Kombilösung für Kontaktlinsen: Der Alleskönner

Wer seine Kontaktlinsen nicht regelmäßig reinigt, erhöht das Risiko einer Augeninfektion. Doch welches der zahlreichen Kontaktlinsenmittel ist das Richtige? Viele Linsenträger entscheiden sich für eine Kombilösung, denn die ist komfortabel und säubert bei korrekter Anwendung gründlich. Lesen Sie hier, was Sie über All-in-One-Lösungen wissen müssen.

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Regelmäßige Reinigung ist wichtig

Wer seine Kontaktlinsen lange nutzen möchte, muss sie nach jedem Tragen reinigen. Während des Tragens lagern sich auf der Oberfläche der Linse nämlich Fette und Eiweiße aus dem Tränenfilm ab. Werden diese nicht entfernt, verschlechtern sie die Sicht. Außerdem bilden sie einen Nährboden für Krankheitserreger wie Pilze, Bakterien oder Viren. Dies kann nicht nur die Augen reizen, sondern auch zu gefährlichen Infektionen wie einer Hornhautentzündung führen. Für die Reinigung stehen zwei Pflegesysteme zur Wahl. Peroxid-Systeme umfassen mehrere Schritte und sind relativ aufwendig. Kombilösungen für Kontaktlinsen sind deutlich einfacher in der Anwendung.

Was sind Kombilösungen für Kontaktlinsen?

Bei der Pflege von Kontaktlinsen sind vier Schritte zu befolgen: Reinigen, Desinfizieren, Abspülen und Aufbewahren. Bei Peroxid-Systemen braucht man dafür mehrere Produkte. Die Kontaktlinsen-All-in-One-Lösung kombiniert alles in einem Pflegemittel. Häufig kann man sie zusätzlich als Nachbenetzungstropfen benutzen. Sie entfernt Protein- und Schmutzablagerungen, bekämpft Krankheitserreger und befeuchtet die Linse, damit man sie am nächsten Tag wieder angenehm tragen kann.

Welche Kontaktlinsenflüssigkeit geeignet ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. Der Kontaktlinsenspezialist hilft dabei, das passende Produkt zu finden. Dabei beachtet er beispielsweise, wie der Tränenfilm beschaffen ist und ob es Allergien gegen bestimmte Inhaltsstoffe gibt. Auch das Kontaktlinsenmaterial ist wichtig, denn nicht jedes Pflegemittel verträgt sich mit jeder Linse. Weiche Linsen und formstabile Linsen müssen jeweils anders gepflegt werden, aber auch bei den einzelnen Materialien gibt es Unterschiede. Wer Silikon-Hydrogel-Linsen nutzt, sollte darauf achten, dass das Pflegemittel als ausdrücklich dafür geeignet gekennzeichnet ist.

Damit das Pflegemittel seine volle Wirkung entfalten kann, müssen die Kontaktlinsen in der Kombilösung für einen bestimmten Mindestzeitraum lagern. Meist beträgt dieser zwischen vier und sechs Stunden. Entsprechende Informationen finden sich auf der Verpackung und/oder im Beipackzettel. Dort findet man auch Hinweise zur Haltbarkeit. Angebrochene Flaschen müssen innerhalb eines bestimmten Zeitraums aufgebraucht werden. Haben sie das Verfallsdatum erreicht, sollten sie nicht mehr verwendet werden, da sie möglicherweise nicht mehr richtig reinigen.

Reiben oder nicht reiben?

Im ersten Schritt der Kontaktlinsenpflege, der Reinigung, entfernt man Ablagerungen auf der Linse manuell. Dafür beträufelt man die Linse mit einem speziellen Oberflächenreiniger oder einem anderen Mittel und reibt sie mit dem Finger sauber. Die Hersteller einiger All-in-One-Lösungen werben damit, dass eine manuelle Reinigung bei ihren Produkten nicht notwendig sei. Solche Lösungen tragen häufig den Zusatz „No rub“. Experten empfehlen allerdings, die Linse trotzdem abzureiben, da dies sicherer sei. Dafür benötigt man allerdings kein zusätzliches Mittel, denn die Kontaktlinsen-Kombilösung eignet sich sowohl zur Reinigung als auch zum Abspülen.

Vorteile einer All-in-One-Lösung für Kontaktlinsen

Kombilösungen für Kontaktlinsen haben gegenüber den Peroxid-Pflegesystemen einige Vorteile. Der Wichtigste: Man benötigt nur ein Produkt für alle Pflegeschritte. Dadurch spart man Geld und Platz im Badezimmer. Die Pflege gestaltet sich insgesamt weniger aufwändig, sodass nicht die Gefahr besteht, dass man einen Schritt vergisst. Auch im Urlaub ist es praktisch, wenn man nur ein Pflegemittel in den Kulturbeutel packen muss. Viele Kombilösungen sind sogar in speziellen Reisegrößen erhältlich, die ins Handgepäck passen.

Nachteile von Kombilösungen

Kombilösungen reinigen und desinfizieren Kontaktlinsen, sind aber gleichzeitig so mild, dass man die Linsen anschließend ohne Neutralisation sofort einsetzen kann. Eigentlich ist dies ein Widerspruch, denn je besser ein Mittel reinigt, umso aggressiver ist es für die Augen. Tatsächlich muss man bei All-in-One-Produkten Abstriche bei der Reinigungsleistung hinnehmen. Sehr starke Verschmutzungen beseitigt das Mittel normalerweise nicht – im Gegensatz zu den intensiven Peroxid-Reinigern.

Gleichzeitig sind einige Mittel aber so scharf, dass sie empfindliche Augen reizen und Unverträglichkeiten oder Allergien verursachen: Die Augen brennen, jucken oder sind gerötet. Auch Schwellungen und Rötungen der Augenlider treten auf. Häufig sind daran Konservierungsstoffe schuld. In diesem Fall sollte man in Absprache mit dem Optiker die Kontaktlinsenflüssigkeit wechseln. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten: Man sollte niemals verschiedene Mittel nebeneinander benutzen oder gar mischen. Dabei kann es zu chemischen Reaktionen kommen, die das Auge irritieren. Einige Kontaktlinsen-Kombilösungen enthalten keine Konservierungsstoffe. Peroxid-Systeme kommen meistens ebenfalls ohne Konservierung aus und sind für Allergiker besonders geeignet.

Auf einen Blick: Kombilösungen für die Kontaktlinsen-Reinigung

  • All-in-One-Lösungen reinigen, desinfizieren und dienen der Aufbewahrung.
  • Sie enthalten häufig Konservierungsstoffe, was zu Unverträglichkeiten führen kann.
  • Experten empfehlen auch bei „No-Rub“-Produkten eine manuelle Reinigung.

Quellen

Ciba Vision: Kontaktlinsenpflege
Dr. Martina Melzer: So pflegen Sie Ihre Kontaktlinsen (erscheinen bei Apotheken Umschau am 4. Januar 2016)
Stiftung Warentest: Acht desinfizieren schlecht