Von der Brille auf Kontaktlinsen wechseln – gut vorbereitet

Mehr Bewegungsfreiheit beim Sport, veränderte Sehstärken oder persönliche Eitelkeit: Fehlsichtige wechseln aus unterschiedlichen Gründen von der Brille auf Kontaktlinsen. Die Umstellung erfordert allerdings etwas Vorbereitung. Nach der Untersuchung beim Augenarzt erfolgt die Anpassung der Haftschalen. Danach benötigen Ihre Augen ein wenig Zeit zur Gewöhnung an die Kontaktlinsen.

Wann ist ein Wechsel von der Brille auf Kontaktlinsen sinnvoll?

Eine Brille ist in manchen Situationen durchaus etwas unpraktisch. Bei heftigen Bewegungen kann sie von der Nase fallen. In Hitzeperioden laufen unter dem Gestell die Schweißperlen herunter. Im Winter beschlagen die Gläser beim abrupten Wechsel vom kalten Außenbereich in geheizte Räume. Außerdem müssen Sie nach dem Absetzen der Brille stets daran denken, sie wieder mitzunehmen.

Ein Umstieg von der Brille auf Kontaktlinsen ist dennoch nur unter bestimmten Voraussetzungen sinnvoll:

  • Dauerhaftes Tragen einer Sehhilfe: Wenn Sie die Brille lediglich zum Lesen oder Autofahren benötigen, ist das spontane Einsetzen und Herausnehmen von Haftschalen zu umständlich.
  • Berufliche Tätigkeiten mit ständiger Bewegung: Beispielsweise in der Landwirtschaft, in handwerklichen Berufen oder im Kindergarten kann eine Brille bei schnellen Richtungswechseln stören. Als Alternative ist ein Linsentyp geeignet, der die Staubbelastung im Arbeitsumfeld abfängt.
  • Sportliche Aktivitäten: Vor allem bei Disziplinen mit direktem Körperkontakt vom Kampfsport bis zu Ballspielen verringern Kontaktlinsen die Verletzungsgefahr.
  • Ästhetische Vorlieben: Haftschalen verändern Ihr äußeres Erscheinungsbild nicht und nehmen keinen Einfluss auf Ihren Kleidungsstil.

Welche Untersuchungen sind erforderlich?

Brillengläser haben einen größeren Abstand zum Auge als Kontaktlinsen. Dadurch verändert sich auch die Sehstärke des optischen Hilfsmittels.

Vor einem Umstieg sind einige Untersuchungen notwendig:

  • Der Augenarzt prüft zunächst die Eignung der Augen für Kontaktlinsen. Dazu gehört die Analyse der Hornhaut, Bindehaut und Produktion der Tränenflüssigkeit sowie ein Test zur Materialverträglichkeit.
  • Ein Sehtest gibt Aufschluss über die erforderliche Beschaffenheit und Sehstärke der Haftschalen.
  • Für die individuelle Anpassung ist zusätzlich die übliche Nutzung der Linsen mit der benötigten Sauerstoffdurchlässigkeit entscheidend.
  • Bei der ersten Nachuntersuchung erfolgt die Kontrolle der Passform und Verträglichkeit.
  • Eine regelmäßige Kontrolluntersuchung ist je nach Linsentyp alle sechs bis zwölf Monate ratsam.
  • Problemen wie Rötungen, Juckreiz oder Schmerzen am Auge sollte der Augenarzt direkt auf den Grund gehen.

Welche Linsentypen gibt es?

Die Ausführungen der Kontaktlinsen unterscheiden sich im Wesentlichen durch ihre Größe und die Sauerstoffzufuhr an die Hornhaut.

  • Formstabile Kontaktlinsen bedecken die Pupille und schwimmen auf dem Tränenfilm. Dadurch versorgen sie die Hornhaut mit viel Sauerstoff.
  • Flexible Kontaktlinsen passen sich mit einer größeren Auflagefläche der Hornhaut an. Das steigert den stabilen Sitz, verringert jedoch die Sauerstoffdurchlässigkeit.
  • Eintageslinsen haben als Sonderausführung der flexiblen Linsen einen hohen Wassergehalt und gewährleisten eine gute Sauerstoffversorgung. Die besonders weiche Oberfläche ist anfällig für Verschmutzungen und Beschädigungen. Daher müssen Sie die Haftschalen nach einmaligem Gebrauch entsorgen.

