Breitrandige Acetatrahmen in Hornoptik oder die dezenten Konturen eines federleichten Metallgestells: Das Material entscheidet über Tragegefühl, Langlebigkeit sowie Aussehen einer Brillenfassung. Im Folgenden erfahren Sie, welche jeweils charakteristischen Eigenschaften gängige Brillenmaterialien besitzen.

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Geeignetes Brillenmaterial finden

 

Brillen aus gutem Material müssen einige Qualitätskriterien erfüllen. Aus welchem Material Ihre Brille zusammengesetzt ist, erfragen Sie am besten bei Ihrem Optiker. Zumeist geben auch die eingravierten Kennzeichnungen auf den Gestell-Innenseiten über das Brillenmaterial Aufschluss. Ein guter Optiker berät Sie vor dem Kauf über die typischen Materialeigenschaften.

  • Hochwertigkeit: Nur Werkstoffe von hoher Qualität sind beständig. Eine gute Verarbeitung erhöht die Langlebigkeit sowie den Tragekomfort eines Gestells. Die Einzelteile einer Metallfassung sollten gut verlötet und ein Kunststoffgestell gut poliert sein.
  • Anpassungsfähigkeit: Eine Balance zwischen Stabilität und Elastizität ist wichtig. Gutes Brillenmaterial ist bruchsicher und formbeständig. Im Bereich der Bügelenden und des Nasenstegs sollte es sich an die individuelle Anatomie des Trägers anpassen lassen.
  • Beständigkeit: Damit die Brille lange hält, ist robustes Material erforderlich. Bei Metallfassungen schützen Lackschichten oder Legierungen vor Korrosion. Kunststoffen werden wiederum Zusatzstoffe beigegeben, die dauerhaft vor spröden Oberflächen und Rissbildungen bewahren.
  • Geringes Gewicht: Das Brillengewicht entscheidet über das Tragegefühl. Auch die Fassungsform wirkt sich auf das Gewicht aus. So wiegen Gestelle mit breitem Vollrand, die große Brillengläser einfassen, deutlich mehr als filigrane Ausführungen.
  • Hautverträglichkeit: Manche Materialien lösen Kontaktallergien aus. Zumeist ist dies der Fall bei nickelhaltigen Metallen sowie bei Kunststoffen, die Weichmacher enthalten. Wer entsprechende Modelle vor der Anschaffung ausschließt, verringert das Allergierisiko. Abhilfe bieten zudem Gestelle mit auswechselbaren Bügeln, Nasenpads sowie spezielle Beschichtungen.
  • Aussehen: Ob transparente Kunststoffbügel oder farbig lackierte Metallfassungen – jedes Material entfaltet eine andere optische Wirkung und prägt so das Erscheinungsbild des Brillenträgers. Für viele ist dies das entscheidende Kriterium beim Kauf. Doch sollte man sich nicht allein von der Brillenmode leiten lassen, sondern die anderen Aspekte gleichermaßen berücksichtigen.

Nicht jedes Brillenmaterial erfüllt alle Kriterien in vollem Umfang. Hinsichtlich Tragekomfort, Aussehen und Preis müssen Brillenträger mitunter Kompromisse eingehen. So wird Holz als außerordentlich hautverträgliches Fassungsmaterial geschätzt und ist aufgrund der Maserungen auch ästhetisch durchaus reizvoll. Die nachträgliche Anpassung gestaltet sich allerdings schwierig. Zudem sind die handgefertigten Unikate mit deutlich höheren Kosten verbunden als die gängigeren Kunststoff- und Metallmodelle, deren Eigenschaften nachfolgend im Mittelpunkt stehen.

Kunststoffe für Brillen aus flexiblem Material

Kunststoff als Brillenmaterial: Flexibel, allergenarm und modisch

Brillen aus diesem Material eignen sich für Allergiker. Insbesondere das aus Baumwolle gewonnene Acetat ist sehr hautfreundlich und trägt sich durchgehend angenehm. Selten führen Zusatzstoffe zu Hautirritationen und Kontaktekzemen. Empfindliche Brillenträger vermeiden vorsichtshalber die folgenden Stoffe:

  • Weichmacher
  • UV-Absorber
  • Lichtschutzmittel
  • Azofarbstoffe

Silikonbeschichtungen an den Bügelenden sowie Nasenpads verhindern allergische Reaktionen.

Mitunter von Nachteil ist das höhere Eigengewicht von Kunststoffen. Der Tragekomfort hängt jedoch von der Kunststoffart und der Brillengröße ab. Zu den leichtesten Kunststoffen gehören Polyamid sowie der High-Tech-Werkstoff SPX. Mit Leichtmetall als Brillenmaterial können sie in dieser Hinsicht dennoch nicht konkurrieren.

Mit diesem Brillenmaterial gelingt die Anpassung perfekt

 

Wie beständig eine Brillenfassung ist, hängt von der Kunststoffart ab. Grundsätzlich reichen Kunststoffe nicht an die Festigkeit von Metallen heran. Insbesondere bezüglich Kratzern sind sie empfindlich. Enthalten sie Weichmacher, besteht die Gefahr, dass die Oberfläche mit der Zeit aufgrund von Schweißabsonderung und Kosmetika versprödet. Zumeist lassen sich diese Makel wegpolieren. Eine Reinigung mit Alkohol und Lösungsmittel greift jedoch das Material an.

