Obwohl Kontaktlinsen aus gut verträglichem Material bestehen, kann es passieren, dass sie trockene Augen verursachen. Gerade im Winter, wenn es draußen kalt und die Luft in den Räumen warm und trocken ist, reagieren die Augen empfindlich auf die zusätzliche Belastung durch Kontaktlinsen. Nachbenetzungstropfen lindern die Beschwerden.

augentropfen kontaktlinsen

Die unterschiedlichen Arten von Augentropfen

 

Man kann grob zwischen zwei Arten von Augentropfen unterscheiden: Es gibt medizinische Augentropfen, die bei ernsthaften Augenerkrankungen (beispielsweise bakteriellen oder viralen Bindehautentzündungen) oder bestimmten Autoimmunreaktionen (bei einer Pollen- oder Hausstauballergie) eingesetzt werden, und solche Augentropfen, die lediglich das trockene Auge befeuchten. Letztere ähneln in ihrer Zusammensetzung dem Tränenfilm des Auges. Sie enthalten beispielsweise Hyaluronsäure, das sehr viel Wasser binden kann und verhindert, dass der Tränenfilm im Auge abnimmt. Einige solcher Augentropfen enthalten auch beruhigende Zusätze wie den pflanzlichen Inhaltsstoff Euphrasia . Spezielle Augentropfen für Kontaktlinsen-Träger benetzen nicht nur das trockene Auge, sondern reinigen gleichzeitig die Kontaktlinse von Ablagerungen.

Trockene Augen nicht selbst behandeln

 

Obwohl viele Mittel frei verkäuflich sind, sollte man bei Augenproblemen nicht zu Tropfen zur Nachbenetzung von Kontaktlinsen greifen. Trockene Augen können Zeichen für eine ernsthafte Augenerkrankung sein. Bei Augenbeschwerden sollte man daher immer zunächst einen Augenarzt die Diagnose stellen lassen. Freiverkäufliche Augentropfen können die Beschwerden sogar verschlimmern. Denn werden die falschen Präparate verwendet, können sie den Tränenfilm unter Umständen sogar „verwässern“, wodurch er noch leichter aufreißt. Das Auge trocknet dann noch stärker aus.

 

Trockene Augen bei Kontaktlinsenträgern haben verschiedene Ursachen. Neben zu geringer Luftfeuchtigkeit und dauerhafter Bildschirmarbeit können auch das Material der Linse oder die Kontaktlinsenflüssigkeit das Auge reizen. In diesem Fall weiß der Kontaktlinsenspezialist Rat.

Darreichungsformen von Augentropfen

Augentropfen werden in verschiedenen Packungsgrößen verkauft. Nachbenetzungslösung für Kontaktlinsen in kleinen Fläschchen kann man mehrmals verwenden. Allerdings enthält sie manchmal Konservierungsstoffe, damit sie keimfrei bleibt. Kleine Ampullen für den Einmalgebrauch wie in der Abbildung sind praktisch für unterwegs. Da sie nur eine einzelne Dosis enthalten, müssen die Tropfen nicht konserviert werden. Augensprays versorgen das Auge mit Lipiden, die auch in der Tränenflüssigkeit vorkommen. Die Präparate sprüht man auf das geschlossene Auge. Anschließend gelangen sie über die Lidkante in das Auge und stabilisieren dort den Tränenfilm. Ob das trockene Auge zusätzliche Flüssigkeit in Form von Tropfen oder Lipid-Sprays benötigt, kann ein Augenarzt feststellen.

Vorsicht bei Benetzungstropfen und weichen Kontaktlinsen

 

Bevor man Augentropfen bei Kontaktlinsen verwendet, sollte man sich darüber informieren, ob das gewählte Mittel für Kontaktlinsenträger geeignet ist. Entsprechende Hinweise findet man auf der Verpackung oder dem Beipackzettel. Wer weiche Kontaktlinsen trägt, sollte nur konservierungsfreie Produkte verwenden. Da die Linsen Flüssigkeit aufsaugen, lagern sich die Konservierungsstoffe in der Linse ab und können das Auge reizen. Harte Kontaktlinsen saugen sich zwar nicht voll, aber die Konservierungsstoffe können das Material schädigen.

 

Verschreibt der Arzt medizinische Augentropfen, sollte man unbedingt fragen, ob man die Kontaktlinsen während der Behandlung tragen darf. Weiche Kontaktlinsen können die Wirkung des Medikaments beeinflussen. Sie saugen die medizinischen Wirkstoffe auf und geben sie anschließend unkontrolliert an das Auge ab. In solchen Fällen muss man die Linse herausnehmen, bevor man die Augentropfen verwendet. Normalerweise kann man sie 15 Minuten später wieder einsetzen. Einige antiallergische Augentropfen können zudem die Kontaktlinse aufweichen oder verfärben.

 

Weitere Informationen dazu erhält man beim Augenarzt oder im Beipackzettel der Augentropfen.

Augentropfen und Kontaktlinsen – das Wichtigste in Kürze

 

  • Probleme mit dem Augen sollte man immer durch einen Augenarzt untersuchen lassen.
  • Einige Augentropfen vertragen sich nicht mit Kontaktlinsen. Hinweise finden sich auf der Verpackung oder im Beipackzettel.
  • Nachbenetzungstropfen ohne Konservierungsstoffe eignen sich besser bei Kontaktlinsen.

Quellen

Daniela Biermann: Damit es nicht ins Auge geht (erschienen bei Pharmazeutische Zeitung online)
Angela Ehmer (Dipl.-Ing. (FH) Augenoptik) und Prof. Dr. med. Gerd Uwe Auffarth: Hilfe für jeden Augenblick! (erschienen in DOZ – Optometrie & Fashion, Ausgabe 07/2008)
Hexal: Augentropfen
Dr. A. Jaksche: Das trockene Auge (erschienen in Universitätsaugenklinik Bonn)
Ernst-Albert Meyer: Lipidschicht wird geschädigt (erschienen im PTA-Forum online)