Beim Tragen von Kontaktlinsen dürfen Augen nicht brennen

Haftschalen liegen direkt auf dem Auge auf. Das führt am Sehorgan manchmal zu Irritationen. Der Augenarzt oder Kontaktlinsenspezialist muss die individuelle Verträglichkeit der speziellen Sehhilfe prüfen, bevor sich Augenbrennen einstellt. Außerdem beugt die regelmäßige und sorgfältige Reinigung der Linsen unangenehmen Entzündungen vor.

Wer kann Kontaktlinsen tragen?

Kontaktlinsen sind praktisch: Sie korrigieren Sehschwächen und schränken dabei das Sichtfeld nicht ein. Zunächst muss allerdings ein Augenarzt oder spezialisierter Augenoptiker untersuchen, ob die Haftschalen für Ihre Augen geeignet sind.

Dafür werden bei den Augen unter anderem folgende Merkmale näher betrachtet:

  • Wölbung der Hornhaut
  • Materialverträglichkeit
  • Produktion der Tränenflüssigkeit
  • Beschaffenheit der Hornhaut und Bindehaut
  • Ausprägung der Sehschwäche
  • Einnahme von Medikamenten und allgemeiner Gesundheitszustand

Der Facharzt wird Haftschalen nur empfehlen, wenn er keine Risiken oder krankhaften Veränderungen der Augen feststellt. Anschließend beginnt die individuelle Anpassung. Denn schlecht sitzende Linsen können zu Bindehautreizungen und Verletzungen, Entzündungen oder Infektionen der Hornhaut führen.

Welches Material ist geeignet, um dem Augenbrennen entgegenzuwirken?

Kontaktlinsen bestehen aus modernen Kunststoffen. Der wesentliche Unterschied liegt in ihrer Durchlässigkeit für Sauerstoff.

Die Hornhaut der Augen benötigt den Sauerstoff zur optimalen Versorgung. Diesen bezieht sie aus der Tränenflüssigkeit.

  • Harte (formstabile) Kontaktlinsen bedecken nur einen kleinen Teil der Hornhaut und ermöglichen einen ausgeprägten Tränenaustausch. Dadurch bieten sie eine hohe Langzeitverträglichkeit und verringern das Infektionsrisiko. Die Eingewöhnungsphase kann etwas länger dauern.
  • Weiche (flexible) Kontaktlinsen decken eine größere Fläche ab und liegen enger auf der Hornhaut an. Das verringert die Eingewöhnungszeit, aber auch die Sauerstoffzufuhr. Weiche Linsen aus Silikonhydrogel weisen meist eine höhere Sauerstoffdurchlässigkeit auf.

Warum können Kontaktlinsen nachts schaden?

Brillenträger setzen ihre Sehhilfe vor dem Schlafengehen ganz selbstverständlich ab. Das ist auch für Kontaktlinsenträger empfehlenswert und oftmals erforderlich

Die Haftschalen können die Sauerstoffversorgung der Hornhaut zusätzlich zu diesen natürlichen Vorgängen vermindern:

  • Hinter geschlossenen Lidern ist die Sauerstoffzufuhr reduziert.
  • Im Schlaf setzt die Tränenproduktion aus.
  • Ohne den Pumpeffekt des Lidschlags können Fremdkörper und Stoffwechselprodukte nicht abfließen.

Der Augenarzt kann allerdings auch eine Ausnahmeregelung befürworten. Diese ist etwa erforderlich, wenn Sie Ihre Linsen nicht ohne fremde Hilfe einsetzen und herausnehmen können.

Dann verordnet der Experte spezielle Kontaktlinsen mit sehr hoher Sauerstoffdurchlässigkeit, die Sie bis zu vier Wochen ohne Unterbrechung tragen können. In solchen Fällen sind Kontrolluntersuchungen in kürzeren Abständen zwingend notwendig.

Welche Ursachen haben brennende und juckende Augen?

Wenn beim Tragen von Kontaktlinsen die Augen jucken oder brennen, sollten Sie die Haftschalen sofort entfernen. Außerdem muss der Kontaktlinsenanpasser die Ursachen ergründen. Das Gleiche gilt, wenn die Symptome erst nach dem Herausnehmen der Linsen auftreten.

Dies sind die häufigsten Auslöser für Augenbrennen:

  • Nicht angepasste Haftschalen
  • Unzureichende Sauerstoffversorgung der Hornhaut
  • Überschreitung der Tragezeit
  • Mangelhafte Reinigung der Linsen
  • Einnahme von Medikamenten
  • Allergien
  • Hormonelle Veränderungen

Wie wichtig ist die Anpassung der Kontaktlinsen?

Damit eine Sehhilfe ihren Zweck erfüllt, muss sie auf die spezielle Beeinträchtigung der Augen abgestimmt sein. Kontaktlinsen sitzen direkt auf der Hornhaut des empfindlichen Sehorgans. Daher ist bei der Auswahl besondere Sorgfalt gefragt.

Der Kontaktlinsenanpasser findet bei einer eingehenden Untersuchung heraus, welche Linsentypen und Materialien Ihre Augen vertragen.

Dies können Folgen von nicht angepassten Haftschalen sein:

  • Harte Kontaktlinsen verletzen die Hornhaut. Dies begünstigt wiederum das Eindringen von Keimen.
  • Weiche Kontaktlinsen bremsen die Sauerstoffzufuhr der Hornhautoberfläche. Damit erhöht sich die Entzündungsgefahr.
  • Zu große oder zu kleine Linsen schränken das Sichtfeld ein und mindern damit den Tragekomfort.

Warum ist die Tragedauer bedeutsam?

