Kontaktlinsenarten

 

Weich oder hart? Monats- oder Jahreslinse? Wer sich für Kontaktlinsen entscheidet, hat die Qual der Wahl. Dieser Artikel gibt einen Überblick über die verschiedenen Kontaktlinsenarten und benennt ihre Eigenschaften sowie Vor- und Nachteile.

kontaktlinsenarten

Kontaktlinsen: Aus welchem Material?

 

Grob lassen sich zwei Arten von Kontaktlinsen unterscheiden: weiche und harte Kontaktlinsen. Welche die richtigen sind, weiß der Optiker oder Augenarzt, nachdem er die Augen untersucht hat.

Harte Kontaktlinsen schwimmen auf dem Tränenfilm und saugen sich nicht am Auge fest. Dadurch gelangt während des Tragens ausreichend Sauerstoff an die Hornhaut, weswegen sie sich auch für trockene Augen eignen. Wie der Name verrät, sind sie formstabil und halten daher wesentlich länger als weiche Kontaktlinsen, im Normalfall 1 bis 2 Jahre. Allerdings dauert es länger, bis man sich an diese Kontaktlinsenart gewöhnt hat. Harte Linsen erzeugen zu Beginn häufig ein Fremdkörpergefühl, das mit der Zeit aber verschwindet.

Weiche Kontaktlinsen sind meist aus flexiblem Silikon-Hydrogel gefertigt, das sich an das Auge anschmiegt. Sie sind etwas größer als harte Linsen und decken die Hornhaut vollständig ab. Das erschwert die Sauerstoffversorgung der Hornhaut, weshalb weiche Linsen bei trockenen Augen häufig nicht erste Wahl sind. Ihr größter Vorteil ist ihr hoher Tragekomfort, denn man gewöhnt sich schnell an die Kontaktlinsen. Diese Art Linsen sitzt darüber hinaus so fest auf dem Auge, dass sie auch bei schnellen Kopfbewegungen oder beim Schwimmen nicht aus dem Auge fällt.

Tragedauer ist abhängig von Art der Kontaktlinsen

 

Bei Kontaktlinsen gibt es große Unterschiede hinsichtlich ihrer Haltbarkeit. Harte sowie individuell angepasste weiche Kontaktlinsen kosten etwas mehr, halten dafür aber auch länger. Formstabile Linsen können bei guter Pflege 1 bis 2 Jahre, individuelle weiche Linsen bis zu 1 Jahr lang getragen werden. Wann es Zeit für neue Linsen ist, erfährt man bei der regelmäßigen Kontrolle beim Augenarzt oder Optiker. Diese sollte bei harten Linsen alle 12 Monate, bei weichen sogar alle 6 Monate stattfinden.

Austauschlinsen werden in deutlich kürzeren Intervallen gewechselt. Sehr verbreitet sind weiche Monatslinsen, die man alle 30 Tage ersetzt. Sie sind auch als 2-Wochen-Linsen erhältlich. Tageslinsen hingegen sind für den einmaligen Gebrauch konzipiert und werden nach dem Tragen entsorgt. Dies hat den Vorteil, dass Aufwand und Kosten für Reinigung und Desinfektion entfallen. Für Brillenträger, die nur gelegentlich Linsen tragen möchten, beispielweise beim Sport, sind sie eine günstige Alternative zu Monats- oder Jahreslinsen.

Wenn der Augenarzt es erlaubt, sind auch Dauertragelinsen eine Option. Diese weiche Kontaktlinsenart trägt man 30 Tage am Stück, auch nachts. Selbst zwischendurch müssen sie nicht zur Reinigung und Desinfektion herausgenommen werden. Das ist zum Beispiel dann vorteilhaft, wenn man auf die Kontaktlinsenflüssigkeit allergisch reagiert. Diese Linsen eignen sich allerdings nicht für jedermann und können beispielsweise Menschen mit trockenen Augen Probleme bereiten.

Speziallinsen für Hornhautverkrümmung und Alterssichtigkeit

 

Kontaktlinsen korrigieren nicht nur Kurzsichtigkeit und Weitsichtigkeit. Es gibt auch Kontaktlinsenarten für andere Fehlsichtigkeiten. Mit torischen Kontaktlinsen gleicht man Hornhautverkrümmungen aus. Diese Linsen gibt es ebenfalls als weiche und harte Variante. Trägt man harte Linsen, reichen bei leichteren Verkrümmungen sphärische Kontaktlinsen aus.

Für Alterssichtigkeit (Presbyopie) sind spezielle multifokale Kontaktlinsen erhältlich, sowohl in harter als auch in weicher Form. Wie bei Gleitsichtbrillen, kommt allerdings nicht jeder Träger damit zurecht. Es gibt jedoch noch weitere Methoden, Alterssichtigkeit mit Kontaktlinsen zu korrigieren, zum Beispiel mit einer zusätzlichen Lesebrille. Auch die Monovisionsmethode, bei der man Standardkontaktlinsen mit unterschiedlichen Stärken trägt, kann bei Presbyopie helfen. Dabei ist ein Auge für die Fernsicht optimiert, das andere für den Nahbereich. Man sieht also mit einem Auge immer scharf und mit dem anderen unscharf. Das Gehirn lernt, das unscharfe Bild zu unterdrücken, allerdings ist die Monovisionsmethode in der Anfangsphase gewöhnungsbedürftig. Welche Methode sich am besten eignet, bespricht man mit dem Kontaktlinsenanpasser.

Farbige Kontaktlinsen

 

Kontaktlinsen sollen eigentlich eine Fehlsichtigkeit korrigieren. Farbige Kontaktlinsen haben jedoch auch – oder sogar nur – einen kosmetischen Zweck: Sie intensivieren die Augenfarbe oder verändern sie. Sie sind in verschiedenen Kontaktlinsenarten erhältlich, zum Beispiel als Monats-, Tages- oder als torische Linsen. Wer gut sieht, aber trotzdem eine neue Augenfarbe ausprobieren möchte, erhält sie auch ohne Stärke.

Verschiedene Arten Kontaktlinsen: Das muss man wissen

 

  • Kontaktlinsen lassen sich grob in weiche und harte Arten unterscheiden.
  • Je nach Art der Linsen können sie einen Tag bis 2 Jahre lang getragen werden.
  • Auch Hornhautverkrümmungen und Alterssichtigkeit lassen sich mit Linsen korrigieren.
  • Augenarzt und Optiker wissen, welche Linsen sich am besten eignen.