Die Brillenkamera: Spaßgerät oder sinnvolles Werkzeug?

Brillenkameras, auch Spy-Brillen oder Kamerabrillen genannt, ermöglichen Filmaufnahmen aus der subjektiven Perspektive. Anders als Actioncams oder Sonnenbrillen mit integrierter Kamera sind Brillenkameras für den professionellen Einsatz konzipiert. Im Vordergrund steht tatsächlich die möglichst gut getarnte Kameralinse, um unauffällig bestimmte Vorfälle und Ereignisse zu dokumentieren. Dieser Aspekt ruft daher auch kritische Stimmen auf den Plan. Denn eine missbräuchliche Verwendung ist bei dieser Art von Miniaturkameras nicht auszuschließen.

Wofür werden Brillenkameras gebraucht?

Die Idee der Tarnkamera ist bei Weitem nicht neu. Minikameras werden schon seit Jahrzehnten zur Tarnung gerne in Gegenständen verbaut und gehören zur Standardrequisite von Detektiven, Journalisten oder Sicherheitsdiensten. Für solche Einsatzbereiche sind auch Brillenkameras vorgesehen. Die Besonderheit dieser Brille, dass sie Filmaufnahmen aus der subjektiven Perspektive erlaubt, macht sie auch als Lifestyle-Accessoire interessant. Prinzipiell leistet eine Brillenkamera das Gleiche wie zum Beispiel eine Actioncam, die auf einen Ski- oder Fahrradhelm befestigt wird und spektakuläre Sportaufnahmen aus der Ich-Perspektive liefert.

Welche Vorteile bieten Brillenkameras in der Handhabung?

Als Videoaufzeichnungsgerät für den professionellen Einsatz liegt der erste Vorteil darin, dass die Kamera freihändig funktioniert. So hat der Nutzer einer Brillenkamera in jeder Situation vollkommene Bewegungsfreiheit. Zum Beispiel kann ein Autofahrer, bei laufender Kamera, weiterhin uneingeschränkt das Lenkrad bedienen. Da die Linse der Brillenkamera konsequent der eigenen Blickrichtung folgt, lassen sich auch bestimmte handwerkliche Tätigkeiten auf diese Weise als Video einfangen, das anderen dann als Gebrauchsanleitung zur Verfügung steht. Zweifellos steckt in den Brillenkameras ein hohes Nutzenpotenzial, zumal sie mittlerweile auch ein erstaunliches Qualitätsniveau erreicht haben.

Wie leistungsfähig sind Brillenkameras?

Die technologisch ausgereiftesten Modelle verfügen bereits über eine Full-HD-Videoauflösung von 1920 × 1080 Pixeln. Auch die integrierte Speicherkapazität kann sich sehen lassen. Je nachdem, in welchem Format die Kamera aufzeichnet, können Filme von einstündiger Länge und mehr auf einer MicroSD-Karte abgespeichert werden. Ebenso beeindruckend sind die entsprechenden Akkuleistungen, mit denen sogar die preiswerteren Brillenkameras aufwarten. Zur Ausstattung gehört bei einigen Modellen außerdem ein leistungsfähiges Mikrofon.

Wie sind die Funktionen der Kamera in der Brille untergebracht?

Viele Möglichkeiten, Mikroelektronik in einer Brille unterzubringen, gibt es in der Tat nicht. Die Kameralinse befindet sich in der Regel zwischen den Brillengläsern auf dem Nasenflügel. Einige Anbieter verstecken die Linse komplett hinter einer transparenten Kunststoffschicht, sodass sie für Außenstehende unsichtbar ist. Bei anderen Modellen ist die Linse sichtbar, was den erklärten Gegnern von Spy-Brillen sympathischer ist. So ist es deutlich schwieriger, unbemerkt andere Personen ohne deren Einverständnis zu filmen. Akku und Mikrochip sind in einem der beiden Brillenbügel untergebracht. Oder es werden beide Bügel für die Unterbringung der technischen Funktionen genutzt. Wenn es etwas zu bemängeln gibt, dann sind es folgende Aspekte:

  • Die doch kräftig dimensionierten Brillenbügel sind noch nicht wirklich unauffällig.
  • Die Aufnahmen sind im besten und auch nicht ganz so guten Sinne authentisch. Denn es fehlen technische Funktionen wie Bildstabilisierung und Autofokus
  • Brillenkameras nehmen noch keine Rücksicht auf individuelle Passformen.

Was leisten Kamerabrillen als Spaßgerät in der Freizeit?

Von der praktischen Handhabung einer Kamerabrille profitieren vor allem Freizeitsportler, die ihre rasanten Fahrten oder waghalsigen Manöver gerne als Film dokumentieren. Zwar liefern Kamerabrillen längst nicht die gestochen scharfen und farbbrillanten Ergebnisse einer gut ausgestatteten Actioncam. Aber wenn besonders hohe Qualitätsansprüche keine Rolle spielen, kann eine Kamerabrille durchaus Spaß bereiten und hat zudem den Vorteil, dass sie sehr komfortabel zu tragen sind. Außerdem sind sie leicht zu bedienen. Der Ein- und Ausschaltknopf für die Videoaufnahmen befindet sich bei den meisten Modellen auf der Innenseite des Brillenbügels.

Welche Alternativen gibt es zu einer Brillenkamera?

Wenn unter einer Brillenkamera eine professionelle Tarnkamera verstanden wird, aber das heimliche bzw. unauffällige Filmen nicht im Vordergrund steht, erfüllen Sonnenbrillen mit Kamerafunktion den Zweck als komfortable Actioncam ebenso gut, wenn nicht sogar besser. Die Hersteller von Kamerabrillen oder Videobrillen müssen die technologischen Funktionen zwar ebenfalls auf engstem Raum unterbringen. Allerdings gewähren sie der Technik durchaus etwas mehr Luft zum Atmen. Qualitativ hochwertige Exemplare sind robust konstruiert, was beim sportlichen Einsatz ein wichtiges Kriterium ist. Zudem sollten Videobrillen mit getönten Gläsern die Aufgabe des ausreichenden UV-Schutzes bei Sonneneinstrahlung erfüllen. Besonders preiswerte Kamerabrillen mit getönten Brillengläsern sollten hinsichtlich ihrer Leistung als wirksame Sonnenbrille kritisch überprüft werden. Gerade bei Funktionsbrillen, zu denen Kamerabrillen zählen, kann ein besonderer Schnäppchenpreis auch ein Hinweis darauf sein, dass wichtige Qualitätskriterien eventuell nicht erfüllt werden.

Fazit: Es gibt sympathische Alternativen zu Brillen mit getarnter Aufnahmefunktion

  • Als Brillenkameras werden derzeit vor allem solche Modelle gehandelt, die wie eine Lesebrille mit Klarsichtgläsern gestaltet sind. Dann erfüllen sie am ehesten das Kriterium einer getarnten Kamera.
  • Brillenkameras mit getarntem Objektiv sind in erster Linie für den professionellen Einsatz konzipiert, sollten also Detektiven, Sicherheitsdiensten und ermittelnden Beamten vorbehalten bleiben.
  • Demgegenüber sind Sonnenbrillen mit integrierter Kamerafunktion als Spaßgerät eine gute Alternative, wenn Anwendungen in Sport und Freizeit im Vordergrund stehen – und müssen dann die Funktion auch nicht tarnen.

Quellen:
https://www.ueberwachungstechnik.eu/grosser-vergleichstest-von-spycams-und-minikameras/

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