Das Material von Kontaktlinsen ist jeweils auf eine bestimmte Nutzung ausgerichtet. Daher sollten Sie die empfohlene Tragezeit einhalten. Ändern sich der Einsatzbereich oder die Nutzungsdauer, kann ein anderer Linsentyp sinnvoll sein.

Wenn der Hornhaut beispielsweise Sauerstoff fehlt, ist sie für Entzündungen empfänglicher.

Eine hohe Sauerstoffdurchlässigkeit der Haftschalen ist in diesen Fällen wichtig:

  • Langer Tragerhythmus vom frühen Morgen bis zum späten Abend.
  • Sportliche Aktivitäten mit verstärkter Ausdauerbelastung.
  • Höhere Staubbelastung bei Arbeiten im Freien.
  • Durchgehende Tragedauer über Nacht.

Augenbrennen durch Kontaktlinsen können Sie häufig mit einer regelmäßigen Kontrolle beim Augenarzt verhindern.

Als Richtlinie für den notwendigen Wechsel gilt:

  • Harte Linsen halten etwa ein Jahr (nach Absprache und Kontrolle auch länger).
  • Weiche Kontaktlinsen bzw. Austausch-Kontaktlinsen müssen, je nach vorgeschriebener Tragezeit ersetzt werden.
  • Tageslinsen oder Einmallinsen müssen Sie nach einmaligem Gebrauch entsorgen, spätestens jedoch nach einem Tag.

Was bewirkt die regelmäßige Reinigung der Linsen?

Die Augen jucken durch Kontaktlinsen oftmals aufgrund mangelnder Hygiene. Eine sorgfältige Reinigung und Desinfektion der Haftschalen kann Abhilfe schaffen.

Folgende Pflegehinweise sollten Sie beachten:

  • Wichtigste Regel: Kontaktlinsen sollten nicht mit Leitungswasser in Kontakt kommen.
  • Kontaktlinsen ausschließlich mit sauberen, fett- und seifenfreien Händen anfassen.
  • Wenige Tropfen einer Reinigungslösung (nicht gültig bei Nutzung einer Peroxidlösung) vorsichtig mit dem kleinen Finger über der Linsenoberfläche verreiben und diese nach rund zwanzig Sekunden mit einer Kochsalzlösung abspülen. Dadurch lösen sich Schmutzpartikel, Eiweiße und Fette.
  • Die Haftschalen in eine spezielle Desinfektionslösung legen und nach Gebrauchsanweisung einwirken lassen. Das tötet Krankheitserreger wie Bakterien, Viren und Pilze ab.
  • Einmal pro Woche die Ablagerungen aus dem Tränenfilm mit speziellen Proteinentfernern beseitigen. Damit erhöht sich die Sauerstoffdurchlässigkeit der Linsen.
  • Den Aufbewahrungsbehälter mit der Desinfektionslösung oder Kochsalzlösung ausspülen und trocknen lassen. Erst danach eine geeignete Aufbewahrungslösung einfüllen und die Haftschalen hineinlegen. Auch der Behälter darf nicht mit Leitungswasser ausgespült werden.

Darüber hinaus sollten Sie Kosmetika wie Wimperntusche, Eyeliner oder Lidschatten erst nach dem Einsatz der Linsen auftragen. Schminkpartikel auf der Haftschale lassen sich schwer entfernen und können Materialschäden verursachen.

Welche Auswirkungen hat der allgemeine Gesundheitszustand?

Die Augen reagieren auf zahlreiche Stoffwechselvorgänge im Körper. Kontaktlinsen können die Empfindlichkeit verstärken. Daher ist es je nach allgemeinem Gesundheitszustand hilfreich, vorübergehend auf diese Sehhilfe zu verzichten.

Einige Medikamente können die Produktion der Tränenflüssigkeit einschränken:

  • Betablocker gegen Bluthochdruck, Herzrhythmusstörungen oder eine Schilddrüsenüberfunktion
  • Ovulationshemmer zur Empfängnisverhütung
  • Antibiotika gegen Virusinfektionen
  • Antihistaminika gegen Allergien wie Heuschnupfen oder Lebensmittelunverträglichkeiten

Was verändert sich in der Schwangerschaft?

In der Schwangerschaft führen hormonelle Veränderungen zu Wassereinlagerungen im Gewebe. Das löst für Kontaktlinsenträgerinnen manchmal Probleme aus:

  • Die Augenlider schwellen an.
  • Stärke und Krümmung der Hornhaut im Auge erhöhen sich.
  • Die veränderte Zusammensetzung des Tränenfilms führt zu vermehrten Ablagerungen auf den Haftschalen.
  • Eine verminderte Tränenbildung erhöht die Blendempfindlichkeit.

Der Umstieg auf eine Brille ist im letzten Drittel der Schwangerschaft oft hilfreich.

Auf einen Blick: Dem Augenbrennen vorbeugen

  • Form, Größe und Material der Haftschalen bedürfen einer individueller Anpassung.
  • Die Sauerstoffversorgung der Hornhaut darf nicht beeinträchtigt werden.
  • Die vorgegebene Tragedauer der Linsen ist verbindlich einzuhalten.
  • Eine regelmäßige Reinigung der Kontaktlinsen verringert das Infektionsrisiko für die Augen.
  • Medikamente, hormonelle Veränderungen und Allergien können die Verträglichkeit verändern.

Quellen:
http://www.dog.org/wp-content/uploads/2009/11/Kontaktlinsen-Internet.pdf
http://cms.augeninfo.de/hauptmenu/augenheilkunde/brille-kontaktlinsen-co/tipps-fuer-kontaklinsentraeger.html
http://cms.augeninfo.de/fileadmin/pat_brosch/BVA-KL-Broschuere_12_Tipps_110914.pdf