Kontaktlinsen und Sonnenbrille im Sommer

Viele Menschen mit Sehschwäche bevorzugen Kontaktlinsen. Komfort und Ästhetik überzeugen. Doch bei starker Sonneneinstrahlung stellt sich die Frage, welche Lösung ist die beste: Kontaktlinsen und Sonnenbrille oder die Sonnenbrille in Sehstärke? Im Vordergrund steht der Schutz der Augen vor einer übermäßigen Belastung durch die UV-Strahlung der Sonne. Den erreichen beide Lösungen. Deshalb sollten Sie sich für die Variante entscheiden, die Ihnen persönlich besser gefällt.

Reicht der UV-Schutz der Kontaktlinsen nicht aus?

Der Kunststoff der Kontaktlinsen bietet automatisch einen gewissen UV-Schutz. Hersteller von weichen Linsen arbeiten häufig noch einen zusätzlichen UV-Schutz in die Kontaktlinsen ein. Allerdings sollten Sie sich als Kontaktlinsenträger nicht allein auf diesen Schutz verlassen.

Das hat folgende Gründe:

  • Eine Kontaktlinse schützt nur den Bereich des Auges vor UV-Strahlung, den sie auch bedeckt.
  • Die restliche Hornhaut und die empfindliche Bindehaut bleiben ungeschützt, eine schmerzhafte Photokeratitis kann die Folge sein.
  • Kontaktlinsen bieten keinen ausreichenden Schutz vor Blendung.
  • Es besteht kein Schutz vor sogenanntem Blaulicht, den blauen Lichtanteilen im Sonnenlicht. Besonders am Morgen und am Abend ist der Blaulichtanteil im Sonnenlicht sehr hoch. Experten haben das Blaulicht im Verdacht, die Makula (die Stelle des schärfsten Sehens auf der Netzhaut) zu schädigen.

Deshalb ist es sehr empfehlenswert, zugleich Kontaktlinsen und eine Sonnenbrille zu tragen.

Welche Vorteile bieten Kontaktlinsen und Sonnenbrillen in Kombination?

Während die Kontaktlinsen die Sehschwäche optimal ausgleichen, schützt die Sonnenbrille die Augen vor zu viel UV-Licht. Gleichzeitig reduziert die Sonnenbrille die Blendung. Bei sehr hellem Licht reicht das natürliche Zusammenziehen der Pupille, das den Lichteinfall ins Auge reduziert, nicht aus. Dann kneifen Menschen die Augen zusammen, um den Blendschutz zu verbessern. Das ist nicht nur unbequem, es führt auch zu kleinen Fältchen rund ums Auge (die umgangssprachlichen „Krähenfüße“).

Immerhin 90 Prozent der sichtbaren Hautalterung im Bereich der Augen gehen auf die UV-Strahlung zurück. Kontaktlinsen in Kombination mit einer Sonnenbrille beugen der vorzeitigen Hautalterung vor. Zu den weiteren Vorteilen dieser kombinierten Lösung gehören:

  • Die Sonnenbrille schützt vor seitlicher Blendung.
  • Es besteht ein guter Schutz gegen Wind und Zugluft.
  • Die Gefahr, z. B. beim Joggen oder Radfahren Insekten ins Auge zu bekommen, wird deutlich reduziert. Ein Fremdkörper im Auge ist für jeden sehr unangenehm, Kontaktlinsenträger werden davon oft stark beeinträchtigt.
  • Durch die Farbe der Sonnenbrille können die Kontraste und damit das Sehen verbessert werden.

Kontaktlinsen: Welche Sonnenbrille ist die richtige?

Kontaktlinsenträger wählen ihre Sonnenbrille nach den gleichen Kriterien aus wie Menschen ohne Sehschwäche. Da bereits die Linsen die Fehlsichtigkeit ausgleichen, ist jede gute Sonnenbrille geeignet. Diese Mindestanforderungen sollte eine Sonnenbrille auf jeden Fall erfüllen:

  • An der Brille, meist seitlich am Bügel, sollte sich das CE-Sicherheitszeichen befinden. Es zeigt, dass das gewählte Modell den EU-Sicherheitsstandards entspricht.
  • Zusätzlich sollte der Aufdruck UV 400 vermerkt sein. Er zeigt an, dass die Gläser alle Strahlen bis 400 nm blockieren und so die Augen effektiv schützen.
  • Nach den EU-Normen EN ISO 12312-1 und EN ISO 12311 sind Hersteller seit 2013 verpflichtet, eventuelle Einschränkungen im Gebrauch anzuzeigen. Ist der direkte Blick in die Sonne verboten, eignet sich die Brille nicht für die Sonnenbank. Ist die Brille nicht für den Sport geeignet, muss dies ebenfalls vermerkt werden.
  • Die Sonnenbrille darf die Sicht nicht verzerren.
  • Die Gläser sollten leichten Druck standhalten und die Bügel sollten sich geschmeidig bewegen lassen.

Die Schutzstufen der Sonnenbrillen

Je nach Stärke der Tönung bieten Sonnenbrillen einen unterschiedlich hohen Schutz gegen Blendung.

  • Kategorie 0: Ein sehr heller Filter absorbiert bis zu 20 Prozent des Lichts. Diese Modelle sind ideal für bewölkte Tage und den Abend.
  • Kategorie 1: Maximal 57 Prozent des Lichts werden herausgefiltert. Diese Sonnenbrillen eignen sich für Tage mit Bewölkung und wechselhaftem Wetter.
  • Kategorie 2: Sonnenbrillen dieser Kategorie absorbieren bis zu 82 Prozent des Lichts. Diese Modelle verfügen über einen sehr dunklen Universalfilter und sind ideal für den Sommer in diesen Breitengraden.
  • Kategorie 3: Mit bis zu 92 Prozent Lichtabsorption sind diese Sonnenbrillen gut geeignet für den Urlaub im Süden und den Aufenthalt am Strand, im Wasser oder im Gebirge.
  • Kategorie 4: Die Lichtabsorption von bis zu 97 Prozent macht diese Sonnenbrillen ungeeignet für den Straßenverkehr. Sie eignen sich für das Hochgebirge, Gletscher und Schnee, allerdings nicht für den Straßenverkehr.

Die passende Tönung der Sonnenbrille

Die Tönung hat einen großen Einfluss auf das Sehen mit einer Sonnenbrille.

  • Graue, braune und grüne Tönungen sind ideal für Universalbrillen. Sie verändern die natürliche Farbwiedergabe kaum.
  • Gelbe oder orangefarbene Gläser verstärken die Kontraste. Das kann für Sportler vorteilhaft sein. Allerdings ist der Blendschutz eher gering.
  • Blaue Gläser sorgen für gute Kontraste bei mittlerem Blendschutz. Sie sind für Schwimmer optimal geeignet.

Kontaktlinsen und Sonnenbrille – Infos auf einen Blick

  • Bei Kontaktlinsen allein gelangt zu viel Sonnenlicht an das Auge.
  • Deshalb ist es sinnvoll, Kontaktlinsen und Sonnenbrille zu kombinieren.
  • Für die Auswahl der Sonnenbrille gelten die gleichen Regeln wie bei Menschen ohne Sehhilfe.
  • Das CE-Zeichen und der Vermerk UV 400 sollten vorhanden sein.
  • Für den Alltag eignen sich grau, braun oder grün getönte Gläser besonders.