Was umfasst die Augenheilkunde (Ophthalmologie)?

Ophthalmologie ist die fachsprachliche Bezeichnung für die Lehre von den Augenkrankheiten. Sie umfasst die Prävention, Diagnose und medizinische Behandlung von Erkrankungen rund um das Sehorgan. Was die Augenheilkunde möglich macht und womit sich Ophthalmologen konkret beschäftigen, lesen Sie hier.

Ophthalmologie: Eine Definition

Der medizinische Fachbegriff „Ophthalmologie“ leitet sich aus dem Griechischen ab. Er setzt sich zusammen aus „Ophthalmos“ (Auge) und „logos“ (Wort) und bedeutet so viel wie „das Wort, die Rede vom Auge“. Die Anfänge von der Lehre vom Auge, die den meisten besser als Augenheilkunde bekannt ist, lassen sich bis zu den Babyloniern zurückverfolgen. Damit gehört sie zu den am längsten bestehenden medizinischen Teildisziplinen. Die Ophthalmologie befasst sich sowohl mit Störungen in der visuellen Wahrnehmung als auch mit Erkrankungen und Verletzungen des Auges als Organ – vom Augenlid über die Augenhöhle bis an die Schädelrückseite, wo die Sehrinde (Visueller Cortex) sitzt und bis wohin die Sehbahn (Tractus Opticus) reicht.

Zu den Aufgaben des Ophthalmologen beziehungsweise Augenarzts gehört neben Beratung und Vorsorgeuntersuchungen (Sehschule, Grüner Star) vor allem die Behandlung von Sehstörungen und Augenerkrankungen. Mögliche Heil- und Hilfsmittel sind dabei Medikamente wie Augentropfen oder Augensalbe, Augenpflaster (Okklusionstherapie) oder die Verschreibung von Sehhilfen wie einer Brille oder Kontaktlinsen.

Grundsätzlich ist die Ophthalmologie jedoch eine chirurgische Teildisziplin. Der am häufigsten durchgeführte Eingriff in der Augenheilkunde ist die Kataraktoperation, die Behandlung des Grauen Stars, einer typischen Alterserscheinung der Augen. Gefolgt von der operativen Behebung von Sehfehlern (refraktive Chirurgie), die heute häufig mittels Laser erfolgt, weiterer Laserbehandlungen sowie Operationen zum Beispiel bei Grünem Star, Netzhautablösungen oder kosmetischen Operationen am Lid.

Da Probleme mit den Augen häufig mit anderen Erkrankungen zusammenhängen, ist die Ophthalmologie mit der Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, der Inneren Medizin sowie der Neurologie verknüpft. Augenärzte stellen ihre Befunde oft zur Diagnosefindung in diesen Bereichen zur Verfügung. Dementsprechend ist jeder Augenarzt auch hinsichtlich der Allgemeinerkrankungen mit Augenbeteiligung geschult.

Arbeitsgebiete der Augenheilkunde

Angehende Fachärzte für Ophthalmologie lernen im Laufe ihrer fünfjährigen Ausbildung alles über die Anatomie und Gewebelehre des Auges und der Sehbahn. Darüber hinaus müssen sie sich mit den Untersuchungsmethoden und therapeutischen Maßnahmen auseinandersetzen. Die typischen Erkrankungen, mit denen sich die Augenheilkunde befasst, sind:

