Viele Kontaktlinsenneulinge kostet das erste Einsetzen Überwindung, andere kommen sofort mit der neuen Sehhilfe zurecht. Es ist nicht ungewöhnlich, wenn das Auge die Linse zunächst als Fremdkörper empfindet und tränt. Lesen Sie hier, wie viel Zeit man zur Eingewöhnung bei Kontaktlinsen benötigt und welche Probleme auftreten können.

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Sich an die Kontaktlinsen gewöhnen

Kontaktlinsen liegen praktisch – von einem dünnen Flüssigkeitsfilm abgesehen – direkt auf dem Auge. Das ist beim ersten Tragen noch ungewohnt und die Augen reagieren darauf oft mit verstärktem Tränenfluss, um den vermeintlichen Fremdkörper herauszuspülen.

Was die Dauer der Gewöhnung betrifft, muss man zwischen den einzelnen Kontaktlinsenarten unterscheiden, denn bei harten Kontaktlinsen verläuft die Gewöhnung langsamer als bei weichen. Wie lange der Gewöhnungsprozess genau dauert, variiert von Person zu Person. Es ist nicht ungewöhnlich, dass die Augen in der ersten Zeit gereizt sind. Damit die Kontaktlinsen-Eingewöhnung möglichst schnell vonstattengeht, sollte man die Kontaktlinsen grundsätzlich von einem Spezialisten anpassen lassen. Er kennt nicht nur die passenden Linsen, sondern steht Kontaktlinsenunerfahrenen auch mit Rat und Tat zur Seite. Er übt mit dem Kunden das korrekte Einsetzen und Herausnehmen der Linsen, bis dies problemlos funktioniert. Vielen hilft es, wenn beim ersten Mal der Optiker die Linsen einsetzt. So spürt man, wie das Auge aufgehalten werden muss und welcher Druck notwendig ist, um die Linsen auf dem Auge zu platzieren.

Weiche Kontaktlinsen: Schnelle Gewöhnung

Weiche Kontaktlinsen bestehen aus dünnem, weichem Material und sind deswegen im Auge fast nicht zu spüren. Dadurch gewöhnt man sich schon innerhalb weniger Tage an die Kontaktlinsen. Durch ihre Flexibilität passen sie sich der Hornhaut des Auges an und da sie etwas größer als harte Kontaktlinsen sind, reichen sie auch bei geöffnetem Auge bis unter den Lidrand. Daher haften sie sehr gut, weswegen man sie auch bei sportlichen Aktivitäten tragen kann.

Doch auch beim Tragen von weichen Kontaktlinsen können sich die Augen anfangs etwas gereizt anfühlen. Das sollte aber schnell vorübergehen. Für Neulinge ist meist nicht das Tragen das Problem, sondern das Einsetzen und Herausnehmen. Beides sollte man sich beim ersten Mal vom Spezialisten zeigen lassen sowie unter seiner Beobachtung und Anleitung auch selbst durchführen. Dass man sich dazu ins Auge fassen muss, kostet anfangs Überwindung und man benötigt häufig mehrere Versuche, bis man die Kontaktlinse richtig eingesetzt beziehungsweise herausgenommen hat.

Harte Kontaktlinsen: Eingewöhnung dauert länger

Bei harten Kontaktlinsen dauert die Eingewöhnung oft etwas länger. Dafür sind die formstabilen Linsen gesünder für das Auge und bei vielen Fehlsichtigkeiten die bessere Wahl. Die Linsen sind aus einem härteren Material gemacht und formstabil. Das ist der Grund, warum manche Kontaktlinsenneulinge sie stärker als Fremdkörper im Auge wahrnehmen. Deshalb rät der Kontaktlinsenspezialist normalerweise dazu, die Tragezeit nur langsam zu steigern. Meist beginnt man mit ein bis zwei Stunden täglich und verlängert die Tragezeit jeden Tag um ein oder zwei Stunden, bis man die Linsen schließlich den ganzen Tag über ohne Probleme im Auge behalten kann. Die Eingewöhnungszeit nimmt üblicherweise ein bis drei Wochen in Anspruch.

Kontaktlinsen bei Alterssichtigkeit

Mit der Zeit verliert die Augenlinse an Elastizität und nahe Objekte lassen sich nicht mehr so gut fokussieren. Meist lässt die Fähigkeit zur scharfen Nahsicht schon ab dem 40. Lebensjahr nach. Um das auszugleichen, gibt es verschiedene Arten von Kontaktlinsen. Der Kontaktlinsenspezialist hilft dabei, die richtige zu finden. Eines haben die entsprechenden Kontaktlinsen alle gemeinsam: Sie benötigen vergleichsweise viel Eingewöhnungszeit – unabhängig davon, ob man vorher bereits Linsen getragen hat oder nicht.

Bei der Korrektur von Alterssichtigkeit trägt man keine Kontaktlinse mit jeweils einer bestimmten Stärke, sondern entweder Multifokallinsen mit mehreren Stärkebereichen in einer Linse oder zwei Linsen mit jeweils unterschiedlicher Stärke – eine für die scharfe Nahsicht, eine für die Fernsicht. Die Eingewöhnungszeit hängt hierbei weniger von einem Fremdkörpergefühl ab. Vielmehr muss das Gehirn lernen, die aus den verschiedenen Stärken resultierenden Seheindrücke zu einem scharfen Bild zu verarbeiten. Bei sogenannten bivisuellen Multifokallinsen sorgen die verschiedenen Stärken innerhalb einer Linse dafür, dass ein Nah- und ein Fernbild auf der Netzhaut entstehen. Das Gehirn muss sich auf das jeweils erforderliche Bild konzentrieren. Doch auch, wenn man zwei unterschiedliche Einstärkenlinsen verwendet, muss das Gehirn lernen, die unterschiedlichen Eindrücke beider Augen zu verarbeiten. Beim Kontaktlinsenspezialisten kann man die verschiedenen Linsen testen und sich für diejenigen entscheiden, mit denen man am besten zurechtkommt.

Bei multifokalen weichen beziehungsweise harten Kontaktlinsen dauert die Eingewöhnung in der Regel zwei bis drei Wochen. Hat man danach immer noch Sehprobleme, sollte man mit dem Kontaktlinsenanpasser besprechen, ob sich eine andere Variante besser eignet.

Gewöhnung an Kontaktlinsen im Überblick

  • Weiche Kontaktlinsen werden normalerweise schnell vertragen.
  • Bei harten Kontaktlinsen dauert die Gewöhnung etwa ein bis drei Wochen.
  • Bei Gleitsicht-Kontaktlinsen muss das Gehirn die neue Art des Sehens zunächst trainieren. Dies dauert mehrere Wochen.

Quellen

Augenärzte Thun: Informationen für Kontaktlinsen-Interessent(innen) (PDF)
Berufsverband der Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA): Augenärzte informieren: Kontaktlinsen (PDF)