Unsere Augen leisten täglich enorme Arbeit. Damit sie ihre Funktion optimal erfüllen, müssen sie vor Überlastung geschützt werden. Sind die Augen gestresst oder müde, versprechen verschiedene Übungen Entspannung für die Augen – und sogar eine Verbesserung der Sehkraft.

augenübungen

Regelmäßige Augenübungen sind vor allem für Menschen hilfreich, die überwiegend am Bildschirm arbeiten. Das stundenlange, konzentrierte Schauen auf den Monitor stresst nämlich die Augen und erhöht Studien zufolge sogar das Risiko für Kurzsichtigkeit (Myopie). Oft können einfache Übungen wie Blinzeln oder in die Ferne schauen helfen, die strapazierten Sehorgane temporär zu entspannen. Zudem gibt es noch viele weitere Augenübungen, die für Abwechslung sorgen und so einer einseitigen Belastung der Augenmuskulatur entgegenwirken.

Wichtig zu wissen ist hierbei: Sogenannte Sehtrainer vertreten die Position, dass Augentraining beziehungsweise spezielle Übungen helfen können, wieder leichter und klarer zu sehen – vorausgesetzt, die Übungen werden konsequent über Monate durchgeführt. Die Wirksamkeit solcher Augenübungen ist aus wissenschaftlich-medizinischer Sicht aber nicht erwiesen und eine bestehende Fehlsichtigkeit wie Kurz- oder Weitsichtigkeit durch Augentraining laut Augenärzten nicht behebbar.

Generell sollte man die Ursache von Sehproblemen fachmedizinisch abklären lassen. Ansonsten spricht aus medizinischer Sicht kaum etwas gegen die Übungen für die Augen. Schädlich sind sie im Normalfall nicht, im besten Fall beugen sie sogar einer Kurzsichtigkeit vor. Wenn also die Betroffenen subjektiv den Eindruck haben, dass ihnen Augenübungen helfen, haben sie auch für die meisten Schulmediziner durchaus ihre Berechtigung.

Durch einfache Blickwechsel die Augenmuskulatur effektiv fordern

In der heutigen Arbeitswelt richten viele Menschen ihren Blick über Stunden auf einen Bildschirm, der oft nicht einmal eine Armlänge entfernt ist. Auch im Alltag müssen die Augen durch eine verstärkte Bildschirmnutzung deutlich mehr „Naharbeit“ verrichten. Das stellt eine besondere Belastung für die Augen dar, weil bestimmte Augenmuskeln dadurch überstrapaziert werden. In erster Linie betrifft das den Ziliarmuskel, der sich im Aufhängeapparat der Augenlinse befindet. Mithilfe dieser kreisförmig angeordneten Muskelfasern kann sich die Augenlinse auf das Nah- und Fern-Sehen einstellen – diese Fähigkeit nennt man Akkommodation. Bei der Nahanpassung wird der Ziliarmuskel angespannt, wodurch sich die Augenlinse krümmt. Wenn man in die Ferne blickt, erschlafft der Ziliarmuskel und die Linse flacht sich ab.

Damit der Ziliarmuskel und die anderen Augenmuskeln „in Bewegung bleiben“ beziehungsweise trainiert werden, sollte man gerade bei intensiver Bildschirmarbeit oder konzentriertem Lesen regelmäßig die Augen weit öffnen und den Blick wandern lassen. Es kann auch hilfreich sein, zwischendurch aus dem Fenster in die Wolken zu schauen und dann wieder Gegenstände in der Nähe zu fixieren. Auf diese Weise werden alle Augenmuskeln in kurzer Zeit beansprucht. Andernfalls kann es passieren, dass durch die permanente „Naharbeit“ der Blick in die Ferne verschwimmt und man kurzsichtig wird. Fordern kann man die Muskulatur der Augen auch durch folgende Übungen:

  • Beim sogenannten Augen-Yoga bewegt man die Augen langsam nach links und rechts, nach oben und unten sowie diagonal nach rechts oben und links unten und umgekehrt. Die Augen-Yoga-Übungen kann man mit offenen oder geschlossenen Augen durchführen.
  • Man kann während dieser Augenübungen als zusätzliches Training versuchen, die Umrisse der Gegenstände wahrzunehmen, die am Rande des Blickfeldes auftauchen.
  • Zudem kann man eine Bleistiftspitze, die man ungefähr eine Armlänge entfernt hält, fixieren und im Anschluss in die Ferne schauen. Wie alle genannten Augenübungen sollte man auch diese regelmäßig wiederholen.

Sehstress reduzieren – durch Entspannungsübungen für die Augen

Stundenlanges Arbeiten am Bildschirm ermüdet die Augen. Eine Pause einzulegen, sich entspannt zurückzulehnen und die Augen zur Erholung zu schließen sind wirksame Gegenmaßnahmen. Folgende Augenübungen bieten sich an, um die Augen zu entspannen, die Durchblutung anzuregen und die Konzentration zu fördern:

  • Bei verspannten Augen hilft auf die Schnelle oft eine Akupressur. Hierbei drückt man mit Daumen und Zeigefinger seitlich an jener Stelle des Nasenflügels, wo sonst die Brille sitzt.
  • Auch Pressen und Reiben unterhalb der Augen, ungefähr dort, wo die Wangenknochen beginnen, soll müde Augen wieder munter machen.
  • Beim sogenannten Palmieren werden die Hände aneinander gerieben und dadurch erwärmt. Anschließend stützt man die Ellenbogen auf dem Tisch auf und verschließt mit dem Handteller die Augen. Wenn alles ganz schwarz ist, entspannt man für rund 3 Minuten.
  • Zur Entspannung bei der Bildschirmarbeit kann man die Hände auch für ein paar Minuten leicht gewölbt über die geschlossenen Augen legen, ohne dabei die Augenlider zu berühren. Abschließend nimmt man die Hände von den Augen und öffnet sie mit blinzelnden Lidschlägen.

Übersicht über die Wirksamkeit von Augenübungen

  • Die Wirksamkeit von Augenübungen, die auf eine Verbesserung der Sehkraft abzielen, ist wissenschaftlich nicht belegt.
  • Einfache Übungen können gestresste Augen entspannen; auch kurze Erholungspausen helfen in diesem Fall und können die Augen vor Überlastung schonen.

Quellen

Der PC ebnet der Kurzsichtigkeit den Weg, Ärztezeitung.de
Bildschirmtätigkeit: Harte Arbeit für die Augen, Pharmazeutische Zeitung online