Mit Kontaktlinsen am Computer arbeiten

Kontaktlinsen im Büro tragen oder besser die Brille aufsetzen? Bildschirmarbeit ist für die Augen anstrengend. Doch deswegen muss man nicht auf Linsen verzichten. Wer sich vom Fachmann beraten lässt und einfache Verhaltensregeln beachtet, kann problemlos mit Kontaktlinsen am Computer arbeiten.

Sind Kontaktlinsen am Computer ohne Bedenken tragbar?

Sind meine Kontaktlinsen auf Arbeit unproblematisch oder sollte ich lieber zur Brille greifen? – Viele Kontaktlinsenträger sind sich unsicher, ob Linsen für die Büroarbeit geeignet sind. Prinzipiell spricht nichts dagegen. Kontaktlinsen haben am Computer sogar einige Vorteile gegenüber einer Brille:

  • Sie ermöglichen ein großes, scharfes Blickfeld ohne störenden Rahmen.
  • Sie spiegeln nicht.
  • Sie haben keine drückenden Bügel.

Warum man bei der Bildschirmarbeit trockene Augen bekommt

Bildschirmarbeit ist nicht nur für Kontaktlinsenträger anstrengend, sondern prinzipiell für alle. Schaut man lange auf den immer gleichen Bereich, zum Beispiel den Computerbildschirm, stresst dies die Augen. Sie ermüden. Hinzu kommt, dass man bei der Bildschirmarbeit seltener blinzelt – normal sind 10- bis 15-mal pro Minute. Der kurze, unbewusste Lidschlag verteilt den Tränenfilm auf dem Auge und sorgt dafür, dass es feucht bleibt. Zudem wird die Hornhaut auf diesem Weg mit Sauerstoff versorgt. Arbeitet man am PC, verringert sich der Lidschlag auf bis zu unter 5-mal in der Minute. Die Folge: Das Auge wird nicht so gut mit Tränenflüssigkeit benetzt und trocknet schneller aus.

Wer mit Kontaktlinsen am Computer arbeitet, spürt diesen Umstand schneller und stärker als Brillenträger. Die Augen fühlen sich trocken an, brennen, jucken oder sind gerötet. Eventuell hat man auch mit verschwommener Sicht zu kämpfen. Das heißt aber nicht unbedingt, dass man im Büro auf die Brille umsteigen muss. Mit der richtigen Linse und einigen Verhaltenstipps lassen sich diese Probleme umgehen.

Optimale Anpassung besonders wichtig

Bei der Anpassung fragt der Optiker danach, in welchen Situationen der Kunde die Linsen tragen möchte und was er beruflich macht. Für Menschen, die im Büro arbeiten, wird er Kontaktlinsen aussuchen, die aus angenehmem Material gefertigt sind und lange Tragezeiten ermöglichen. Bei weichen Kontaktlinsen empfehlen sich vor allem Modelle aus hochsauerstoffdurchlässigem Silikonhydrogel. Eine glatte Oberfläche und Zusätze wie Hyaluron sorgen dafür, dass die Linsen angenehm sitzen und die Augen nicht austrocknen.

Formstabile Kontaktlinsen eignen sich für die Arbeit am Computer oft besser. Sie können lange getragen werden und trocknen das Auge, anders als weiche Linsen, nicht aus. Die Eingewöhnung dauert aber etwas länger. Ob das Auge für die formstabilen Linsen geeignet ist, weiß der Anpasser.

Das sollte man beachten, wenn man mit Kontaktlinsen am Computer arbeitet

Wer im Büro arbeitet, kann selbst viel tun, damit die Augen weniger unter der Bildschirmarbeit leiden. Die folgenden Maßnahmen empfehlen sich nicht nur, wenn Sie mit Kontaktlinsen am Computer arbeiten, sondern eignen sich für alle Menschen, die lange vor einem Bildschirm sitzen.

Arbeitsplatz optimal einrichten

Wer seinen Arbeitsplatz ergonomisch einrichtet, tut viel dafür, dass die Augen nicht so schnell ermüden. Der Arbeitsplatz sollte gut beleuchtet sein, das Licht aber nicht blenden. Sehr helle Lichtquellen oder Fenster neben dem Monitor strengen das Auge unnötig an. Auch die richtige Höhe von Stuhl, Schreibtisch und Bildschirm ist wichtig: Die Oberkante des Monitors sollte sich auf Augenhöhe oder etwas darunter befinden.

Auf gutes Raumklima achten

In der kalten Jahreszeit sorgt trockene Heizungsluft dafür, dass die Augen jucken oder brennen. In diesem Fall hilft es, mehrmals am Tag zu lüften, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Dabei sollte man Zugluft vermeiden. Bei Frost ist die Luft draußen meist relativ trocken. In diesem Fall bringt Lüften wenig. Luftbefeuchter können dann Abhilfe schaffen.

Regelmäßig Pausen einlegen

Wer sich auf der Arbeit gelegentlich eine Pause gönnt, tut auch den Augen etwas Gutes. Kurz aufstehen und einen Kaffee trinken oder für fünf Minuten an die frische Luft gehen, weckt müde Augen auf. Gönnen Sie Ihren Augen alle 20 Minuten eine Pause von 20 Sekunden. Schauen Sie einen mindestens 6 Meter entfernten Gegenstand an. Der Blick bleibt dabei in Bewegung und streift weitere Gegenstände, die mal näher, mal weiter entfernt sind. Sie können die Augen zwischendurch auch immer mal wieder für einige Sekunden schließen.

Bewusst blinzeln

Blinzeln erfolgt normalerweise unbewusst. Da man bei der Bildschirmarbeit seltener blinzelt, ist es hilfreich, bewusst häufig zu zwinkern. Dadurch wird die Hornhaut mit dem Tränenfilm benetzt und besser mit Sauerstoff versorgt. Das beugt dem Austrocknen der Augen vor. Dabei sollte man darauf achten, dass das Augenlid vollständig schließt und nicht etwa eine Lücke zwischen Unter- und Oberlid bleibt.

Mehr trinken

Bei Problemen mit trockenen Augen hilft es manchmal, mehr zu trinken. Dabei versorgt man den gesamten Körper – und damit auch die Augen – mit Feuchtigkeit. Ideal sind circa 2 bis 3 Liter Wasser oder ungesüßter Tee am Tag.

Augentropfen verwenden

Sind die Augen trotz dieser Maßnahmen trocken oder gereizt, können Augentropfen Abhilfe schaffen. Bevor man zu Nachbenetzungsmitteln greift, sollte man mit dem Augenarzt und/oder Optiker sprechen. Der Spezialist untersucht das Auge, um abzuklären, ob die Bildschirmarbeit die Beschwerden verursacht oder ob vielleicht eine Erkrankung dahintersteckt. Er verschreibt anschließend entsprechende Tropfen, denn nicht jedes Präparat ist für jedes trockene Auge geeignet.

Kontaktlinsen und Computer: So funktioniert es problemlos

  • Mit optimal angepassten Kontaktlinsen ist Bildschirmarbeit kein Problem.
  • Mit verschiedenen Maßnahmen kann man den Tragekomfort von Kontaktlinsen im Büro erhöhen.
  • Beschwerden sollte man vom Augenarzt abklären lassen.