Wie oft eine neue Brille anschaffen?

Wer mit der Mode gehen will, ändert häufig seine Brille. Mit den wechselnden Trends von großen Nerd-Brillen über den Retro-Look hin zu sportlichen Exemplaren ist das bisherige Modell dann rasch obsolet. Verändert sich die Sehstärke, ist der Wechsel der Brille ohnehin eine medizinische Notwendigkeit. Erfahren Sie, wann es Zeit für eine neue Brille ist.

Veränderung der Sehkraft erfordert neue Brille

Die individuellen Sehwerte bleiben nicht ein Leben lang konstant. Und wenn das Sehvermögen abnimmt, bedarf es einer neuen Brille. Denn nur eine neu angepasste Brille gewährleistet optimale Sicht. Gerade im Straßenkehr ist dies unerlässlich.

Die Abnahme der Sehstärke ist allerdings ein schleichender Prozess. Wie stark sich eine Sehverschlechterung bemerkbar macht, ist von Mensch zu Mensch sehr verschieden. Einige empfinden eine geringe Veränderung der Sehschärfe von 0,25 Dioptrien als starke Einbuße, anderen fällt die Sehverschlechterung nicht auf. Generell gilt, dass ab einer Verschlechterung von 0,5 Dioptrien im Minus- oder Plusbereich eine neue Brille fällig ist.

Es empfiehlt sich, in regelmäßigen Abständen einen Augenarzt zur Kontrolle aufzusuchen oder beim Optiker einen Sehtest durchzuführen. Grundsätzlich sind jegliche Anzeichen einer Sehverschlechterung Anlass für einen Arztbesuch. Gerade bei rasanten Verschlechterungen, schwankendem Sehvermögen oder plötzlich auftretenden Sehfehlern wie Gesichtsfeldausfällen ist dieser unabdingbar. Mitunter verbergen sich dahinter schwere Augenkrankheiten oder andere Erkrankungen wie Herz-Kreislauf-Probleme, Diabetes oder eine Schilddrüsenunterfunktion. Zudem beeinflussen auch Medikamente die Sehleistung. Laien sind nicht in der Lage, selbstständig abzuschätzen, was die Ursache ist und wie oft sie tatsächlich eine neue Brille benötigen.

Stellt der Augenarzt eine Veränderung des Sehvermögens fest, haben Sie die Möglichkeit, entweder neue Korrektionsgläser in die bisherige Fassung einsetzen zu lassen oder eine komplett neue Brille in Auftrag zu geben. In aller Regel ist die Neuverglasung problemlos möglich. Ausnahmen stellen beispielsweise Multifokalgläser dar, die aufgrund ihrer verschiedenen Sehzonen eine Mindestbreite der Glaseinfassung voraussetzen.

Wie bemerken Sie, wann Sie eine neue Brille benötigen?

Bei manchen Brillenträgern hält die Sehhilfe 10 Jahre, andere brauchen bereits nach einem Jahr neue Korrekturgläser. Nur ein Sehtest gibt sichere Auskunft über den Bedarf einer neuen Brille. Dennoch gibt es Symptome, die auf veränderte Sehwerte hinweisen. Einige Beschwerden wie müde und brennende Augen, Kopfschmerzen und Schwindelgefühl lassen sich häufig auf eine nicht mehr ausreichende Sehhilfe zurückführen.

Bei Problemen im Nahbereich wie bei einer zunehmenden Altersweitsichtigkeit ist es typisch, dass Betroffene Gegenstände beim Betrachten weit von sich weghalten. Bei der Bildschirmarbeit wiederum reicht die Lesebrille nicht aus. Wer sich häufig nach vorne beugt, um etwas am Monitor zu erkennen, benötigt neue Korrekturgläser. Da aus einer gebeugten Haltung und das In-den Nacken-Legen des Kopfes häufig Rücken- und Nackenschmerzen resultieren, sind auch diese ein Indiz für eine nachlassende Sehstärke.

Schwierigkeiten beim Entziffern von Buchstaben, Unschärfen beim Blick in die Ferne oder Menschen, die bei größerer Distanz nur noch als Silhouette erscheinen, deuten auf eine verstärkte Kurzsichtigkeit hin. Dies geht oftmals auch damit einher, dass Betroffene die Augen unwillkürlich zusammenkneifen. Diese Merkmale sind wichtige Hinweise, wann eine neue Brille notwendig ist.

Altersbedingte Sehverschlechterungen: Wie oft die Brille wechseln?

Das Sehvermögen unterliegt Schwankungen. Das Alter ist hierbei ein wichtiger Faktor. Wann eine neue Brille fällig ist, lässt sich nur mit Augenuntersuchungen sowie Sehtests zuverlässig feststellen. Daher ist eine regelmäßige Konsultation eines Augenarztes ratsam. Je nach Lebensphase empfiehlt sich eine andere Frequenz. Allgemein raten Augenärzte dazu, ab dem 40. Lebensjahr mindestens alle 2 Jahre die Augen untersuchen zu lassen. Ab 65 Jahren sogar jährlich. Denn mit zunehmendem Alter nimmt die Elastizität der Augenlinsen ab, was zur sogenannten Altersweitsichtigkeit führt. Neben der Sehschärfe treten weitere Störungen auf, die aber neue Brillengläser korrigieren können. Dazu gehören die Abnahme der Kontrastempfindlichkeit und eine erhöhte Blendungsempfindlichkeit.

