Brillenglaeser

 

Ultra-dünn, bruchsicher, hochbrillant und mehrere Sehstärken gleichzeitig korrigierend: High-Tech-Gläser sind optische Meisterwerke. Doch Qualität hat ihren Preis. Je nachdem, welche Anforderungen Ihre Brillengläser erfüllen sollen, benötigen Sie besondere Gläser oder spezielle Glasveredelungen.

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Brillenglas-Materialien: Kunststoff oder mineralisches Glas?

 

Kunststoff und mineralisches Glas erbringen die gleiche optische Leistung. Jedoch hat jedes Material seine Vorzüge. In Sachen Tragekomfort punkten Kunststoffgläser, denn sie sind sehr leicht. Außerdem ist Kunststoff bruchsicherer und splittert nicht – es besteht also kein Verletzungsrisiko. Dafür ist das um einiges härtere Mineralglas hinsichtlich Kratzfestigkeit nicht zu übertreffen – trotz Hartlackbeschichtungen für Kunststoffgläser.

Sportbrillen, etwa Skibrillen oder Schwimmbrillen, bestehen daher zumeist aus robustem Polycarbonat. Lediglich für Tauchermasken verwenden Hersteller besonders bruchfestes Verbundglas.

Auch wenn es in der Regel mehr kostet, entscheiden sich die meisten Brillenträger wegen des geringeren Gewichts für Kunststoff. Schließlich sind leichte Brillengläser angenehmer zu tragen und hinterlassen seltener Druckstellen. Inwieweit mineralisches Brillenglas den Tragekomfort schmälert, hängt allerdings von den Dioptrienwerten sowie von der Größe des Gestells ab.

Gläserdicke und Hochwertigkeit

 

Ein hoher Brechungsindex steht für hochwertige Brillengläser. Dieser gibt an, wie das Glas einfallende Lichtstrahlen bricht und reflektiert. Je höher der Index, desto dünner fällt das Glas aus. Gerade bei hohen Dioptrienwerten, die dickere Gläser erfordern, reduziert ein guter Brechungswert die Glasstärke und damit das Gewicht. Oft nehmen Optiker für Einstärkengläser folgende Qualitäts- und Preisstufen vor:

 

  • Standardgläser (Brechungsindex 1,5): Normalglas oder das Kunststoffmaterial CR39 mit diesem Brechungsvermögen eignen sich bis zu einem Dioptrienwert von +/- 2.
  • Dünneres Glas (Brechungsindex 1,6): Dieses Glas fällt bei einer Sehstärke von +/- 2 bis 4 Dioptrien immer noch angenehm dünn aus.
  • Besonders dünne Qualitätsgläser (Brechungsindex 1,67): Sie empfehlen sich ab einer Stärke von +/- 4 bis 6 Dioptrien. Der Kunststoff M7 ist um 30 Prozent dünner als das Standardmaterial CR39.
  • Extra-dünne Premiumgläser (Brechungsindex 1,74): Der hochbrechende Kunststoff MR174 ist nur halb so dick wie Normalglas. Ab +/- 6 Dioptrien lohnt sich eine Investition in diese hochwertigen Brillengläser.

Sphärisch oder asphärisch?

 

Auch diese Frage entscheidet über die Qualität der Gläser. Im Gegensatz zu sphärischen weisen asphärisch geschliffene Linsen keine gekrümmte Oberfläche auf. Da bei sphärischen Gläsern zu den Rändern hin leichte Unschärfen entstehen, empfehlen sich bei Sehstärken im mittleren und hohen Plusbereich asphärische Linsen. Neben einer besseren Abbildungseigenschaft ermöglichen diese abgeflachten Linsen einen dünneren Schliff, der mit geringerem Gewicht verbunden ist. Dieser Vorzug kommt Kurz- und Weitsichtigen gleichermaßen zugute.

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Brillenglasbestimmung und Gläserarten

 

Jede Fehlsichtigkeit erfordert eine andere Glasart. Im Rahmen einer Brillenglasbestimmung – gleichbedeutend mit einem Sehtest – ermitteln Optiker oder Augenarzt präzise Korrektionswerte im Nah- und Fernbereich sowie weitere optische Parameter. So werden im Falle einer Hornhautverkrümmung Sphäre, Zylinder und Achsenwert gemessen. Im Brillenpass werden sämtliche Werte festgehalten, die zur Anfertigung der Gläser notwendig sind.

