HoloLens – die Wirklichkeit durch die Hightech-Brille sehen

Nicht jede Brille dient ausschließlich dazu, die Sehschärfe zu korrigieren oder die Augen zu schützen. Durch eine Brille betrachtet, ändert sich auch die Wahrnehmung unserer Umgebung. Gemeint ist hier allerdings nicht die „rosarote“ Brille: Modernste Computertechnik bietet uns heute die Möglichkeit, in virtuelle Welten einzutauchen und mit ihnen zu interagieren. HoloLens geht nun noch einen Schritt weiter: Das Künstliche vermengt sich mit der Realität und eröffnet ganz neue Möglichkeiten bei der Arbeit und der Freizeitgestaltung.

Was ist HoloLens?

Die Zukunft kann kommen: HoloLens ist eine Innovation aus dem Hause Microsoft, die im Jahr 2015 erstmals der Öffentlichkeit präsentiert und seither kontinuierlich weiterentwickelt wurde. Es ist eine AR-Brille, ein Sichtgerät für „Augmented Reality“, für eine „erweiterte Realität“. Anders als eine VR-Brille („Virtual Reality“) versetzt die Computerbrille ihren Träger nicht passiv in ein künstliches Ambiente, sondern ermöglicht es ihm, über ein sogenanntes Natural User Interface 3D-Projektionen in seiner unmittelbaren Umgebung zu projizieren, der echten Welt also ein virtuelles Element hinzuzufügen und im tatsächlichen Raum zu betrachten – so, als sei es tatsächlich physisch vorhanden.

Wie sieht das HoloLens-Gerät aus?

  • Futuristisch und von edlem Design: Die HoloLens-Brille ist ein stylishes Stück Technik:
  • Das Gehäuse der AR-Brille verfügt über ein gepolstertes Kopfband, das mit einem Drehknopf so angepasst wird, dass es komfortabel auf dem Kopf sitzt.
  • Die eigentlichen halbtransparenten Bildschirme – der Visor – werden vor die Augen geklappt und der Blick direkt darauf gerichtet.
  • Zum Betrieb der Brille ist kein externes Gerät nötig: Die Brille funktioniert autark und kabellos mit eigenen Prozessoren und Grafiksteuerungen. Der User steuert das Gerät durch Gestik, Sprache, Motorik und mit einigen wenigen Knöpfen.
  • Innovativ ist die HPU (Holo Processing Unit), die die Berechnung der Projektionen durchführt.

Welche Technik verbirgt sich hinter HoloLens?

Die Software der Brille ist kompatibel mit allen Windows-Versionen ab Windows 10 und dient als Werkzeug zur Nutzung der Microsoft-Plattform „HoloStudio“. HoloLens ist ein kompaktes Technikwunder: Durch Sensortechnik erfasst das Gerät den Raum um sich herum dreidimensional, kalibriert ihn und bezieht ihn in die Berechnungen ein.

Lautsprechertechnik erlaubt die virtuelle Platzierung von Soundquellen an verschiedenen Stellen des Raums. Die Rechenleistung der HoloLens-Brille übersteigt die eines konventionellen Laptops. Dank integrierter Akkus ist HoloLens kabellos nutzbar. Ein lüfterfreies Kühlsystem sorgt dafür, dass das Gerät nicht überhitzen kann. Dazu ist die AR-Brille klein und leicht dimensioniert.

Wie funktioniert die HoloLens-Brille?

Die Projektionen werden von der Rechnereinheit durch Lichtpunkte dargestellt, die über Prismen und Spiegel ins Sichtfeld des Users, also auf den Visor-Bildschirm, umgelenkt werden. Es handelt sich bei den Projektionen also streng genommen nicht um „echte” Hologramme. Kameras in der Brille analysieren die Blickrichtung des Users und markieren sie in der Projektion mit einem hellen Punkt – so geht niemals die Orientierung verloren.

User sind nicht vollständig von ihrer Umwelt separiert und verlieren sich nicht im virtuellen Raum. Der Clou: Remote-Verbindungen und Austausch der Projektionen mit ortsfernen Partnern sind z. B. via Skype möglich.

Wozu kann man sie einsetzen?

HoloLens wurde zwar bei den Präsentationen durch Microsoft mit dem Spiel Minecraft vorgeführt, tatsächlich liegt ihr eigentliche Anwendungsbereich aber eher bei praktischen Dingen: Die Visualisierung von dreidimensionalen Grafiken im Raum stellt eine enorme Erleichterung für den Arbeitsalltag von Grafikern, Designern, Konstrukteuren und Architekten dar.

Die Einblendung von virtuellen 3D-Objekten in die reale Umwelt erlaubt neue Arbeitsweisen und spart letztendlich auch Geld, da zum Beispiel statt der aufwendigen Erstellung neuer Modelle bei Änderungen der Umgebung eine einfache Anpassung der Visualisierung ausreicht. Auch Supporttechniker können mit HoloLens arbeiten; praktisch beispielsweise bei Fernwartungen, wenn über das HoloLens-Bild Anweisungen an Personal vor Ort übermittelt werden können.

Was müssen Brillenträger beachten?

Für Brillenträger ist sie optimal geeignet und empfehlenswert: Das Gerät ist sowohl mit Brillen als auch Kontaktlinsen kompatibel. Bei der Justierung des Blickfelds wird der Pupillenabstand gemessen, aber eine Sehhilfe beeinträchtigt die Funktion des Gerätes in keiner Weise. Es wird auch keine Brille eigens für die Nutzung benötigt: Jede konventionelle Sehhilfe kann ohne Probleme getragen werden.

Darüber hinaus ist sie, im Gegensatz zu manchen VR-Brillen, auch bequem zu tragen: Bei der Ausstattung des Gerätes wurde größter Wert auf Komfort gelegt. Durch die stirnbandartige Trägerkonstruktion wird das Gewicht ohne Belastung von Ohren und Nase um den Kopf herum verteilt.

Wie teuer ist sie?

Der derzeitige Preis liegt bei 3.000 USD, das sind derzeit etwa 2.550 Euro. Das Gerät ist in der „Entwicklerversion“ im Handel. Im aktuellen Entwicklungsstand ist HoloLens also noch ein recht kostenintensives Gerät; für den Freizeitbereich noch nicht massenkompatibel, als Arbeitsinstrument aber eine interessante Option.

Fazit – HoloLens im Überblick

Es ist ein System, das sich aktuell noch im Entwicklungsstadium befindet und entsprechend hochpreisig vermarktet wird. Es lohnt sich, das Gerät im wahrsten Sinne des Wortes im Auge zu behalten:

  • Enorme Rechenleistung bei ergonomischem Design
  • Hervorragendes Arbeitsmittel in konstruierenden und kreativen Berufen
  • Weltweiter Austausch der Daten und Bilder über das Internet
  • Optimaler Tragekomfort und Kompatibilität auch für User mit Sehhilfen
  • Bequemer als andere VR-Brillen
  • Mittelfristig sicherlich auch Nutzung als Gaming-Zubehör denkbar
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