 

Die Bruchgefahr einer Brille aus Kunststoff-Material ist um einiges höher als bei Metallgestellen. Bei der Anpassung an die Gesichtsanatomie des Brillenträgers zahlt sich die geringere Festigkeit jedoch aus. Mit wenig Aufwand lassen sich die Bügelenden mithilfe einer Wärmequelle auch nach der Anfertigung gut verformen. Üblicherweise erledigt dies Ihr Optiker kostenlos und fachmännisch. Notfalls und auf eigenes Risiko können Sie auch einen Föhn oder warmes Wasser selbst dazu verwenden.

Am bruchsichersten von allen Kunststoffen ist Polycarbonat, weswegen es bei Sportbrillen und bei Sehhilfen für den Arbeitsschutz sowie für Kinder die erste Wahl sein sollte. Hinsichtlich der Kratzfestigkeit ist hingegen Epoxidharz unschlagbar. Polyamid weist ebenso keine Weichmacher auf, weswegen Brillen aus diesem Material nur selten verspröden und Risse bekommen.

Kunststoffe und Brillenmode

 

Kunststoffe zeichnen sich durch ihre flexiblen Materialeigenschaften aus. Sie sind ausgesprochen gut zu verarbeiten. Die Brillenmode hat sie daher für sich entdeckt. Kunststoff lässt sich in alle Formen bringen und in allen Tönen einfärben – das sorgt für ausdrucksstarke Konturen.

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Auch verschiedenfarbige Musterungen, transparente Rahmen, matte und glatte Oberflächen sind denkbar. Naturgetreu ahmen Acetate die Optik von Naturmaterialien wie Schildpatt, Perlmutt und Holz nach, was sie geradezu für die Vintage-Brillenmode prädestiniert. Weder die breitrandige Nerd-Brille noch eine Wayfarer mit gelb-braunen Farbverläufen im Havanna-Look wären ohne diese Werkstoffe denkbar.

Metalle für Brillenfassungen

Metalle für ultraleichte Brillen

 

In Sachen Gewicht sind Fassungen aus Metall unschlagbar. Brillen aus einem Material wie Edelstahl, Neusilber, Federbronze oder Titan wiegen um ein Vielfaches weniger als Kunststoff, Holz oder echtes Schildpatt.


Dies liegt einerseits an ihrem geringeren Eigengewicht, andererseits – und zwar indirekt – an ihrer hohen Bruchfestigkeit. Denn Letztere ermöglicht die Herstellung filigraner Gestelle mit kaum merklichen, feinen Rahmen. Aus diesem Grund befinden sich die dezentesten Designvarianten unter den Metallfassungen. Auch die edle Wirkung schimmernder Metalltöne macht sich die Brillenmode zunutze.

Unter den Metallen gibt es noch einmal Abstufungen, was das Gewicht betrifft: Während Edelstahl und Neusilber zu den schwereren Metallen gehören, bringt Titan nahezu nur ein Fliegengewicht auf die Waage. Die leichtesten Brillen bestehen daher aus dem Material Titan.

Langlebiges Brillenmaterial Metall

 

Was sich so grazil ausnimmt, hält gleichzeitig hohen Belastungen stand. Metallfassungen sind sehr bruchfest und auch vor Kratzern gefeit. Lediglich die Lackschichten, die einer Metallfassung Farbe geben, lösen sich im Laufe der Zeit ab und bedürfen einer Erneuerung. Auch Hitze kann ihnen nichts anhaben. Setzen Sie Ihre Brille dennoch nicht extremen Temperaturschwankungen aus, da dies die Brillengläser beschädigt.

 

Während Brillenträger bei den meisten Metallen etwas Vorsicht walten lassen sollten, um ein Gestell nicht allzu rasch zu verbiegen, ist Titan sehr formbeständig. Seine Nachgiebigkeit verhindert außerdem, dass die Fassung bricht. Nach einer Krafteinwirkung federt das so beschaffene Rahmenmodell dank dem sogenannten Memory-Effekt automatisch in seine Ausgangsform zurück. Vergleichsweise zugfest ist auch Edelstahl.

 

Wie hautverträglich ist eine Brille aus Metall?

 

Nicht alle Metalle sind hautverträglich. Insbesondere Nickel und Kupfer lösen bei einigen Trägern Kontaktallergien aus. Allergiker sollten die Metalle deshalb nicht nur als Grundstoffe ausschließen, sondern auch auf die Legierungen achten. Diese dienen als Korrosionsschutz und verleihen einem Gestell Glanz, beinhalten aber häufig Nickel. Allergenarm sind Edelstahl und Titan. Dagegen weisen Brillen aus dem Material Monel (eine Nickel-Kupfer-Legierung) oder Neusilber (eine Kupfer-Nickel-Zink-Verbindung) einen hohen Nickelgehalt auf. Silikonbeschichtungen helfen hier nur bedingt.

Auf einen Blick:

 

  • Bei Brillen entscheidet das Material über Tragegefühl, Widerstandsfähigkeit und modischen Ausdruck.
  • Fassungen aus Kunststoff sind weniger beständig, aber hautverträglicher als Metallgestelle.
  • Metall als Gestell-Material bringt in der Regel ein geringeres Gewicht mit sich.