Die Gaming-Brille: Schutz für Augen und Netzhaut

Nicht nur unter Computerspielern ist die Gaming-Brille gefragt: Auch wenn es der Name nahelegt, ist damit nicht zwingend die Virtual-Reality-Brille gemeint, mit der man künstlich erzeugte Spielewelten wahrnehmen kann, sondern ein Augenschutz für alle, die lange am Bildschirm arbeiten.

Was ist eine Gaming-Brille?

Die meisten Menschen besitzen heute Smartphone, Netbook, Tablet, Fernseher und/oder Computer. Ob beruflich oder privat – wir verbringen inzwischen in der Regel jeden Tag viele Stunden vor einem Bildschirm. Das ist aus verschiedenen Gründen sehr anstrengend für die Augen. Genau hier setzt die Gaming-Brille an: Sie wurde entwickelt, um die möglichen negativen Auswirkungen langer Sitzungen vor dem Bildschirm zu neutralisieren. Allerdings ist das nicht ihre einzige Funktion.

Was macht eine Gaming-Brille?

In erster Linie ist eine Gaming-Brille dazu gedacht, die Augen vor etwaigen schädlichen Folgen langer Computersitzungen zu schützen. Auch nach längerer Bildschirmarbeit sorgt sie dafür, dass die möglichen Störungen und Einschränkungen abgemildert oder sogar neutralisiert werden, die durch den fortgesetzten Blick auf einen Bildschirm entstehen. Im Zusammenhang mit Bildschirmarbeit oder Computerspielen fällt oft der Begriff „Blue Hazard”, was genau genommen soviel wie „blaue Gefahr” bedeutet. Hier setzt die Schutzwirkung von Gamer-Brillen an.

Was ist Blue Hazard?

Die Bildschirme von Computern, Netbooks, Tablets und anderen Bildschirmgeräten strahlen blaues Licht ab. Problematisch kann das vor allem dann werden, wenn das Auge diesem blauen Licht über längere Zeit ausgesetzt ist, etwa nach

  • stundenlanger Textarbeit am Bildschirm,
  • dem Lesen langer Texte am Bildschirm,
  • dem Chatten mit Freunden mit dem Tablet oder dem Smartphone,
  • langem Fernsehen oder
  • stundenlangem Computerspielen.

Obwohl das blaue Licht zum natürlichen Spektrum gehört und durchaus auch seine Funktion hat, so kann es dennoch dem Auge schaden, wenn dieses ihm zu lange ausgesetzt wird.

Wie funktioniert eine Gaming-Brille?

In Räumen, in denen man konzentriert arbeiten möchte – wie etwa im Büro, der Werkstatt oder in der Küche – verwendet man in der Regel ein kühles Licht mit hohen Blauanteilen. In Räumen, die eher der Erholung dienen, wie zum Beispiel dem Wohnzimmer oder dem Schlafzimmer, kommt vor allem das warme gelbe Farbspektrum zum Einsatz. Das liegt daran, dass das kältere Licht wach hält, da es die Produktion des Schlafhormons Melatonin hemmt und unter anderem deshalb für eine bessere Konzentration sorgt. Das wärmere Licht hilft dagegen bei der Entspannung und schafft eine behagliche Atmosphäre. Diesen Effekt macht sich in gewisser Weise die Gaming-Brille zunutze. Durch ihre gelbe Beschichtung neutralisiert sie das blaue Licht – und das bei guten Brillen bis zu 65 Prozent und mehr. Dadurch können sich die Augen entspannen, und konzentriertes Arbeiten oder Computerspielen ohne die möglichen negative Folgen ist viel länger möglich. Auch störende Glanzeffekte oder Spiegelungen, die das Auge reizen können, werden durch die spezielle Beschichtung spürbar reduziert.

Sie bietet noch weitere Vorteile. So hilft sie beispielsweise dem Auge dabei, Kontraste und Details besser wahrzunehmen. Dadurch wird das auf dem Bildschirm Dargestellte subjektiv vom Auge in einer besseren Auflösung gesehen. Aber die Gaming-Brille wirkt nicht nur durch die Tönung, sondern auch durch die Form der Gläser. Die leicht gebogene Form schützt das Auge vor Umwelteinflüssen wie zum Beispiel Zugluft. Da die Gläser zudem relativ nahe am Auge liegen, helfen sie dabei, die natürliche Feuchtigkeit des Auges länger zu bewahren und ein Austrocknen zu vermeiden.

Was bringt eine Gaming-Brille?