Wie lange dauert die Eingewöhnung?

Kontaktlinsen empfinden Sie durch die direkte Auflage auf dem Auge zunächst als Fremdkörper. Bei perfekt angepassten Haftschalen vergeht dieser Effekt jedoch nach kurzer Zeit. Häufig kostet es viel Überwindung, die Linsen einzusetzen. Die Augenlider schließen sich durch die Berührung reflexartig. Das Einsetzen oder Herausnehmen gelingt mit einer guten Anleitung vom Augenarzt und etwas Übung. Wenn Sie bereits mehrere Jahre von morgens bis abends eine Brille tragen, ist das Gehirn darauf trainiert. Dann ist die neue Sichtweise mit den Linsen eine gravierende Umstellung. Das Nervensystem muss die Augen erst daran gewöhnen.

Die Augen brauchen unterschiedlich lange, bis sie sich auf die Haftschalen eingestellt haben:

  • Flexible Kontaktlinsen sind meist spontan verträglich. Das Fremdkörpergefühl verschwindet üblicherweise nach wenigen Stunden.
  • Die Eingewöhnungszeit ist bei formstabilen Kontaktlinsen etwas länger. Zunächst sollten Sie die Haftschalen nur einige Stunden am Tag tragen. Wenn Sie die Tragezeit täglich verlängern, empfinden Sie die Linsen nach drei bis vier Wochen nicht mehr als Störfaktor. Danach erhöht sich die Langzeitverträglichkeit.
  • In einer Testphase können Sie Ihre Brille und die Kontaktlinsen auch abwechselnd tragen. Manchmal verlängert sich dadurch jedoch die Eingewöhnungszeit. Dann sollten Sie die Brille einige Zeit beiseitelegen und Ihre Augen an die Linsen gewöhnen.
  • Empfinden Sie die Haftschalen auch nach mehreren Wochen noch als unangenehm, ist eine erneute Anpassung empfehlenswert.

Warum ist die Kontaktlinsenhygiene wichtig?

Die Augen reagieren auf Ablagerungen und Fremdkörper empfindlich. Mangelnde Hygiene beim Umgang mit Haftschalen fördert Entzündungen im Sehorgan.

Daher müssen Sie die Kontaktlinsen regelmäßig und sorgfältig reinigen:

  • Vor dem Hantieren mit den Linsen waschen Sie Ihre Hände mit einer unparfümierten Seife.
  • Rückfettende Seifen verschmieren die Haftschalen.
  • Geeignete Reinigungs- und Desinfektionsflüssigkeiten lösen Verschmutzungen und töten Bakterien, Viren sowie Pilze ab.

Fazit: Tipps zum Wechsel von der Brille auf Kontaktlinsen

  • Die Hornhaut, die Bindehaut und die Tränenflüssigkeitsproduktion der Augen müssen für Kontaktlinsen geeignet sein.
  • Die veränderte Sehstärke der Linsen erfordert einen erneuten Sehtest.
  • Eine individuelle Anpassung der Haftschalen ist unerlässlich.
  • Das Einsetzen oder Herausnehmen der Linsen erfordert zunächst etwas Übung.
  • Die Eingewöhnungszeit beträgt bei flexiblen Kontaktlinsen wenige Stunden. An formstabile Kontaktlinsen gewöhnen sich die Augen spätestens nach drei bis vier Wochen.
  • Beim Sport sind Kontaktlinsen meistens praktischer.
  • Für den kurzfristigen Einsatz einer Sehhilfe ist das Auf- und Absetzen einer Brille einfacher.

Quellen:
http://www.dog.org/wp-content/uploads/2009/11/Kontaktlinsen-Internet.pdf
http://cms.augeninfo.de/hauptmenu/augenheilkunde/brille-kontaktlinsen-co/kontaktlinsenanpassung.html