Mit Sonnenbrillen beim Autofahren durchblicken

Strahlender Sonnenschein fördert die gute Laune. Das grelle Licht ist jedoch beim Autofahren eine Belastung für die Augen. Eine Sonnenbrille beim Autofahren schützt vor starker Blendung. Sie ermöglicht dennoch eine klare Sicht auf die Straße.

Welche Sonnenbrillen sind zum Autofahren geeignet?

Wenn Autofahrer vom Sonnenlicht geblendet sind, ist damit immer ein Sicherheitsrisiko verbunden. Die Augen schließen sich reflexartig. Das lenkt zumindest für einen kurzen Moment vom Straßenverkehr ab.

Eine Sonnenblende im Fahrzeug hilft lediglich bei frontaler Sonneneinstrahlung. Mit jedem Richtungswechsel fällt das Licht von einer anderen Seite auf die Fenster, die Seiten- oder Innenspiegel. Die Sonnenbrille beim Autofahren schirmt die Augen beständig vor der Blendung ab.

Zur optimalen Schutzfunktion sollte die Sonnenbrille beim Autofahren folgende Kriterien erfüllen:

  • Die Tönung darf Lichtwellen zu maximal 92 Prozent abfangen.
  • Eine neutrale Färbung der Brillengläser in Grau oder Braun gewährleistet die Farberkennung.
  • Fassung und Bügel sollten so schmal sein, dass sie das Sichtfeld nicht einschränken.

Wann ist eine Sonnenbrille verkehrstauglich?

Sind die Brillengläser zu dunkel, ist Ihre Sicht beeinträchtigt. Das wird als Fahrlässigkeit eingestuft. Bei einer Verkehrskontrolle fällt ein Verwarnungsgeld von 10 Euro an.

Als ungeeignet gelten Sonnenbrillen mit einer Tönung von mehr als 92 Prozent.

Außerdem hängt die Verkehrstauglichkeit von der gewählten Farbe der Tönung ab. Wenn Sie die Brille in der Dunkelheit als Blendschutz gegen Scheinwerferlicht nutzen, darf die Tönung maximal 25 Prozent betragen.

Im Einzelfall sollte immer der Optiker beratend zur Seite stehen, da zur Beurteilung der Verkehrstauglichkeit viele Faktoren eine Rolle spielen!

Für den Tönungsgrad gibt es eine entsprechende Kennzeichnung in fünf Kategorien:

  • Kategorie 0: Tönung bis zu 20 Prozent
  • Kategorie 1: Tönung von 20 bis 57 Prozent
  • Kategorie 2: Tönung bis zu 82 Prozent
  • Kategorie 3: Tönung bis zu 92 Prozent
  • Kategorie 4: Tönung bis zu 97 Prozent

Welchen Einfluss haben zusätzliche Funktionen der Brillengläser?

Sogenannte phototrope Brillengläser dunkeln sich abhängig von der UV-Strahlung selbst ab. Die Windschutzscheibe eines Autos lässt keine UV-Strahlung durch. Daher sind solche selbsttönenden Gläser aus älteren Produktserien nicht für den Straßenverkehr geeignet.

Moderne phototrope Brillengläser reagieren auch auf Licht. Eine Abdunkelung ist also auch hinter der Windschutzscheibe möglich. Allerdings trotz modernster Technik nicht in einem vergleichbaren Umfang.

Polarisierende Sonnenschutzgläser filtern Lichtreflexe und Spiegelungen. Eine Polarisationsschicht lässt senkrecht ausgerichteten Lichtwellen nicht zu den Augen durch. Das verhindert den Blendeffekt. Der Polarisationsfilter unterstützt zudem das kontrastreichere Sehen und die Farbwahrnehmung.

Wichtig: Einige Bildschirme (Navi, Head-Up-Display) lassen sich mit polarisierenden Brillengläsern nicht mehr gut ablesen.

Entspiegelte Brillengläser fangen ebenfalls Lichtreflexe ab. Vor allem beim Autofahren sind entspiegelte Innenseiten der Gläser wichtig. Dann reflektiert auch von hinten kein Licht von der Brillenglasrückseite ins Auge.

Wie schützen sich Fehlsichtige vor der Sonne?

Wenn Sie kurz- oder weitsichtig sind, unterstützt eine Sonnenbrille mit Sehstärke Ihre Augen. Vor allem auf längeren Strecken können aufsteckbare Sonnenbrillen-Clips sinnvoller sein. Diesen Aufsatz klappen Sie bei Bedarf hoch. Dann brauchen Sie die Brille nicht abzusetzen, wenn Sie beispielsweise durch einen Tunnel fahren.

Fazit: Die Anforderungen an eine Sonnenbrille beim Autofahren

  • Die Tönung darf maximal 92 Prozent betragen und es dürfen nur Farben verwendet werden, die im Straßenverkehr zugelassen sind.
  • Tönungsfarben wie Braun oder Grau sind für die Farberkennung oftmals geeignet.
  • Schmale Brillenbügel ermöglichen die Sicht in alle Richtungen.
  • Fehlsichtige benötigen eine Sonnenbrille mit Sehstärke oder aufsteckbare Sonnenbrillen-Clips.
  • Ein Optiker sollte immer die Verkehrstauglichkeit bestätigen.

Quellen:
http://www.zva.de/news/was-m%C3%BCssen-autofahrer-bei-sonnenbrillen-beachten
https://www.adac.de/infotestrat/adac-im-einsatz/motorwelt/sommersuenden_im_auto.aspx