Kontaktlinsen bei Allergien: Bleibt nur der Griff zur Brille?

Fast jeder vierte Deutsche leidet unter Heuschnupfen. Manche Patienten, die z. B. auf Hausstaub oder Tierhaare reagieren, sind das ganze Jahr von allergischem Schnupfen und gereizten Augen geplagt. Die typischen Symptome eines Heuschnupfens betreffen nicht nur die Nase. Auch die Augen reagieren heftig. Es kommt zu starkem Jucken und Tränenfluss oder zu trocknen Augen. Die Bindehaut erscheint gereizt oder entzündet und das gesamte Auge ist gerötet. Ständiges Reiben, aber auch Wind, Staub oder helles Licht können die Beschwerden verstärken. Für betroffene Patienten stellt sich die Frage, ob Sie Ihre Kontaktlinsen bei Allergien weiter tragen können. Generell gilt, dass Kontaktlinsen bei akuten Beschwerden und entzündeten Augen nicht geeignet sind. Hier ist es besser, vorübergehend eine Brille zu tragen. Bei nur leichten Beschwerden hingegen sind Kontaktlinsen durchaus auch weiterhin eine Lösung.

Allergien: Wie Kontaktlinsen reinigen?

Kontaktlinsenträger, die unter Allergien wie Heuschnupfen leiden, müssen nicht zwangsläufig auf ihre Linsen verzichten. Wenn die Augen die Kontaktlinsen weiterhin tolerieren und der Augenarzt seine Zustimmung erteilt, können Sie auf die Brille als Ersatz verzichten. Eine allergische Reaktion belastet das Auge und verschlechtert den Tränenfilm. Mehr Ablagerungen bilden sich, das Auge wird zusätzlich gereizt. Daher sollten Sie Ihre Kontaktlinsen bei Allergien besonders gründlich reinigen. Die Ablagerungen können durchaus Allergie-auslösende Stoffe enthalten. Die penible Reinigung und Pflege der Linsen ist nun besonders wichtig. Spezielle Oberflächenreiniger sind sehr empfehlenswert.

Welche Kontaktlinsen bei Allergien?

  • Für allergiegeplagte Linsenträger, die weiche Kontaktlinsen bevorzugen, sind Tageslinsen besonders praktisch. Hier können Sie die Linse mit allen Ablagerungen am Abend einfach entsorgen. Am Morgen erhält das Auge eine neue, frische Kontaktlinse, die frei von Ablagerungen und Allergenen wie Pollen, Hausstaub oder Tierhaaren ist.
  • Träger von 14-Tages-Kontaktlinsen, Monatslinsen oder Jahreslinsen müssen dagegen auf eine sehr gute Reinigung und Pflege achten.
  • Eine gute Alternative bieten formstabile Kontaktlinsen. Sie besitzen eine Oberfläche, die sehr glatt ist. Deshalb lassen sich die Kontaktlinsen besonders einfach sehr gründlich reinigen.

Kontaktlinsen bei Allergien: Was gilt bei Medikamenten?

Viele Allergiker nutzen Augentropfen, um die Beschwerden zu lindern. Einfache Augentropfen zur Befeuchtung der Augen dürfen Sie durchaus zusammen mit Kontaktlinsen verwenden. Auf der Packung vermerken die Hersteller, ob das jeweilige Produkt für Kontaktlinsenträger geeignet ist.

Anders sieht es dagegen bei Augentropfen mit wirksamen Inhaltsstoffen aus. Hier können sich die Wirkstoffe in die Kontaktlinsen einlagern. Das hat zur Folge, dass trotz korrekter Anwendung nicht genügend Wirkstoff im Auge ankommt. Außerdem kann es passieren, dass die Kontaktlinsen den Wirkstoff auch dann noch in das Auge abgeben, wenn gar keine Behandlung mehr nötig ist.

Lassen Sie sich von Ihrem Augenarzt beraten. Es gibt Medikamente, bei denen Sie nur kurz auf die Kontaktlinsen verzichten müssen. Häufig ist es ausreichend, nach dem Verabreichen der Augentropfen 15 Minuten zu warten. Dann ist kein Wirkstoff mehr in der Tränenflüssigkeit nachweisbar und Sie können die Kontaktlinsen wieder einsetzen. In anderen Fällen ist es erforderlich, während der Behandlung auf die Linsen zu verzichten und auf die Brille zurückzugreifen.

Warum sollten Allergiker eine Brille griffbereit haben?

Die Beschwerden am Auge können bei Allergien derart ausgeprägt sein, dass Kontaktlinsen unerträglich werden. Wenn das Gefühl, einen Fremdkörper im Auge zu haben, unerträglich wird, sollten die Kontaktlinsen herausgenommen werden. Um dann nicht den Durchblick zu verlieren, ist die Brille unverzichtbar. Daher sollte eine gut sitzende und der Sehstärke entsprechende Brille immer dabei sein. Genauso sollte stets ein Linsenbehälter mit frischer Flüssigkeit mitgeführt werden. Dort lassen sich die Kontaktlinsen sicher und sauber zwischenlagern.

Kontaktlinsen und Allergien: Warum zum Arzt gehen?

Kontaktlinsenträger, die unter Allergien leiden, sollten sich sowohl von Ihrem Hausarzt als auch von Ihrem Augenarzt beraten lassen. Der Hausarzt kann die verschiedenen Behandlungsmöglichkeiten bei Allergien aufzeigen. Neben Augentropfen und Nasensprays sind auch Tabletten erhältlich, die die allergische Reaktion unterdrücken. Auf lange Sicht kann eine Desensibilisierung die richtige Lösung sein. Der Augenarzt dagegen kann beurteilen, ob die Kontaktlinsen bei Allergien getragen werden dürfen. Er ist auch der richtige Ansprechpartner, um eventuell den Linsentyp zu wechseln. Formstabile Kontaktlinsen können bei einer Allergie von Vorteil sein.

Kontaktlinsen und Allergien: Infos auf einen Blick

  • Kontaktlinsen bei Allergien erfordern besondere Aufmerksamkeit vom Träger.
  • Bei akuten Beschwerden sollten Sie auf Kontaktlinsen verzichten.
  • Tageslinsen sind besonders praktisch, da die gebrauchte Linse am Abend einfach entsorgt wird.
  • 14-Tages-, Monats- oder Jahreslinsen sollten sehr gründlich gereinigt werden.
  • Es empfiehlt sich die Anwendung von speziellen Oberflächenreinigern.
  • Formstabile Linsen sind eine empfehlenswerte Alternative, denn Sie weisen besonders gute Reinigungs- und Pflegeeigenschaften auf.
  • Allergiegeplagte Kontaktlinsenträger sollten für den Notfall immer ihre Brille sowie eine Aufbewahrungsdose mit Flüssigkeit für die Kontaktlinsen mitführen.
  • Augentropfen mit allergielindernden Wirkstoffen sollten ohne Kontaktlinsen angewendet werden. Lassen Sie sich vom Arzt oder Apotheker beraten. Häufig ist eine Wartezeit von 15 Minuten ausreichend. Dann dürfen Sie die Kontaktlinsen wieder in das Auge einsetzen.

Quellen:
http://www.spiegel.de