Inwiefern sich der Sehsinn in späteren Lebensphasen tatsächlich vermindert und wie oft dadurch eine neue Brille erforderlich wird, ist bei jedem Menschen anders. Bei familiären Vorbelastungen, einer medizinischen Vorgeschichte oder bei Krankheiten wie Diabetes, Bluthochdruck oder einer Erkrankung der Schilddrüse ist das Risiko einer Sehverschlechterung erhöht.

Wie oft wird eine neue Sehhilfe benötigt? Diese Frage stellen sich insbesondere Eltern. Denn im Kindes- und Jugendalter unterliegt das Sehvermögen wachstumsbedingt einem Wandel. Insbesondere in der Zeitspanne von 0 bis 5 Jahren wachsen die Augen zumeist nicht proportional, was das Sehvermögen beeinträchtigt. Bei Kleinkindern tritt häufig eine geringfügige Weitsichtigkeit auf, die oft wieder verschwindet, sich in manchen Fällen aber auch verstärkt. Gerade in dieser wichtigen Phase der Entwicklung ist es wichtig, die Sehhilfe entsprechend anzupassen. Nur so bildet sich das Sehvermögen voll aus und das Gehirn verarbeitet die Eindrücke richtig. Umso wichtiger ist es, Beeinträchtigungen rasch festzustellen. Da kleine Kinder Sehstörungen nicht bewusst wahrnehmen beziehungsweise oft nicht imstande sind, diese mitzuteilen, ist die Feststellung, wann eine neue Brille erforderlich ist, ein schwierigeres Unterfangen.

Die Anzeichen nicht hinreichend korrigierter Sehfehler sind bei Kindern sehr unterschiedlich: Schielen, Augenzittern, zwanghaftes Drehen des Kopfes oder Augenreiben, Vorbeigreifen beim Versuch einen Gegenstand zu erfassen, Entwicklungsverzögerungen oder Probleme in der Schule. Ein Augenarzt beherrscht verschiedene Methoden und nutzt spezielle Sehtests, um bei Kindern eine Sehschwäche festzustellen.

Brillenarten und Glasveredelungen – Grund für eine Neuanschaffung

Wer mit einer neuen Brille anfangs Sehschwierigkeiten hat, braucht nicht gleich eine neue Sehhilfe. Denn diese hängen häufig nicht mit falsch zentrierten Gläsern oder Brillenwerten zusammen, sondern damit, dass eine neue Brille eine anatomische Anpassung sowie eine Eingewöhnungsphase erfordert. In seltenen Fällen reicht allerdings die gewählte Glasqualität nicht aus. Gerade bei hohen Dioptrie-Werten im Plusbereich fallen mineralische Brillengläser bei geringem Brechungsindex schwer aus. Asphärische Gläser führen in diesem Fall hin und wieder zu Abbildungsfehlern, der sogenannten chromatischen Aberration. Abhilfe bietet eine Neuverglasung mit hochwertigen asphärischen Gläsern.

Die Antwort auf die Frage, wie oft eine neue Sehhilfe notwendig ist, hängt auch von den Aktivitäten und dem Komfortbedürfnis des Brillenträgers ab. Für jeden Bedarf gibt es spezielle Brillenarten. Den häufigen Blickwechsel zwischen Nähe und Ferne erleichtern Gleitsichtgläser. Wer häufig am Computerbildschirm sitzt, benötigt bisweilen zusätzlich eine Bildschirmbrille. Sportler brauchen bruchsichere Modelle wie Ballsportbrillen, vor Staub und Blendungen schützende Fahrradbrillen oder Taucher- und Schwimmbrillen.

Das Sehen vereinfachen zudem verschiedene Glasveredelungen. Wem beispielsweise Spiegelungen auf dem Computermonitor, Reflexionen und Sonnenlicht stören, dem helfen Mehrfachentspiegelungen oder polarisierende Gläser.

Beschädigte Brillen müssen ersetzt werden

Ersetzen Sie eine beschädigte und nicht reparierbare Brille. Abgebrochene Bügel, ein entzweigegangener Nasensteg oder stark verbogene Scharniere gewährleisten nicht mehr den richtigen Sitz der Sehhilfe.

Lassen Sie auch zerkratzte Gläser austauschen. Denn eine Politur verschlimmert den Schaden. Kratzer verursachen Lichtstreuungen und damit Abbildungsfehler. Nur eine Neuverglasung löst das Problem.

Auf einen Blick

  • Eine Sehverschlechterung erfordert eine neu an die individuellen Werte angepasste Brille.
  • Augenuntersuchungen und Sehtests stellen den Bedarf einer neuen Brille zuverlässig fest.
  • Bei Schäden und Problemen mit der Sehhilfe ist die Neuanschaffung oftmals unumgänglich.
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