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Auch Brillengröße und Fassung werden für die individuelle Anpassung der Gläser berücksichtigt. Je nach Brillenmodell fallen Augenabstand und Neigung des im Rahmen eingefassten Glases anders aus. Um Verzerrungen im Randbereich zu vermeiden und die Gläser exakt entsprechend der Durchblickhöhe der Pupillen zu zentrieren, berechnet ein Fachmann diese Maße mit ein.

Üblich sind die folgenden Gläserarten:

 

  • Einstärkengläser können mehrere Fehlsichtigkeiten korrigieren. Sie finden beispielsweise bei Fernbrillen und Lesehilfen Anwendung. Fernbrillen sind für weite Sehdistanzen optimiert, gleichen demnach eine Kurzsichtigkeit aus. Lesebrillen sorgen hingegen bei Altersweitsichtigkeit im Nahbereich bis etwa 40 Zentimeter für scharfe Sicht. Daneben wird eine Brille mit Einstärkengläsern auch bei Weitsichtigkeit getragen. Liegt zusätzlich eine Hornhautverkrümmung vor, gleichen sie diese ebenfalls aus.
  • Mehrstärkengläser gleichen mehrere Sehfehler gleichzeitig aus: Ab einem bestimmten Alter lassen sich aufgrund der abnehmenden Akkommodationsfähigkeit des Auges nahe Objekte nicht mehr fokussieren. Liegt zugleich eine Kurzsichtigkeit vor, bietet sich eine Gleitsicht- oder Bifokalbrille an. Denn diese weisen mehrere Sehzonen pro Glas auf, die entweder nahe oder ferne Objekte scharf abbilden. Dies erübrigt den ständigen Wechsel von einer Brille, die Weitsichtigkeit korrigiert, auf eine für Kurzsichtigkeit gedachte Brillen (und umgekehrt), wenn ein Blickwechsel zwischen Ferne und Nähe notwendig ist. Im Unterschied zu Bifokalgläsern ist der Übergang zwischen den Sehbereichen bei Gleitsichtbrillen stufenlos. Zugunsten eines komfortablen Sehens empfiehlt sich eine Fassung, in der die Gläser nicht allzu schmal ausfallen.
  • Filtergläser sind getönt. Außerdem weisen Sonnenbrillen diese Gläserart auf, um als Blendschutz zu fungieren. Die Tönungsintensität bestimmt die Lichtdurchlässigkeit und sollte entsprechend dem Anwendungsbereich gewählt werden. Hierzu gibt es fünf Schutzkategorien. Ganz gleich, ob selbsttönend, polarisierend oder klassische Sonnenschutzgläser – in jedem Fall ist es möglich, dass filternde Brillengläser zugleich Fehlsichtigkeiten korrigieren.

Glasveredelungen und Beschichtungen

 

Verschiedene Beschichtungen dienen dem Sehkomfort oder erhöhen die Strapazierfähigkeit einer Brille:

 

  • Entspiegelung reduziert irritierende Reflexionen und verbessert den Seheindruck. Reflexionen werden bei leistungsfähigen Veredelungen, sogenannter Super- und Dreifachentspiegelung, kaum mehr wahrgenommen. Die Qualitätsstufen reichen von Einfachentspiegelung (Lichtdurchlässigkeit von 50 Prozent) bis zu Superentspiegelung (100 Prozent).
  • Kratzschutz entsteht durch eine Oberflächenhärtung, welche die Gläser weniger anfällig gegenüber Kratzern macht.
  • UV-Schutz hält die schädliche ultraviolette Strahlung fern. Diese greift Bindehaut und Hornhaut an und kann Grauen Star hervorrufen.
  • Tönungen reduzieren das einfallende Licht und schützen die Augen davor, geblendet zu werden.
  • Clean-Coat-Schichten schützen vor Verschmutzungen. Sie glätten die Glasoberfläche so stark, dass Schmutzpartikel nicht haften bleiben und Brillenputzen weniger häufig notwendig ist.
  • Lotus-Schichten wirken ebenfalls schmutzabweisend und erleichtern Reinigung und Pflege. Auch Fette und Flüssigkeiten perlen an ihnen ab.
  • Anti-Beschlag-Schichten verhindern, dass die Brillengläser bei Temperaturwechsel beschlagen.

Fazit

 

  • Kunststoffgläser sind leichter und bruchsicherer, mineralisches Glas hingegen kratzfester.
  • Brechungsindex und Linsenkrümmung entscheiden ebenfalls über Gläserdicke.
  • Eine Brillenglasbestimmung stellt die benötigte Gläserart fest.
  • Glasveredelungen erhöhen die Sehqualität und die Langlebigkeit der Brille.