Unangenehmes Tragegefühl, Druckstellen und permanentes Verrutschen: Eine schwere Brille mindert den Tragekomfort. Beim Kauf einer neuen Brille verdient daher auch der Faktor Brillengewicht Beachtung. Um Ihnen die Wahl der richtigen Brille zu erleichtern, erfahren Sie nachfolgend, welche Eigenschaften das Gewicht reduzieren.

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Warum das Brillengewicht wichtig ist

 

Für den Tragekomfort ist das Brillengewicht von großer Relevanz. Fassungsmodell und Gläserart wirken sich fühlbar auf das Gewicht aus.

Eine schwere Brille macht sich dort bemerkbar, wo ihr Fassungsrand aufsitzt: auf dem Nasenrücken und den Ohrmuscheln. Je mehr sie wiegt, desto stärker ist der Druck, den sie an diesen Stellen ausübt. Ein Druck, der auf Dauer unangenehm sein kann. Im Normalfall gewöhnt man sich bereits nach einer kurzen Eingewöhnungsphase an das neue Tragegefühl. Bei zu schweren Brillen ist das anders: Ihre physische Präsenz lässt sich nicht ausblenden und stellt eine spürbare Belastung dar. Schlimmer noch: Nach einer Weile hinterlässt sie auf dem Nasenrücken und hinter den Ohren Druckstellen. Nach dem Absetzen der Augengläser sieht dies nicht nur unästhetisch aus, sondern verursacht zumeist auch Schmerzen. Bisweilen bilden sich sogar offene Wunden.

Hinzu kommt, dass eine schwere Brille häufig nicht richtig aufsitzt. Aufgrund des größeren Gewichts verrutscht die Brille häufiger. Auch eine individuelle Anpassung der Bügel und der Nasenpads an die Gesichtsanatomie des Brillenträgers beseitigt dieses Problem mitunter nicht. Permanentes Zurechtrücken des Gestells ist auf Dauer lästig. Außerdem verhindert eine rutschende Brille die exakte Zentrierung der Brillengläser. Verschiebt sich der optische Mittelpunkt auch nur um wenige Millimeter, beeinträchtigt dies das Sehvermögen. Die Folge können Probleme bei der Raumwahrnehmung, Kopfschmerzen und Schwindelgefühle sein.

Ob eine Brille zu viel wiegt, ist allerdings in hohem Maße subjektiv, denn jeder empfindet dies anders. Generell gilt: Je mehr Sie beim Gewicht einsparen, desto besser. Achten Sie daher vor dem Kauf auf das Brillengewicht, lassen Sie sich ausführlich von einem Optiker beraten und verschaffen Sie sich durch Probetragen Ihrer Wunschbrille einen ersten Eindruck. So können Sie besser einschätzen, ob Sie später mit dem Brillengewicht zurechtkommen. Doch Gewissheit haben Sie damit noch nicht: Erst nach dem Einschleifen der Gläser in die Fassung hat die Brille ihr endgültiges Gewicht.

Brillengläser aus Kunststoff oder mineralischem Glas?

 

Leicht oder schwer? Die Brillengläser machen den Unterschied. Entscheidend sind Material und Gläserart. Dabei haben Sie die Wahl zwischen mineralischem Glas und organischem Kunststoff. Mineralisches Glas wiegt aufgrund seiner höheren Dichte unter Umständen 50 Prozent mehr als organisches Kunststoffglas.

Wie stark sich das Eigengewicht des Materials auf den Tragekomfort auswirkt, hängt allerdings von weiteren Faktoren ab. Zum einen entscheiden die Dioptrienwerte darüber, wie dick die Gläser werden. Gerade bei starker Kurzsichtigkeit und sehr hohen Werten macht sich dies bemerkbar. Zwar konnte die moderne Brillentechnologie das Gewicht gegenüber früher deutlich reduzieren. Viel hängt jedoch von der Wertigkeit der Gläser ab. Vor allem Standardgläser bringen mehr auf die Waage.

