Brillen

 

Eine Brille ist schon längst nicht mehr die lästige Sehhilfe, die sie früher einmal war. Unter anderem die Weiterentwicklung von Materialien für Brillengläser und Fassungen verhalf in den vergangenen Jahren der Brille kontinuierlich zu einer neuen Rolle: Sie ist heute eine modische Bereicherung, sie unterstreicht Stile und sie kann dabei zum gewünschten Image einer Person einen entscheidenden Beitrag leisten. Das gilt genauso auch bei schwerwiegenden Sehschwächen, die mit entsprechend hohen Dioptrienwerten verbunden sind.

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Die Brille im Wandel der Zeit

 

Lange Zeit waren Brillen ein notwendiges Übel, auf das man sich einlassen musste, wenn man unter einer Sehschwäche litt. Die Auswahl an Fassungen war überschaubar, und wer auf ein sogenanntes Kassengestell (eine Brille, deren Kosten vollständig von der Krankenkasse übernommen wurden) zurückgreifen musste, sah damit oft alles andere als modebewusst aus. Das hat sich komplett gewandelt: Heute haben Sie als Kunde die Qual der Wahl zwischen verschiedenen Brillenmodellen aus den unterschiedlichsten Materialien. So müssen Sie beim Kauf nicht nur danach gehen, welche Brillenart für die Korrektur Ihrer Sehschwäche am besten geeignet ist, sondern können auch wählen, welche Brille am besten zu Ihrem Typ passt. Dabei können Sie neben unterschiedlichsten Materialien auch aus einer Fülle an Farben und vor allem Formen wählen.

Brillen für jede Sehschwäche

 

Zunächst muss aber natürlich von Ihrer Sehschwäche abhängen, welche Brillenart für Sie grundsätzlich infrage kommt. Wenn Sie in einer bestimmten Entfernung in der Ferne oder der Nähe nicht deutlich sehen, ist eine Einstärkenbrille geboten. Mehrstärkenbrillen korrigieren hingegen auf mehrere Entfernungen und werden deshalb von Menschen bevorzugt, die sowohl nahe als auch entfernte Objekte nur unscharf erkennen können. Auf diese Weise kombinieren sie Fern- und Lesebrille in einer Brille, sodass das ständige Wechseln entfällt.

 

  • Lesebrille: Eine Lesebrille wird bei der Altersweitsichtigkeit nötig, die bei vielen Menschen etwa ab dem 40. Lebensjahr einsetzt. Die Elastizität der Augenlinse lässt nach, sodass Gegenstände in nächster Nähe nicht mehr fokussiert werden können. Eine Sammellinse in der entsprechenden Stärke verschiebt den Brennpunkt wieder auf die Netzhaut, sodass Sie Ihre nächste Umgebung wieder klar erkennen.
  • Fernbrille: Sind Sie hingegen schon in jungen Jahren weitsichtig, hilft Ihnen eine Lesebrille nicht weiter. Wie auch Kurzsichtige, die Objekte in der Ferne nicht richtig erkennen, benötigen Sie eine Fernbrille. Je nachdem, unter welcher Fehlsichtigkeit Sie leiden, werden für die Brillengläser Sammel- oder Zerstreuungslinsen verwendet. In der richtigen Stärke sorgen sie dafür, dass Sie alle Gegenstände in der entsprechenden Entfernung wieder deutlich sehen.
  • Bifokalbrille: Wenn zu der bereits bestehenden Fehlsichtigkeit eine altersbedingte Weitsichtigkeit hinzukommt, können Sie entweder ständig die Fern- gegen die Lesebrille austauschen oder einfach eine Brille nutzen, die mit zwei Stärken korrigiert: Bei einer Bifokalbrille sind in einem Glas zwei Brechungsstärken vereint. Durch dieses Verfahren ist eine deutliche Grenze zwischen beiden Brillenglasbereichen sichtbar, was die Eingewöhnung schwieriger macht und zu Nachteilen beim Sehen führen kann.
  • Gleitsichtbrille: Dieses Problem haben Sie mit einer Gleitsichtbrille nicht mehr. Die unterschiedlichen Sehbereiche gehen stufenlos ineinander über. Das strengt das Auge weniger an und erleichtert die Eingewöhnungsphase. In den meisten Fällen haben die Gläser von Gleitsichtbrillen neben einem Bereich für die Ferne und die Nähe auch einen Zwischenbereich, sodass das scharfe Sehen in allen Entfernungen problemlos möglich ist.

Brillengläser

 

Sobald klar ist, für welche Sehschwäche die Brille gedacht ist, geht es an die Wahl der Brillengläser. Hier bietet sich Ihnen eine große Auswahl an Gläsern mit besonderen Eigenschaften. Schließlich hat die Entscheidung, ob Sie Ihre Brille zum Beispiel eher als Arbeitsplatzbrille oder als Sportbrille nutzen, Einfluss auf Materialien und Glaseigenschaften.

 

  • Material: Wählen Sie zwischen Gläsern aus Kunststoff oder solchen aus mineralischem Glas. Während die ersten für geringes Gewicht und hohe Bruchsicherheit stehen, überzeugen Gläser aus Mineralglas mit hoher Kratzfestigkeit.
  • Glasstärke: Je größer der Wert zur Brechung der einfallenden Lichtstrahlen (Brechungsindex) ist, umso geringer ist die Glasstärke. Das ist vor allem für Brillen mit hohen Dioptrienzahlen von Vorteil, weil ihr Gewicht dadurch geringgehalten werden kann.
  • Beschichtung: Um den Sehkomfort zu erhöhen oder die Gläser widerstandsfähiger gegen Außeneinwirkung zu machen, gibt es verschiedene Brillenglasbeschichtungen. Sie bewirken zum Beispiel, dass die Gläser entspiegelt und schmutzabweisend sind oder beim Betreten geschlossener Räume weniger stark beschlagen.

Brillenfassungen

 

Erst im letzten Schritt, nachdem die Brillenart und Eigenschaften der Gläser feststehen, geht es um die Brillenfassung. Mit extravaganten Formen wie sie zum Beispiel bei einer Cat-Eye-Brille betonen Sie Ihren ganz persönlichen Stil. Soll die Brille jedoch eher dezent sein, empfehlen sich dünne Metallfassungen oder randlose Brillen.

 

Grundsätzlich werden Brillenfassungen entweder aus Kunststoff oder Metall angefertigt. Beide Materialien sind angenehm leicht zu tragen, sodass die Entscheidung oft eine Geschmacksfrage ist. Dunkle Kunststoffgestelle sind in Form von Hornbrillen oder den angesagten Nerd-Brillen ziemlich auffällig und setzen ein klares Mode-Statement. Wer beruflich auf eine unauffällige und seriöse Ausstrahlung setzt, ist mit dezenten Metallrahmen gut beraten.

 

Selbst wenn Sie sich von vornherein für ein bestimmtes Material entscheiden, ist die Auswahl an unterschiedlichen Formen und Designs für Damenbrillen, Herrenbrillen und Kinderbrillen am Markt riesig. So finden Sie mit Sicherheit eine Brille, die Ihren Ansprüchen gerecht wird.