Brillenglaszentrierung: für den perfekten Durchblick

Bei der Brillenanpassung zählt nicht nur die Stärke der Gläser. Die Brille muss auch richtig sitzen, damit sie die Sehschwäche optimal ausgleicht. Alles Wissenswerte zur Zentrierung der Brille.

Was bedeutet Brillenglaszentrierung?

Bei einer neuen Brille sind weitere Dinge entscheidend als nur Form und Farbe des Gestells. Damit die Brillengläser die Sehschwäche gut korrigieren, bestimmt der Optiker die Stärke sowie gegebenenfalls weitere Werte, zum Beispiel Achse und Zylinder bei einer Hornhautverkrümmung oder die Addition bei Alterssichtigkeit. Damit die Brillengläser die Sehschwäche optimal korrigieren, müssen Gläser und Gestell richtig auf der Nase sitzen. Der Optiker ermittelt bestimmte Zentrierdaten, auf deren Grundlage die Gläser so geschliffen werden, dass sie in der Fassung die richtige Position haben. Dies bezeichnet man auch als Brillenglaszentrierung. Das ist bei jeder Brillenfassung und jedem Gesicht anders. Dabei spielen zum Beispiel Blick- oder Kopfbewegungen, die Körperhaltung und die Position der Augen eine wichtige Rolle.

So funktioniert die Brillenzentrierung

Wollte ein Optiker früher eine Brille zentrieren, tat er dies manuell. Er zeichnete zum Beispiel direkt auf dem Brillenglas in der Brillenfassung ein, wo die Pupillen liegen und welchen Abstand die Augen zueinander haben. Heutzutage gibt es dafür spezielle Messgeräte. Oft kommt ein Zentrierungscomputer zum Einsatz.

Bei der Brillenglaszentrierung werden verschiedene Werte ermittelt. Dazu gehören:

  • Augenabstand: Entfernung zwischen Pupillenmitte und der Mitte der Brillenfassung (Nasensteg)
  • Durchbiegewinkel: Wie stark die Fassung zum Gesicht hin gebogen ist
  • Durchblickhöhe: Die Stelle, an der ein Auge durch das Brillenglas schaut, vom unteren Rahmen aus gemessen
  • Hornhautscheitelabstand (HSA): Abstand zwischen Hornhaut und Brillenglas
  • Vorneigung der Fassung: Neigung des Brillenglases nach vorne

Ein weiterer Wert ist der Augendrehpunkt. Er liegt im Auge und lässt sich daher nur mit einer speziellen Ausrüstung messen. Es handelt sich dabei um einen Punkt, der von allen Seiten des Auges gleich weit entfernt ist. Um diesen Punkt bewegt sich das Auge beim Sehen, wenn man beispielsweise zur Seite oder nach oben schaut. Der Augendrehpunkt hat bei einem kurzsichtigen Auge, das einen längeren Augapfel aufweist, einen anderen Wert als bei einem weitsichtigen Auge, dessen Augapfel kürzer ausfällt.

Brillenglaszentrierung bei Gleitsichtbrillen besonders schwierig

Verschwommenes Sehen, Kopfschmerzen, Schwindel – selbst wenn Brillengläser die richtige Stärke haben, kann es zu solchen asthenopischen Beschwerden kommen, wenn die Brille nicht korrekt zentriert ist. Die Zentrierung der Brillengläser ist Millimeterarbeit und muss von einem Fachmann durchgeführt werden. Schon kleine Abweichungen können zu den genannten Symptomen führen.

Gleitsichtbrillen sind in diesem Zusammenhang besonders knifflig. Da sie verschiedene Schärfebereiche haben, muss der Optiker die Brillengläser sehr genau anpassen. Ist die Brille nicht optimal zentriert, sieht der Träger nur dann scharf, wenn er dies mit Kopf- und Körperhaltung ausgleicht. Ist beispielsweise der Fernbereich zu tief zentriert, muss er den Kopf anheben, um scharf sehen zu können. Dies kann zu Kopf- und Nackenschmerzen führen.

Brillenglaszentrierung: Ein wichtiger Schritt bei der Brillenanpassung

  • Unter Zentrierung versteht man die Ausrichtung der Brillengläser zum Auge.
  • Damit eine Brille die Sehschwäche optimal korrigiert, muss nicht nur die Stärke stimmen, sondern auch die Zentrierung.
  • Eine schlecht zentrierte Brille kann Kopfschmerzen, Schwindel oder Ermüdung verursachen.

Quellen

spektrum.de: Lexikon der Optik: Brillenanpassung
Stiftung Warentest: Optiker: Durchblick getrübt
Zeiss: Was ist der Augendrehpunkt?

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