Ein Indiz für gute Qualität ist der Brechungsindex. Dieser beschreibt, wie das Brillenglas die Lichtstrahlen bricht und reflektiert. Für die Gläserstärke ist das Brechungsvermögen elementar. Je höher der Index, desto dünner können die Gläser eingeschliffen werden. Gängig ist die folgende Kategorisierung:

 

  • Standardgläser mit Brechungsindex 1,5: Einen solchen Wert weisen Normalglas und die Kunststoffart CR39 auf. Sie eignen sich bei Werten bis zu +/- 2 Dioptrien.
  • Relativ dünnes Glas mit Brechungsindex 1,6: Bei Dioptrien zwischen +/- 2 bis 4 empfiehlt sich diese Gläserart.
  • Sehr dünne Gläser mit Brechungsindex 1,67: Ab einer Sehstärke von +/- 4 bis 6 Dioptrien eignet sich diese Variante. Bei organischem Gläsermaterial wird hierfür auf den Kunststoff M7 zurückgegriffen.
  • Extradünne Premiumgläser mit Brechungsindex 1,74: Auch bei sehr hohen Werten von +/- 6 Dioptrien sind diese komfortabel. So fallen Gläser aus dem Kunststoff MR174 nur halb so dick wie Standardgläser aus.

 

Zudem kommt es auf die Beschaffenheit der Glasoberfläche an. Gewöhnliche Brillengläser sind sphärisch geschliffen und weisen demnach eine Krümmung auf. Da die Oberfläche asphärischer Gläser abgeflacht ist, wiegen sie weniger.

Fassung und Brillengröße bestimmen das Gewicht

 

Auch das Modell einer Brillenfassung entscheidet darüber, wie groß das Brillengewicht ist. Gestelle mit breiten Rahmen und einer ausladenden Form, die große Gläser einfassen, wiegen selbstverständlich mehr als kleinere und filigranere Modelle. Breiter Rand und auffallend große sowie komplett eingerahmte Gläser bestimmen beispielsweise das Erscheinungsbild der Nerdbrille. Mitunter bedeutsame Unterschiede gibt es zudem hinsichtlich des Materials. Wer sich nicht ausschließlich von modischen Aspekten leiten lässt, beachtet dies bei der Brillenwahl.

Weniger Rahmen bedeutet in aller Regel ein geringeres Brillengewicht. Brillenträger haben die Wahl zwischen folgenden Rahmenarten:

 

  • Vollrandbrille: Hierbei umschließt der Rahmen die Gläser komplett.
  • Halbrandbrille: Nur eine Gläserhälfte ist mit einem Rand versehen. In der Regel verläuft der Rahmen oberhalb des Glases. Lediglich bei Lesebrillen befindet er sich unten.
  • Randlosbrille: Einige Modelle kommen ohne Gestell aus und weisen im Prinzip nur Bügel auf. Stabilität gewährt hier zumeist die Befestigung über einen Nylorfaden.

 

Um das Brillengewicht gering zu halten, hilft es zudem, auf die Größe zu achten. Aber auch hier gilt: In erster Linie ist das Sehvermögen wichtig. Der Rand einer besonders kleinen Fassung sollte nicht das Sichtfeld stören. Für die Brillengröße sind die nachfolgenden Maße bedeutend:

 

  • Glasbreite
  • Glashöhe
  • Frontbreite

 

Das Material stellt ein weiteres wichtiges Kriterium dar. Jeder Stoff verfügt über ein anderes Eigengewicht.

In der Regel wiegen Metallfassungen am wenigsten. Metalle sind nicht nur leicht, sondern ermöglichen aufgrund ihrer Stabilität und Bearbeitungseigenschaften auch die Anfertigung besonders filigraner Gestelle. Die mit großem Abstand leichtesten Fassungen bestehen demnach aus Titan. Auf dem Nasenrücken machen Titanfassungen nur ein Fliegengewicht aus. Deutlich schwerer als andere Metalle sind Edelstahl und Neusilber.

In Sachen Gewicht können Kunststofffassungen zwar nicht mithalten, dafür ersetzen sie die früher üblichen Naturstoffe Horn und Holz. Brillen aus diesen Materialien sind heute selten. Sie werden als Unikate angefertigt und verfügen über ein großes Eigengewicht. Kunststoff ist nicht gleich Kunststoff. Der am häufigsten verwendete Stoff ist Acetat. Doch es gibt auch noch Alternativen dazu. Am leichtesten sind Kunststoffbrillen aus Polyamid und dem High-Tech-Material SPX.

Auf einen Blick

 

  • Für den Tragekomfort ist das Brillengewicht von großer Bedeutung.
  • Brillengläser aus Kunststoff, mit einem hohen Brechungsindex und einem asphärischen Schliff wiegen am wenigsten.
  • Fassungsmodell, Brillengröße und das Rahmenmaterial beeinflussen ebenfalls deutlich das Brillengewicht.