeninnendruckmessungen zu achten?

Wichtig zu wissen ist, dass der Augeninnendruck Schwankungen unterliegt – er ist demnach keine konstante Größe. Daher bedarf es mehrerer Messungen, am besten auch zu verschiedenen Tageszeiten. Eine einzige Augendruckmessung ist keine Früherkennungsuntersuchung: Ist Ihr Augeninnendruck also nach der ersten Messung zu hoch, heißt das nicht automatisch, dass Sie an einem Glaukom erkranken werden. In jedem Fall müssen weitere Messungen vorgenommen werden. Hinzu kommen Untersuchungen des Sehnervs und des Gesichtsfeldes.

Die Dicke der Hornhaut spielt bei der Tonometrie eine wichtige Rolle: Ist die Hornhaut eines Patienten sehr dünn, kann daraus ein zu niedriger Wert resultieren; ist die Hornhaut zu dick, ein höherer Wert. So kommt es schnell dazu, dass verfälschte Messwerte entstehen. Eine Messung der Hornhautdicke ist folglich in jedem Fall sinnvoll – denn so kann ein Korrekturfaktor miteingerechnet werden, der die Werte aussagekräftig macht.

Augendruck messen: Das sind die Risiken

Eine Tonometrie gibt zwar Aufschluss über die mögliche Entwicklung eines Glaukoms, ist jedoch auch mit Risiken und Nebenwirkungen verbunden: Manche Messmethoden erfordern direkten Kontakt mit der Hornhaut – diese kann verletzt oder infiziert werden. Im Normalfall passiert dies jedoch nicht, da die Ärzte erfahren sind und die Instrumente gut desinfiziert werden.

Vor der Augeninnendruckmessung bekommen Sie Tropfen, die die Augen unempfindlicher machen, um die Messung so angenehm wie möglich zu gestalten. Nur in seltenen Fällen reagieren Patienten allergisch auf diese Tropfen. Außerdem kann es zu einem Augenbrennen kommen – dies ist zwar unangenehm, hält aber in der Regel nur kurze Zeit an.

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