  • Fehlsichtigkeit: Dazu gehören typische Beschwerden wie Kurzsichtigkeit (Myopie), Alterssichtigkeit (Presbyopie) und Weitsichtigkeit (Hyperopie) sowie die Auseinandersetzung mit Brille, Kontaktlinsen und refraktiver Chirurgie, der operativen Wiederherstellung der Sehkraft.
  • Erkrankungen von Augenhöhle (Orbita) und Tränendrüse: Zum Beispiel Verletzungen, Infektionen, endokrine Orbitopathie (eine Autoimmunerkrankung, die häufig mit der Überproduktion von Schilddrüsenhormonen zusammenhängt) oder Tränenwegstenose bei Neugeborenen und Erwachsenen, eine Erkrankung, die mit einem verstopften Tränenkanal und tränenden Augen einhergeht.
  • Erkrankungen des Lides: Bei den Erkrankungen der Augenlider wird in der Ophthalmologie zwischen kosmetischen und medizinischen Problemen unterschieden. Zu ersteren gehören Fehlstellungen des Augenlides (Entropium, Ektropium), zu zweiten dessen entzündliche Veränderungen (Gerstenkorn, Hagelkorn) oder Tumore.
  • Erkrankungen der Bindehaut: Die Bindehaut sorgt für ein geschmeidiges Gleiten der Augenlider und unterstützt die Immunabwehr des Auges. Ist die Bindehaut gereizt, zeigt sich das oftmals durch rote Augen. In der Augenheilkunde spricht man dann von einer Bindehautentzündung, der häufigsten Erkrankung der Bindehaut.
  • Erkrankungen der Netzhaut (Retina): Zu den zahlreichen Netzhauterkrankungen gehören in der Ophthalmologie Entzündungen, Durchblutungsstörungen, Vergiftungsschäden sowie erbliche und altersbedingte Netzhauterkrankungen. Die verheerendste und gefährlichste Folge einer solchen Erkrankung ist die Netzhautablösung, die zum Erblinden führen kann.
  • Erkrankungen der Hornhaut (Cornea): Hornhauterkrankungen und Verletzungen schränken das Sehvermögen enorm ein. Zur Wiederherstellung der Sehkraft setzt die Augenheilkunde auf Hornhautverpflanzungen (Keratoplastik), für die es in Deutschland lange Wartelisten gibt.
  • Grüner Star (Glaukom): Grüner Star ist die zweithäufigste Ursache für Erblindungen in Deutschland, deshalb wird empfohlen, sich ab dem 40. Lebensjahr alle zwei Jahre einer Untersuchung beim Augenarzt zu unterziehen. Glaukom ist ein Sammelbegriff für Augenerkrankungen mit Sehnervenschaden, die auf einen zu hohen Druck im Auge zurückzuführen sind.
  • Schielen (Strabismus): Wenn einzelne Augenmuskeln oder die Steuerung des Blicks im Gehirn versagen, sehen die Augen nicht mehr in die gleiche Richtung. Man spricht vom Schielen. Angesichts der vielen Ursachen und Behandlungsmöglichkeiten ist in der Augenheilkunde eine Spezialdisziplin entstanden, die Strabologie.

Im Auge arbeiten viele Bestandteile und Faktoren zusammen, damit der Sehsinn einwandfrei funktionieren kann. Dementsprechend lässt sich die Liste der möglichen Erkrankungen und Fehlfunktionen, die in der Ophthalmologie behandelt werden, noch weiter fortsetzen: Erkrankungen der Aderhaut, der Linse und des Glaskörpers, generelle Sehbehinderungen, Augenmuskellähmungen sowie Erkrankungen im Verlauf der Sehnerven und der Sehbahn, die zum Spezialgebiet der Neuroophthalmologie gehören. Darüber hinaus existiert in der Augenheilkunde noch der Zweig der Kinderophtahalmologie, der sich mit kindertypischen Augenerkrankungen beschäftigt.

Wichtige Untersuchungsverfahren in der Ophthalmologie

Angesichts der vielen möglichen Augenerkrankungen existieren in der Ophthalmologie viele Untersuchungsverfahren, die je nach Beschwerde zum Einsatz kommen. Zu den bekanntesten gehören die Visusprüfung, d. h. die Ermittlung der Sehschärfe mittels Sehtest, sowie die mikroskopische Untersuchung des Auges mit der Spaltlampe, dem wohl wichtigsten Instrument von Augenärzten. Darüber hinaus sind in der Augenheilkunde unter anderem die Tonometrie (Messung des Augeninnenrucks), die Perimetrie (Vermessung des Gesichtsfeldes), die Ophthalmoskopie (Netzhautspiegelung) und die Keratometrie (Vermessung der Hornhaut) wichtige Untersuchungsverfahren, um Augenerkrankungen zu erkennen und erfolgreich zu behandeln.

Die Augenheilkunde (Ophthalmologie) auf einen Blick

  • Die Ophthalmologie ist die Lehre vom Auge und befasst sich mit Prävention, Diagnose und Behandlung von Augenerkrankungen.
  • Es gibt vielfältige Augenerkrankungen, für die in der Augenheilkunde entsprechende Spezialdisziplinen entstanden sind.
  • Zahlreiche Untersuchungsverfahren und Therapiemethoden machen heute eine präzise Diagnose und Behandlung von Augenbeschwerden möglich.

Quellen

Augenheilkunde MedUni Graz

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