Brille anpassen: Für optimalen Seh- und Tragekomfort

Egal ob Zentrierung, Nasensteg oder Brillenbügel – eine Brille anpassen zu lassen ist wichtig, damit im Alltag keine Beschwerden wie Druckstellen oder eine verminderte Sehqualität auftreten. Hier finden Sie einen Überblick über die optische und anatomische Brillenanpassung.

brille anpassen

Die Brille richtig anpassen: Die Zentrierung

Bei der Zentrierung bestimmt der Optiker die korrekte Lage der Gläser zu den Augen. Die Korrektionswirkung muss nach dem Einsetzen der Gläser in die Brillenfassung der Wirkung des Brillenglases bei der Refraktion entsprechen. Ansonsten blickt der Brillenträger nicht durch den Punkt des Glases hindurch, an dem er am schärfsten sehen könnte. Die Folgen können Übelkeit, Kopfschmerzen und unscharfes Sehen sein. Die optische Brillenanpassung erfolgt in mehreren Schritten – dazu gehören üblicherweise folgende Messungen:

  • Messung des Augenabstands
  • Messung des Leseabstands
  • Messung der Durchblickhöhe
  • Messung der Vorneigung der Fassung
  • Messung des Hornhautscheitelabstands
  • Messung des Durchneigungswinkels

Anhand dieser Messergebnisse erfolgt dann das Einsetzen der Gläser in das Brillengestell. Die anatomische und die optische Anpassung sind also zwei unterschiedliche Prozesse, die so aufeinander abgestimmt werden, dass bestmögliches Sehen gewährleistet ist.

Die anatomische Brillenanpassung: Ein Überblick

Laut einer Studie sind circa 80 Prozent der Brillenträger in Deutschland mit dem Sitz ihrer Brille unzufrieden: Dem einen rutscht die Sehhilfe ständig von der Nase, bei dem anderen hinterlässt sie unangenehme Druckstellen. Das sind Beschwerden, die sich leicht vermeiden ließen. Da jedoch immer mehr Menschen Brillen online kaufen, fällt der Besuch bei einem geschulten Optiker, der die Brille einstellen kann, häufig weg. Dabei ist dieser Schritt neben der Zentrierung am wichtigsten. Mithilfe der anatomischen Brillenanpassung stellt der Optiker nämlich sicher, dass Ihre neue Brille komfortabel sitzt. Dafür benötigt er viel Fingerspitzengefühl, denn die Werte der zuvor durchgeführten Zentrierung dürfen nicht verändert werden. Trotzdem nimmt der Optiker noch kleine Änderungen vor, die mitunter erhebliche Auswirkungen auf den Sitz der Brille haben.

Jeder Mensch verfügt über eine individuelle Gesichtsanatomie, die der Optiker beim Brillen-Anpassen berücksichtigen muss. Besonders wichtig sind die Brillenbügel und der Nasensteg – denn sie sind die einzigen Bestandteile einer Brille, die Hautkontakt haben dürfen. Angehende Optiker lernen deswegen während ihrer Ausbildung, wo Nerven und Blutbahnen im Gesicht verlaufen und wie eine Brille sitzen muss, damit sie keine Beschwerden verursacht. Es kann zum Beispiel sein, dass eines Ihrer Ohren höher sitzt als das andere. Setzen Sie nun eine Brille auf, ist es sehr wahrscheinlich, dass diese schief sitzt. Mit dem entsprechenden Werkzeug – etwa einer Zange – biegt der Optiker die Bügel so, dass sie richtig hinter dem Ohr liegen. Ähnliches gilt für die Nasenstege: Manche Menschen haben eine eher schmale Nase, andere eine eher breite. Dementsprechend müssen die Nasenstege ausfallen. Der Optiker formt diese so lange nach, bis die Stege gleichmäßig und ohne zu drücken auf Ihrer Nase liegen. Es dürfen keine Druckstellen entstehen, die Stege aber auch nicht zu locker sitzen. Ansonsten passiert es schnell, dass die Brille rutscht. Millimeter für Millimeter passt Ihr Optiker die Brille so Ihrer Anatomie an, dass alles passt.

Im Internet finden Sie viele Anleitungen, um die Brillenanpassung selbst vorzunehmen. Hierbei ist jedoch Vorsicht geboten. Denn biegen Sie das Material zu stark, laufen Sie Gefahr, Ihre Brille kaputtzumachen. Daher gilt: Lassen Sie beim Optiker Ihre Brille anpassen –so gehen Sie sicher, dass die Brille auch noch nach mehreren Jahren richtig sitzt.