Eine tiefe Schramme durchzieht das Glas oder die Gläser erscheinen ganz matt? Sind sie erst einmal vorhanden, lassen sich Kratzer nicht mehr entfernen. Ein Austausch der Brillengläser ist in diesem Fall die einzige Lösung. Eine sachgemäße Reinigung und Aufbewahrung sind daher der beste Schutz vor Kratzern.

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Warum eine Brille mit Kratzern die Sicht trübt

Wenn Sie Ihre Brille gegen das Licht halten und dabei Kratzer entdecken, sollten Sie sich damit nicht abfinden. Bereits feinste, mit bloßem Auge nicht erkennbare Kratzer beeinträchtigen das Sehen, denn sie verursachen Lichtstreuungen, die die Augen irritieren. Zwar machen sich die Schwierigkeiten beim Scharfsehen zunächst kaum bemerkbar. Da sie die Augen jedoch stärker fordern, ermüden diese rascher, was sich in Kopfschmerzen und Konzentrationsschwierigkeiten äußern kann. Bei Dunkelheit sind die Kratzer deutlich wahrnehmbar: Blickt man in eine Lichtquelle, bildet sich um diese ein strahlenförmiger Lichtkranz.

Sind Sie mit Ihrer alltäglichen Sehhilfe regelmäßig im Straßenverkehr unterwegs oder tragen Sie jeden Tag für mehrere Stunden eine Arbeitsbrille, dann sollten Sie Brillengläser, selbst wenn sie nur leicht zerkratzt sind, austauschen.

Die Brillengläser haben Kratzer – lassen sie sich entfernen?

Hartnäckig hält sich das Gerücht, Kratzer ließen sich auspolieren. Doch die häufig angepriesenen Poliermittel zerkratzen die Glasoberfläche leider nur noch mehr. Allein spezielle Polierschwabbeln und Pasten glätten Unebenheiten. Selten verfügen Laien über derartige Hilfsmittel. Zudem hat dies einen unerwünschten Nebeneffekt: Indem die Schwabbel die unliebsamen Kratzer einebnet, trägt sie weiteres Material ab. Dabei verschwinden nicht nur die wertvollen Glasveredelungen, sondern auch die Sehstärke wird stark verändert. Damit büßt die Sehhilfe ihre eigentliche Funktion ein.

Warum das Polieren der Brille Kratzer nicht entfernt

Die besondere Beschaffenheit von Brillengläsern macht es unmöglich, Kratzer herauszupolieren. Prinzipiell bestehen die Gläser außer aus dem Grundglas aus weiteren Beschichtungen, die der Härtung oder der Entspiegelung dienen. Möglich sind weitere Glasveredelungen wie Tönung,
Polarisierung, UV-Schutz sowie wasserabweisende und antistatische Schutzversiegelungen. Bei der Herstellung verschmelzen diese Schichten miteinander. Jede Schicht ist hochempfindlich, schließlich beträgt ihre Dicke nur ungefähr ein Prozent der Dicke eines Haares. Jede Oberflächenbearbeitung beschädigt die Beläge und verzerrt das Glas, wobei Gläser aus Kunststoff anfälliger sind als solche aus mineralischem Glas.

Auch wenn es immer wieder empfohlen wird: Greifen Sie auf keinen Fall zu Hausmitteln wie Zahnpasta, Messing- oder Silberreiniger, um Ihre Brillengläser zu polieren und eventuelle Kratzer zu entfernen. Die grobkörnigen Partikel in diesen Mitteln führen dazu, dass die Brille nur noch stärker zerkratzt wird. Im schlimmsten Fall verändern sie die Glaskrümmung und damit die Stärke einer Korrektionsbrille.

Ist die Brille zerkratzt, müssen die Gläser ausgetauscht werden

Suchen Sie einen Optiker auf, wenn die Brillengläser zerkratzt sind. Er fertigt Ihrer Sehstärke entsprechende neue Gläser an und setzt diese in die Fassung ein. Dabei misst er den Mittelpunkt der Pupillen, um die neuen Gläser optimal auszurichten und exakt einzuschleifen.

