Schutz gegen Sonne, Wind und Staub: So wichtig sind Wimpern

Einen verführerischen Augenaufschlag wünschen sich viele Frauen – kein Wunder, dass heutzutage mit den verschiedensten Hilfsmitteln kräftig nachgeholfen wird. Rein biologisch gesehen erfüllen die kleinen Härchen am Lidrand aber eher praktische als dekorative Zwecke. Warum der Mensch sie besitzt und welche Funktion sie erfüllen, lesen Sie hier.

wimpern

Die Funktion der Wimpern

Nicht nur Menschen, sondern nahezu alle Säugetiere haben sie: Mehr oder weniger lange Haare oder Borsten an den Augenlidern. Bei Menschen nennt man die zarten, gebogenen Härchen, die am Rand des Ober- und Unterlids sitzen, Wimpern. Die Wimpernwurzeln sind von Talg- und Schweißdrüsen umgeben. Während die Augenbrauen die Augen vor Stirnschweiß schützen, halten die Wimpern Staub, Schmutzpartikel und Fremdkörper von der Bindehaut fern. Das funktioniert über einen automatisierten Schutzmechanismus: Berührt ein Staubkorn, Insekt oder Ähnliches die feinen Haare, bewirkt dies einen reflexartigen Lidschlag.

Des Weiteren verhindern die Wimpern, dass Sonnenlicht direkt auf das Auge trifft, und sie beeinflussen die Luftströmung am Auge. Untersuchungen haben gezeigt, dass die Länge der Wimpern von Säugetieren stets in einem bestimmten Verhältnis zur Größe der Augen steht – so verringern sie die Strömungsgeschwindigkeit direkt über dem Auge. Die Wimpern bewahren das Auge vor dem Austrocknen, indem sie die aufs Auge treffende Luft zur Seite hin ableiten.

Wimpern – Zahlen und Fakten

Wie alle Haare des menschlichen Körpers bestehen auch Wimpern überwiegend aus Keratin und weisen in der Regel die gleiche Farbe auf wie das Haupthaar. Keratine sind Faserproteine, die aus abgestorbenen Zellen bestehen und sich als Hornsubstanz auch in Finger- und Zehennägeln finden. Durchschnittlich 420 Wimpern befinden sich insgesamt am menschlichen Augenpaar – 150 bis 250 am oberen und 50 bis 100 am unteren Lid. Am Oberlid erreichen sie eine Länge von rund 12 Millimetern, am unteren Lidrand sind sie nur circa 8 Millimeter lang; der obere Wimpernkranz ist also nicht nur fülliger, sondern auch länger. Die Lebensdauer einer Wimper ist begrenzt: Sie braucht nur zwei bis drei Monate, bis sie ausgewachsen ist – und schließlich ausfällt.

(http://de.statista.com/statistik/daten/studie/1754/umfrage/anzahl-der-haare-an-verschiedenen-koerperstellen/)

Diese Krankheiten können den Wimpernkranz in Mitleidenschaft ziehen

Am Wimpernkranz können sich auch verschiedene Krankheitsbilder manifestieren. Eingewachsene Wimpern, im Fachjargon auch Distichiasis genannt, sind zwar grundsätzlich eher harmlos, können aber schmerzhaft sein und sich entzünden. Eingewachsene Wimpern müssen mit der Pinzette ausgezupft werden, jedoch sollten Sie nie selbst Hand anlegen, sondern einen Arzt aufsuchen, der das Haar steril entfernt.

Wenn Wimpern in großen Mengen ausfallen, kann das verschiedene Gründe haben: In den meisten Fällen liegt entweder liegt ein Vitaminmangel oder eine Medikamentennebenwirkung vor. Doch auch anderweitige Erkrankungen wie eine Lidrandentzündung (Blepharitis) können Auslöser für die Madarosis sein, so der Fachbegriff. Auch wenn Wimpern abbrechen, kann ein Mangel an bestimmten Nährstoffen vorliegen. Mögliche Ursachen sind aber auch eine falsche Schminktechnik oder unzureichende Wimpernreinigung am Abend: Verbleibt Wimperntusche über Nacht auf den empfindlichen Härchen, werden diese leicht in Mitleidenschaft gezogen. Das hat nicht nur optische Auswirkungen, es beeinträchtigt die Wimpern auch in ihrer Funktion.

Quellen

Andreas Berke: Biologie des Auges. Mainz: WVAO, 1999 (2. Auflage).
Lexikon der Biologie: Wimpern, Spektrum.de
Das Auge, Augenarzt-Gruber.at

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