Neue Brillengläser für klaren Durchblick und mehr Sehkomfort

Im Laufe des Lebens ändert sich die Sehstärke. Lässt die Sehschärfe nach, erfordert dies die Neuanpassung der bisherigen Brille. Die Lösung ist das Einsetzen neuer Korrekturgläser. Mitunter werden auch neue Brillengläser notwendig, weil die alten zerkratzt oder von minderer Qualität sind. Hochbrechende Qualitätsgläser verbessern dann den Trage- und Sehkomfort. Erfahren Sie mehr über Neuverglasungen.

Gute Gründe für eine Neuverglasung

Im Falle einer Sehverschlechterung oder beschädigter Gläser stellen neue Korrekturgläser die optimale Sicht wieder her. So schmälern Kratzer den Durchblick mitunter erheblich. In solch einem Fall kommt nur eine Neuverglasung infrage.

Inwieweit und ab wann die alten Korrekturgläser die Sehschwäche nur noch ungenügend ausgleichen, empfindet jeder Brillenträger anders. Hinzu kommt, dass sich Brillenwerte nicht von einem Tag auf den anderen ändern, sondern über einen längeren Zeitraum hinweg. Einigen Menschen ist die Sehverschlechterung daher nicht bewusst. In der Regel wirkt sich eine Veränderung von 0,5 Dioptrien im Plus- oder Minusbereich deutlich aus und macht den Tausch der alten Brillengläser erforderlich – insbesondere wenn man viel im Straßenverkehr unterwegs ist.

Wie bemerken Sie, dass Sie neue Brillengläser benötigen?

Die folgenden Probleme treten bei einer Verschlechterung der Sehschärfe am häufigsten auf. Bemerken Sie eines dieser Anzeichen, ist der Austausch der alten Gläser überfällig:

  • Schwierigkeiten beim Entziffern von Texten im Nah- und Fernbereich
  • unscharfe Wahrnehmung entfernter Gegenstände. Menschen nur als Silhouetten erkennbar
  • Erschwernis beim Fernblicken führt zum Zusammenkneifen der Augen
  • Unschärfen im Nahbereich werden durch Weghalten des betrachteten Gegenstands ausgeglichen

Typisch für eine Sehverschlechterung sind ebenso Beschwerden, die sich aus einer Überforderung von Augen und dem Sehzentrum des Gehirns ergeben:

  • rasch ermüdende und brennende Augen
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel
  • Nacken- und Rückenschmerzen

Verspannungen der Nacken- und Rückenmuskulatur entstehen insbesondere während der Arbeit am Bildschirm beim Versuch, Sehfehler auszugleichen, indem man den Oberkörper nach vorne beugt. Diese Anzeichen gehören allerdings ebenso zum Symptombild einer Reihe anderer Erkrankungen. Aus diesem Grund bedürfen die Beschwerden der Untersuchung durch einen Arzt. Nur er ist in der Lage, schwerwiegende Krankheiten auszuschließen und den Bedarf neuer Brillengläser sicher festzustellen. Am zuverlässigsten stellt ein Augenarzt oder Optiker anhand eines Sehtests eine Veränderung der Sehstärke fest und ermittelt weitere erforderliche Werte für die Anfertigung neuer Brillengläser.

Um sicherzustellen, dass die Brillenwerte aktuell sind, empfiehlt sich eine augenärztliche Kontrolle in regelmäßigen Abständen. Die Frequenz der Arztbesuche richtet sich vor allem nach der Lebensphase. Denn ein Haupteinflussfaktor auf die Sehleistung ist das Alter. Während der Wachstumsphasen im Kleinkinder- und Jugendlichenalter schwanken die Sehwerte sehr häufig. Spezielle Sehtests für Kinder geben Aufschluss darüber, ob es notwendig ist, die bisherigen Brillengläser gegen neue auszutauschen. Ab dem 40. Lebensjahr nimmt die Wahrscheinlichkeit von Sehverschlechterungen zu, insbesondere aufgrund der sogenannten Altersweitsichtigkeit. Experten raten daher dazu, mindestens alle zwei Jahre einen Augenarzt aufzusuchen. Ab dem 65. Lebensjahr empfiehlt sich eine häufigere Frequenz von mindestens einem Augenarztbesuch. Gründe hierfür sind neben einer sich verschärfenden Altersweitsichtigkeit und einem erhöhten Risiko der Erkrankung an Grauem Star eine Verschlechterung des Kontrastsehens und zunehmende Blendungsempfindlichkeit. Die beiden letzteren Sehfehler lassen sich jedoch zumeist durch neue Brillengläser und Spezialbrillen beheben, die Filter oder eine Tönung aufweisen und über einen Seitenschutz verfügen.

Die alten Brillengläser gegen hochwertigere austauschen

Neben der augenmedizinischen Notwendigkeit neuer Brillengläser im Falle einer Sehverschlechterung gibt es weitere gute Gründe für eine Neuverglasung. Brillengläser unterscheiden sich hinsichtlich der Verarbeitungsqualität, des Materials, des Linsenschliffs und veredelnder Beschichtungen.