Die alte Brillenfassung bleibt erhalten. Schrammen auf der Fassung sind nicht problematisch: Weist sie ebenfalls Kratzer auf, lassen sie sich im Unterschied zu denen auf Gläsern wegpolieren. Nur bei Metallgestellen ist es gelegentlich schwierig, den Kratzern mithilfe von Poliermittel und Schleifen beizukommen. Eine neue Lackierung oder Farbschicht jedoch verleiht dem Gestell neuen Glanz.

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Kratzern auf der Brille vorbeugen

Kratzer müssen aber nicht sein: Durch sachgemäßen Umgang und Pflege beugen Sie ihnen vor. Zusätzlichen Schutz bieten spezielle Beschichtungen.

Brille richtig putzen und pflegen

Auch wenn sie griffbereit sind: Verwenden Sie niemals Hemdsärmel oder Papiertaschentücher, um Ihre Brille zu reinigen. Die Textilfaser einiger Kleidungsstücke zerkratzt die empfindlichen Gläser, bis sie mit der Zeit matt werden. Papiertaschentücher sind wiederum zu glatt, weshalb sie Staubablagerungen auf dem Glas lediglich verreiben. Da sich jeder Staubpartikel im Vergleich zur hauchdünnen Glasbeschichtung wie ein riesiges Korn ausnimmt, wirkt das Taschentuch wie Schleifpapier. Lediglich für den Fall, dass Sie die Brille zuvor mit Wasser abgespült und damit von Schmutz befreit haben, eignet sich unter Umständen auch ein Taschentuch.

Nur Mikrofasertücher eignen sich zum Brillenputzen. Sie weisen unzählige feine Maschen auf, die sämtliche Schmutzpartikel aufnehmen. Auf Nummer sicher gehen Sie, wenn Sie die Brille vor dem Polieren mit lauwarmem Wasser abspülen. Dies verhindert, dass besonders große Partikel haften bleiben.

Spezielle Sprays erleichtern die Reinigung. Sie überziehen die Gläser mit einem antistatischen Schutzfilm, der Staub dauerhaft fernhält. Am schonendsten jedoch ist die Ultraschallreinigung. Hierbei entfernen Ultraschallwellen sämtliche Ablagerungen, indem ihre hochfrequenten Schwingungen die Verschmutzung quasi abschütteln.

Sachgemäße Aufbewahrung

Eine achtlos herumliegende Brille zerkratzt rascher. Sie kann versehentlich herunterfallen oder der Kontakt mit anderen Gegenständen hinterlässt Schrammen. Auf keinen Fall ist es sachgemäß, sie auf den Gläsern abzulegen. Wenn Sie also die Brille nach dem Absetzen jedes Mal sicher verstauen, verhindert das Kratzer.

Zur Brillenaufbewahrung gibt es viele Möglichkeiten: Etuis, Brillenbänder, Regale und Boxen. Am besten eignen sich verschließbare, ausgepolsterte Etuis, deren Innenmaterial weder kratzt noch Fusseln bildet.

Kratzschutz durch Glasveredelung

Manche Beschichtungen machen die Brillengläser strapazierfähiger. Eine spezielle Lackschicht erhöht die Gläserhärte, sodass sie weniger empfindlich sind. Gänzlich verhindern können sie Kratzer jedoch nicht.

Antistatische Versiegelungen und wasserabweisende Beläge, sogenannte Lotusschichten, helfen insofern, als dass Schmutzpartikel nicht haften bleiben. Dadurch sinkt das Risiko, dass bei der Reinigung der Gläser feine Kratzer entstehen.

Fazit

  • Weist die Brille Kratzer auf, lassen sich diese nicht mehr entfernen.
  • Bereits feine Kratzer beeinträchtigen die Sicht erheblich.
  • Zerkratze Gläser müssen durch neue ersetzt werden.