Kontaktlinsen: Hygiene ist das A und O
Kontaktlinsen machen Brillen Konkurrenz, denn sie sind unsichtbar, stören im Alltag nicht und ermöglichen ein größeres Sichtfeld. Doch beim Tragen von Kontaktlinsen treten mitunter Probleme auf – schließlich liegen die Linsen direkt auf der empfindlichen Augenoberfläche auf. Oftmals beruhen Unverträglichkeiten und Beschwerden in Zusammenhang mit Kontaktlinsen schlicht auf unzureichender Hygiene. Erfahren Sie hier, wie Sie diese verbessern.
Inhaltsverzeichnis
Die Basics der Kontaktlinsen-Hygiene
Es gibt verschiedene Arten von Kontaktlinsen – weiche und harte, Monats- und Jahreslinsen, um nur einige Varianten zu nennen. Entsprechend groß ist auch das Sortiment an Reinigungssystemen: Für jeden Kontaktlinsentyp gibt es die geeigneten Pflege- und Reinigungsprodukte. Doch die beste Reinigung nützt Ihnen nichts, wenn Sie bei der Handhabung Fehler machen. Deshalb haben wir Ihnen die wichtigsten Hygiene-Basics im Umgang mit Kontaktlinsen zusammengestellt:
- Bevor Sie die Kontaktlinsen einsetzen oder herausnehmen, waschen Sie sich gründlich die Hände. Berühren Sie die Linsen nämlich mit schmutzigen Händen, war die Reinigung umsonst. Trocknen Sie die Hände nach dem Waschen mit einem fusselfreien Tuch ab, damit sich keine Partikel auf den Linsen festsetzen.
- Spülen Sie die Kontaktlinsen vor dem Einsetzen mit einer sterilen Kochsalzlösung ab. Leitungswasser ist dafür keinesfalls geeignet, da es Keime enthält.
- Zur Kontaktlinsen-Hygiene gehört auch das Sauberhalten des Kontaktlinsenbehälters: Spülen Sie ihn nach dem Einsetzen der Linsen mit Kochsalzlösung aus und lassen Sie ihn an der Luft trocknen. Spätestens alle zwei bis drei Monate sollten Sie einen neuen Kontaktlinsenbehälter verwenden.
- Wenn Sie das erste Mal Kontaktlinsen tragen, informieren Sie sich sorgfältig über das Reinigungssystem, das Sie benutzen werden. Lesen Sie die Verpackungsbeilage und lassen Sie sich bei Unsicherheiten von Ihrem Optiker beraten. Verwenden Sie auf jeden Fall nur Produkte, die für Ihren Linsentyp geeignet sind – das gilt auch für die Aufbewahrungslösung. Beispielsweise dürfen Sie für weiche Kontaktlinsen keine Reinigungsmittel verwenden, die für harte Kontaktlinsen gedacht sind, und andersherum. Und benutzen Sie nie Mittel aus unterschiedlichen Systemen: Die enthaltenen Chemikalien können miteinander reagieren, was schlimmstenfalls zu Komplikationen beim Tragen führt.
- Fragen Sie Ihren Optiker oder Augenarzt nach einem geeigneten Reinigungssystem, das maximale Hygiene gewährleistet. Bei der Entscheidung sollten auch Ihre Alltagsroutinen und eventuelle Allergien eine Rolle spielen. Ein bislang verwendetes System wechselt man am besten nur nach Absprache mit dem Optiker.
Maximale Kontaktlinsen-Hygiene in fünf essenziellen Pflegeschritten
Wie Sie bei der Pflege Ihrer Kontaktlinsen genau vorgehen, hängt davon ab, welches Hygienesystem Sie benutzen. Fragen Sie gegebenenfalls Ihren Augenarzt oder Optiker. Die folgenden Schritte gehören eigentlich immer dazu:
Schritt 1: Reinigen
Wenn Sie die Linsen herausnehmen, reinigen Sie sie anschließend immer – das funktioniert so: Die Kontaktlinse liegt auf der sauberen Handfläche. Träufeln Sie einige Tropfen der Reinigungsflüssigkeit auf die Linse und reiben Sie sie vorsichtig für circa 20 Sekunden mit dem kleinen Finger. Auf diese Weise lassen sich Schmutz, Fett und andere Ablagerungen entfernen. Anschließend spülen Sie die Linse mit Kochsalzlösung ab, um eventuelle Rückstände von der Reinigungslösung zu entfernen. Verfahren Sie danach ebenso mit der anderen Linse.
Schritt 2: Desinfizieren
Die Kontaktlinsen sind nun oberflächlich gereinigt. Das reicht für eine wirklich gründliche Kontaktlinsen-Hygiene jedoch nicht aus. Im zweiten Schritt werden Viren, Bakterien und andere Mikroorganismen von den Linsen entfernt. Dafür gibt es in Ihrem Reinigungssystem eine spezielle Desinfektionslösung, in der Sie die Linsen für einen bestimmten Zeitraum legen. Besonders gründlich reinigen Lösungen mit Wasserstoffperoxid.
Schritt 3: Neutralisieren
Da Wasserstoffperoxid bei direktem Kontakt für die Augen ausgesprochen gefährlich ist, wird die Desinfektionslösung neutralisiert. In einem speziellen Kontaktlinsenbehälter mit Platinkatalysator findet die Neutralisierung parallel zur Desinfektion statt. Nach einer vorgeschriebenen Mindestaufbewahrungszeit sind die Linsen wieder einsetzbereit – unterschreiten Sie die angegebene Zeitdauer auf keinen Fall! Als Alternative sind Neutralisierungstabletten erhältlich, die in die Desinfektionslösung gegeben werden.
Schritt 4: Aufbewahren
Kontaktlinsen können nicht dauerhaft getragen werden. Um Problemen vorzubeugen, sollten Sie die empfohlenen Tragezeiten nie überschreiten. Wenn Sie Ihre Kontaktlinsen nicht tragen, bewahren Sie sie in einer speziellen Aufbewahrungslösung auf. Bei täglichem Tragen ist es sinnvoll, eine Lösung ohne Konservierungsstoffe zu verwenden. Bei längerer Trageunterbrechung ist jedoch aus hygienischen Gründen eine Aufbewahrungslösung geeigneter, welche die Vermehrung von Mikroorganismen hemmt.
Schritt 5: Proteinentfernung
Ein wichtiger Teil der Kontaktlinsen-Hygiene ist die Entfernung von Eiweißen, die sich im Tränenfilm befinden und mit der Zeit auf der Linse absetzen. Da die Proteine mitunter zu Unverträglichkeiten führen, ist es empfehlenswert, etwa einmal pro Woche eine Reinigung mit einer Proteinentfernungstablette durchzuführen.
Für manche Linsentypen sind auch All-in-One-Produkte geeignet, die alle oben beschriebenen Schritte abdecken. Ihr Optiker wird Ihnen sagen, ob eine solche Kombilösung infrage kommt.
Fazit: Kontaktlinsen-Hygiene
- Eine mangelnde oder falsch durchgeführte Kontaktlinsen-Hygiene ist die häufigste Ursache von Komplikationen.
- Beachten Sie stets die Basics: die Hände waschen vor dem Berühren der Linsen, kein Leitungswasser verwenden, geeignetes Reinigungssystem wählen, Kontaktlinsenbehälter sauber halten und regelmäßig austauschen.
- Die optimale Kontaktlinsen-Hygiene besteht aus 5 Schritten: 1. Reinigen, 2. Desinfizieren, 3. Neutralisieren, 4. Aufbewahren, 5. Proteine entfernen.