Eine gute Gläserqualität erhöht nicht nur den Tragekomfort einer Brille, sondern verhindert auch Abbildungsfehler, wie sie sich häufig ergeben, wenn versucht wird, hohe Dioptrien-Werte durch minderwertiger Gläser zu korrigieren. Solche Gläser verhindern beispielsweise nicht die chromatische Aberration, sodass sich Farbsäume ergeben. Bei sphärischen Gläsern, deren Wölbung gerade im hohen Plusbereich recht stark ausfällt, treten in den Randbereichen hin und wieder Unschärfen auf. In diesem Fall empfiehlt es sich, die alten Linsen gegen asphärische Brillengläser auszutauschen.

Das Gewicht der Gläser hat großen Einfluss auf den Tragekomfort. Hierbei gibt es deutliche Unterschiede zwischen mineralischen Gläsern und Linsen aus Kunststoff, denn letztgenannte wiegen weniger. Wie groß der Gewichtsunterschied ist, hängt von den Korrekturwerten ab. Insbesondere bei hohen Minus-Werten nimmt auch das Gewicht der Gläser zu, da diese sehr dick sind.

Jedes Material weist ein anderes Brechungsvermögen auf. Die Art, wie Brillengläser einfallendes Licht brechen, ist durch den Brechungsindex definiert. Je höher der Index ist, desto besser gelingt es, die Gläser dünn zu schleifen und damit auch ihr Gewicht zu reduzieren. Wen das Gewicht stört, der verringert es, indem er die Brillengläser wechselt. Üblich sind die folgenden Qualitätsstufen:

  • Standardgläser mit Brechungsindex 1,5
  • dünner geschliffene Gläser mit Brechungsindex 1,6
  • dünne Qualitätsgläser mit hohem Brechungsindex von 1,67
  • extra-dünn geschliffene Gläser im Premiumbereich mit Brechungsindex 1,74

Die Neuverglasung mittels Premiumgläsern lohnt sich insbesondere ab 6 Dioptrien im Plus- oder Minusbereich. Aber auch bei geringeren Werten von +/- 2 Dioptrien macht eine höhere Qualitätsstufe sich bereits bemerkbar.

Die Notwendigkeit neuer Brillengläser hängt auch vom Bedarf an einer neuen Brillenart ab. Mehrstärkengläser beispielsweise bieten sich an, wenn zu gleichzeitigen Sehproblemen im Nah- und Fernbereich noch eine Altersweitsichtigkeit hinzutritt. Hierbei ermöglichen Bifokal-, Multifokal- und Gleitsichtgläser den Blickwechsel zwischen nahen und fernen Objekten. Darüber hinaus ist es möglich, durch Neuverglasung die bisherige Sehhilfe in eine Sonnenbrille zu verwandeln. Flexibler sind selbsttönende Brillengläser, die sich den jeweiligen Lichtverhältnissen anpassen.

Wessen Augen auf Licht grundsätzlich empfindlich reagieren, etwa bedingt durch Alter oder eine Augenkrankheit, dem sind neue Brillengläser mit dauerhafter Tönung zu empfehlen. So verbessern Filtergläser die Sicht. Eine Schwäche der Kontrastwahrnehmung lässt sich über einen speziellen Kontrastsehtest feststellen. Zur Korrektur dienen farbige Linsen.

Darüber hinaus gibt es eine große Auswahl an Glasveredelungen, die hauptsächlich die Pflege erleichtern und die Lebensdauer der Gläser verlängern. Zu den wichtigsten die Sicht verbessernden Glasbeschichtungen gehören Entspiegelungen. Unentbehrlich sind sie insbesondere dann, wenn spiegelnde Flächen, etwa während der Arbeit am Computermonitor, die Sicht stören.

Schritte bis zur Neuverglasung

Sie möchten Ihre Brillengläser wechseln? Dann empfiehlt sich als erstes der Gang zum Augenarzt oder Optiker. Ein Sehtest ermittelt den aktuellen Stand der Sehstärke und dient als Grundlage zur Bestimmung der passenden Gläser. Stehen die Brillenwerte fest, geht es um die richtige Art der Gläser. Hierbei informiert Sie der Optiker hinsichtlich der Qualitätsunterschiede. Zumeist ist es möglich, in die alte Fassung neue Brillengläser einzusetzen. Einen Sonderfall stellt die Verglasung schmaler Gestelle mit Mehrstärkengläsern dar. Da diese mehrere Sehzonen aufweisen, erfordern sie eine bestimmte Mindestbreite der Fassung.

Der Optiker erhebt noch weitere Werte. Im Vordergrund steht hierbei die Bestimmung des optischen Mittelpunkts für die richtige Durchblickhöhe und die präzise Zentrierung der neuen Brillengläser. Anschließend werden die Gläser hergestellt und den individuellen Werten entsprechend eingeschliffen. Die Dauer der Brillenanfertigung hängt von verschiedenen Faktoren ab und variiert von Fachgeschäft zu Fachgeschäft. In der Regel dauert die Neuverglasung weniger lange als die Herstellung einer komplett neuen Brille. Sind die neuen Gläser eingesetzt, überprüft der Optiker nochmals die Zentrierung der neuen Brillengläser.

Auf einen Blick:

  • Bei veränderter Sehstärke stellen neue Korrektionsgläser die optimale Sehfähigkeit wieder her.
  • Eine Neuverglasung mit Qualitätsgläsern verbessert Trage- und Sichtkomfort.
  • Grundlage für neue Brillengläser sind Augenuntersuchungen und Sehtests.