Fotografieren mit Brille – das müssen Sie beachten

Für Brillenträger ist es oft nicht leicht, den Sucher der Kamera zu benutzen, um den Bildausschnitt zu bestimmen. Das Brillenglas vergrößert den Abstand zum Sucher und lässt so nur einen Teil des Bildes erkennen, was das Fotografieren mit Brille erschwert. Vor allem bei stärkeren Fehlsichtigkeiten wird der Blick durch den Sucher oder auf das Display zum Problem. Glücklicherweise können Hilfsmittel die Einschränkungen weitgehend kompensieren.

Warum ist das Fotografieren mit Brille problematisch?

Um die Wirkung eines Bildes zu beurteilen, sollte der Fotograf das gesamte Sucherbild sehen können. Vergrößert das Brillenglas den Abstand zwischen Okular und Auge, ist nur ein Teil des Sucherbildes sichtbar, was eine zuverlässige Einschätzung der Bildwirkung oder der Bildschärfe erschwert.

Moderne Digitalkameras, die über ein Display verfügen, machen den Sucher weitgehend überflüssig. Doch bei hellem Sonnenlicht werden viele Displays unbrauchbar, da sie vom Umgebungslicht überstrahlt werden und so doch der Sucher genutzt werden muss. Und nicht zuletzt kann der Sucher beim direkten Kontakt Kratzer auf den Brillengläsern hinterlassen, die sich im Sehfeld störend bemerkbar machen.

Was versteht man unter einem Dioptrienausgleich?

Viele optische Geräte wie Mikroskope, Ferngläser und auch Kameras bieten am Okular (dem Augenstück) die Möglichkeit der stufenlosen Dioptrieneinstellung, um Fehlsichtigkeiten zu kompensieren. Die meisten Kompaktkameras verfügen jedoch über gar keinen Dioptrienausgleich, und auch hochwertige Bridge- oder Systemkameras bieten maximal einen Dioptrienausgleich zwischen -3 und +1. Wer nur schwach fehlsichtig ist, kann dann zum Fotografieren die Brille einfach abnehmen und den Sucher auf die eigene Sehstärke justieren. Überschreiten die Stärken der Brillengläser jedoch den einstellbaren Dioptrienwert, reicht dies nicht aus, um ein scharfes Bild zu erhalten.

Welche Hilfsmittel gibt es zum Fotografieren mit Brille?

Um Beschädigungen der Brillengläser zu vermeiden oder ohne Brille fotografieren zu können, gibt es im Fachhandel verschiedene Hilfsmittel:

  • gummierte Augenmuscheln mit integriertem zusätzlichem Dioptrienausgleich
  • Korrekturlinsen
  • Display- und Sucherlupen
  • Blendschutzvorrichtungen für Kameradisplays

Gummierte Augenmuscheln

Wenn Sie mit Brille fotografieren möchten, schützen gummierte Augenmuscheln die Brillengläser vor dem Kontakt mit dem Sucher und vermeiden Kratzer. Sie sind für die meisten großen Kamerasysteme verfügbar und mit einem zusätzlichen Dioptrienausgleich zwischen -4 bis +3 ausgestattet, sodass sie ein Fotografieren selbst ohne Brille ermöglichen.

Korrekturlinsen

Korrekturlinsen werden ebenfalls – je nach Modell – einfach auf den Sucher aufgesteckt, aufgeschoben oder aufgeschraubt. Sie sind in verschiedenen Stärken erhältlich.

Display- und Sucherlupen

Für viele Kameramodelle sind Sucher- und Displaylupen erhältlich, die Außenlicht abschirmen und das Sucher- oder Displaybild zusätzlich vergrößern.

Display-Blendschutz

Ein Blendschutzrahmen hält Tageslicht vom Display fern und gestattet so, das Displaybild bei sehr hellen Lichtverhältnissen klar wahrzunehmen.

Wie kann man die Brille beim Fotografieren vor Kratzern schützen?

Hier hilft außer Gummi-Augenmuscheln nur eines: eine ordentliche Vergütung. Gehärtete Brillengläser halten einem Kontakt mit dem Sucher leichter stand als solche, die nicht gehärtet sind, und sind deshalb eine gute Wahl für ambitionierte Fotografen.

Fotografieren mit Brille – das Wichtigste im Überblick:

  • Bei Fehlsichtigkeiten können Sucher- oder Displaybild oft nicht zufriedenstellend wahrgenommen werden.
  • Hilfsmittel wie Augenmuscheln mit zusätzlichem Dioptrienausgleich, Korrekturlinsen, Sucherlupen oder ein Blendschutz können Abhilfe schaffen.
  • Gehärtete und vergütete Brillengläser schützen vor Kratzern beim Kontakt mit dem Display.

Quellen:
https://www.zeiss.de/vision-care/de_de/better-vision/sehen-verstehen/sehloesungen—beratung/fotografieren-mit-brille.html
https://www.nikon.de