Gaming-Brillen wurden zu Anfang als reine Spielerei angesehen. Inzwischen haben viele Menschen jedoch erkannt, dass sie zahlreiche Vorteile und positive Effekte bieten. Anfänglich nutzten vor allem ambitionierte Hobby-Computerspieler und professionelle Spieler Gaming-Brillen. Mittlerweile haben auch viele andere Computernutzer erkannt, dass eine Gaming-Brille ihren Alltag sehr erleichtern kann. Doch nicht nur die kurzfristigen Erleichterungen sind ein wichtiges Argument für diese Brillen. So legen etwa die Ergebnisse mehrerer Studien nahe, dass das blaue Licht der Bildschirme auf längere Sicht sogar zu einer Makuladegeneration führen kann. Die Makula ist der Teil der Netzhaut, der uns ermöglicht, scharf zu sehen. Eine Degeneration dieses Areals hätte also schwerwiegende Folgen. Daneben können negative Effekte, die nicht ganz so schwerwiegend sind, im Alltag dennoch sehr störend sein. Auch hier schätzen immer mehr Nutzer die Wirkung der Gaming-Brillen etwa gegen

  • müde Augen,
  • trockene Augen,
  • schlechte Kontrastwahrnehmung,
  • Schlafstörungen oder
  • Kopfschmerzen.

Welche Unterschiede gibt es bei Gaming-Brillen?

Zunächst wäre da die Verarbeitung zu nennen. Zwar sind besser verarbeitete Brillen oft etwas teurer, doch dieser Unterschied rentiert sich rasch. So sind qualitativ hochwertige Brillen zumeist robuster und halten deshalb deutlich länger. Vor dem Kauf sollte man auch darauf achten, dass die Gläser vergütet sind. Zumeist werden Gaming-Brillen in den Stärken +0,0 Dioptrien und +0,2 Dioptrien angeboten. Die Variante mit +0,2 Dioptrien besitzt eine leichte Vergrößerungswirkung, was viele Nutzer als angenehm empfinden (Augenentlastung).

Wer im Beruf oder beim Spielen oft ein Headset trägt, sollte eine Gaming-Brille wählen, die mit Headsets kompatibel ist. Beim Gewicht der Brillen gibt es ebenfalls Unterschiede. Sehr leichte Modelle sind bei längerer Tragedauer entschieden komfortabler. Nicht zuletzt sollte man auf eine möglichst hohe Farbtreue der Gläser achten. Bei manchen Modellen zeigt sich ein intensiver Gelbstich, den viele Nutzer als störend empfinden. Auch filtern nicht alle Gaming-Brillen das blaue Licht gleich gut heraus. Hier empfiehlt es sich, ein Modell mit einem möglichst hohen Neutralisations-Faktor zu wählen.

Für wen ist eine Gaming-Brille interessant?

Eine Gaming-Brille ist tendenziell für all diejenigen eine gute Alternative, die:

  • gerne lange an ihrem Computer oder ihrer Spielekonsole spielen.
  • beruflich viel Zeit am Computer verbringen.
  • empfindliche Augen besitzen.
  • aufgrund des blauen Lichts unter Schlafmangel leiden.
  • sich um Langzeitfolgen wie beispielsweise Makuladegeneration sorgen.

Wie können Brillenträger eine Gaming-Brille nutzen?

Zu Anfang war es für Brillenträger nicht leicht, Gaming-Brillen zu benutzen. Heute gibt es glücklicherweise auch für sie gute Alternativen. So bietet etwa der Hersteller Gunnar Gaming-Brillen mit Gläsern in individuellen Sehstärken an. Die Marke Gunnar gehört unter den Herstellern von Gaming-Brillen zu den Marktführern. Diese Möglichkeit ist etwas kostenintensiver in der Anschaffung. Dafür kann die Brille allerdings wie eine normale Brille und ohne Einschränkungen getragen werden. Gerade für Brillenträger, die auch beruflich viel Bildschirmarbeit leisten müssen, ist sie eine lohnende Investition. Günstiger ist ein Gaming-Brillen-Aufsatz, der sich wie eine Aufsteck-Sonnenbrille einfach an die eigene Brille clippen lässt. Als dritte Variante bieten sich Kontaktlinsen an. Diese können unter der Gaming-Brille zumeist problemlos getragen werden. Einzig bei Gaming-Brillen mit einer höheren Dioptrien-Verstärkung ist es ratsam vorher auszuprobieren, ob diese mit den Kontaktlinsen harmonieren.

Die Gaming-Brille im Überblick

  • Gaming-Brillen schützen die Augen vor möglichen kurzfristigen und langfristigen Störungen.
  • Sie neutralisieren das blaue Licht von Monitoren und Displays.
  • Gerade Menschen, die viel am Bildschirm arbeiten, profitieren von einer Gaming-Brille.
  • Auch Brillenträger können Gaming-Brillen nutzen.